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Müll - ein altes Reizthema

Parallelen in der Geschichte Müll - ein altes Reizthema

Anwohner der Oberstadt klagen über Abfall und Sperrmüll, wie die OP am Samstag berichtete. Ein Blick in die Stadtgeschichte zeigt: Das Thema beschäftigte die Marburger auch im September 1849.

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In den Bekanntmachungen vom 21. September 1849 wies der damalige Oberbürgermeister Uloth aufs Müllproblem hin.

Marburg. Kot- und Schutthaufen waren vor 165 Jahren die Aufreger, heute sind es Sperrmüll und Plastikverpackungen. Zum OP-Artikel „Müll bleibt Reizthema in der Oberstadt“ vom Samstag schickte der Marburger Lothar Schott der OP-Redaktion eine Kopie der amtlichen Bekanntmachungen vom 21. September 1849.

Der damalige Oberbürgermeister Adam Heinrich Wilhelm Uloth appellierte an die Marburger Bürger, die Straßenreinigungssatzung einzuhalten. Offensichtlich hatten zuvor Polizeikräfte erfolglos die Bewohner aufgefordert, die Straßen und Plätze vor ihren Wohnhäusern sauber zu halten. So sah sich der Rathauschef damals gezwungen, zu härteren Mitteln zu greifen. Er sprach davon, dass der Schmutz in der Stadt schon „gesundheitswidrige“ Ausmaße annahm und Übeltäter ab sofort mit einer Anzeige und Bestrafung rechnen müssten. Keine amtliche Bekanntmachung, aber doch ein offizielles Schreiben erhielten jüngst Oberstadt-Bewohner von der Marburger Tourismusgesellschaft. Diese hatte die Bewohner aufgefordert, am kommenden Wochenende zur „Nacht der Geschichte“ keinen Müll abzustellen (die OP berichtete).vo

Dass ausgerechnet die Bewohner, die sich über den Müll in der Oberstadt beschweren, nun die Adressaten des städtischen Schreibens sind, ärgert viele. Die Aktion sei nicht sauber, so der Tenor. Ob man an dieser Stelle weitere Parallelen zur Müllproblematik in der Geschichte ziehen kann? Auf jeden Fall ist das alte Reizthema auch eine Herausforderung für die Zukunft.

von Anna Ntemiris

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Ärger
Mülltonnen vor den Häusern in den engen Gassen der Oberstadt stellen immer wieder ein Problem dar und sorgen für kontroverse Debatten.

Die Oberstädter sollen zur Nacht der verborgenen Geschichte keine Müll­tonnen sichtbar stehen lassen. Über diese Bitte der Tourismusgesellschaft regt sich die Bürger­initiative Oberstadt auf.

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