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Müll-Navigatoren räumen auf

Geocaching Müll-Navigatoren räumen auf

„Cache in, trash out“ heißt es am kommenden Dienstag in der Universitätsstadt: Verstecke rein, Müll raus. Zwei Geocacher wollen in der Stadt aufräumen und dabei andere Aktive kennenlernen.

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Die Geocacher Anika Spindler und Daniel Buchroither werden sich am kommenden Dienstag auf den Weg durch Marburg machen.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Losziehen, um ein geheimes Versteck zu finden – klingt erst einmal eher altmodisch. Ausgerüstet mit modernen GPS-Geräten wird aus der guten, alten Schnitzeljagd aber etwas ganz Neues.

Und das nennt sich „Geocaching“, wobei „cache“ das englische Wort für ein geheimes Lager ist und das griechische „geo“ sich auf die Erde bezieht. Tatsächlich gibt es inzwischen überall auf der Welt „Geocaches“, in denen sich ein Logbuch und die verschiedensten (Tausch-)Gegenstände befinden.

Die Koordinaten der Verstecke werden im Internet veröffentlicht (manche muss man sich auch über ein Rätsel erst erschließen) und dann machen sich die modernen Schatzsucher mit GPS-Geräten auf die Suche. Auch die Marburger Psychologie-Studentin Anika Spindler und ihr Freund Daniel Buchroither sind begeisterte Geocacher.

Raus in die Natur, zu den anspruchsvollen Verstecken

„Man kommt immer wieder an Orte, die man sonst nie zu sehen bekäme“, sagt Anika Spindler. Vor einem Monat waren die beiden zum Beispiel gemeinsam in Barcelona und haben dort beim Geocaching unterirdische Katakomben entdeckt.

Auch in und rund um Marburg kennen sie inzwischen viele schöne und besondere Orte – allerdings noch keine anderen Geocacher. Also hat sich das Paar überlegt, sich vor Ort an der weltweiten Aktion „Cache in, trash out“ (kurz CITO) zu beteiligen, die immer jeweils im Frühjahr und im Herbst stattfindet: Freiwillige tun sich zusammen, um Wege und Plätze im öffentlichen Raum aufzuräumen.

„Geocaching ist eine coole Art und Weise, eine Stadt kennenzulernen“, erklärt Anika Spindler. Für Daniel Buchroither spielt es dabei auch eine entscheidende Rolle, draußen in der Natur und in der frischen Luft zu sein.

An einzelne Caches mit dem Auto heranfahren ist nichts für ihn, er bevorzugt vor allem die anspruchsvolleren Verstecke. Es gibt ein Bewertungssystem, nach dem jeder Cache sowohl hinsichtlich seiner Schwierigkeit eingeordnet wird, als auch in Bezug auf das Terrain, in dem er sich befindet, erläutert der 23-Jährige.

In manchen Caches sind Rätsel enthalten, bei anderen muss man schon detektivischen Spürsinn an den Tag legen, um sie überhaupt ausfindig zu machen. Oder es ist eine Kletterausrüstung nötig, damit man an den Ort des Verstecks gelangt.

Analoger Vorläufer stammt aus dem 19. Jahrhundert

Der erste Cache, den Anika Spindler selbst versteckt hat, ist an einem Gartenzaun in Marburg zu finden. „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“ ist das Motto. Was es damit auf sich hat, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, um das Geheimnis um den genauen Ort nicht zu lüften.

Im Jahr 2000 versteckte ein Amerikaner den ersten Cache. Seitdem hat das „Geocaching“ überall auf der Welt begeisterte Fans gefunden. Ein Vorläufer der Idee ist das „Letterboxing“, das es schon Ende des 19. Jahrhunderts in England gab – damals natürlich ohne GPS – und dort bis heute beliebt ist.

CITO-Events können indes von den Geocachern das ganze Jahr über durchgeführt werden. Jeweils in einer Woche im Frühjahr und im Herbst gibt es für die Teilnehmer aber ganz spezielle Souvenirs zu ergattern.

In Marburg werden Anika und Daniel am Dienstag, den 19. April, um 16 Uhr losziehen – unterstützt übrigens vom DBM (Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg), der Ausrüstung zur Verfügung stellt und den Aktiven bei der Müllentsorgung behilflich ist. Um mitzumachen, muss man aber nicht unbedingt Geocacher sein, auch andere Freiwillige sind eingeladen.

von Nadja Schwarzwäller

 
Hintergrund
Treffpunkt ist der P & R-Parkplatz am Georg-Gaßmann-Stadion. Dort werden je nach Anzahl der Teilnehmer verschiedene Routen aufgeteilt. Anika Spindler hatte sich vor Wochen im Internet umzuhören begonnen, wo es besonders „schmutzige“ Ecken in Marburg gibt. Auch hierzu nehmen die Organisatoren gern noch Hinweise entgegen, bevor es losgeht. Bislang haben sich ein Dutzend Teilnehmer angemeldet. Je mehr es noch werden, desto besser: „Let’s make it big“ ist das erklärte Ziel.
 
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