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Mühlen bangen um ihr Wasser

Amöneburg Mühlen bangen um ihr Wasser

Von drohenden Regenschauern ließen sich die Besucher der Brücker Mühle am Pfingstmontag, zugleich 20. Deutscher Mühlentag, nicht von ihrem Ausflug abhalten.

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Claudia Wittmann vom Brücker-Verein führte Kindergruppen durch die Mühle in Amöneburg und erklärte alles rund ums Mahlen.

Quelle: Nadine Weigel

Amöneburg. Anfahrt und Parkplatzsuche erforderten Geduld. Und auf dem Hof und besonders im Inneren der Mühle herrschte dichtes Gedränge. Für Groß und Klein war es spannend, die verschiedenen Teile der Mühle sich bewegen und Mahlwerke antreiben zu sehen. Der Brücker-Verein bot Führungen speziell für Kinder an, die auf großes Interesse stießen.

Tausende Besucher kamen auch in diesem Jahr wieder zum Mühlentag. (Fotos: Nadine Weigel)

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Neben dem Mühlen-Naturkostladen, in dem neben vielerlei Bioprodukten als Besonderheit die selbst und stets frisch gepressten Speise- und Würzöle angeboten werden, belebten etwa 20 Aussteller vom Bio-Pflanzenhändler über Bäcker, Käsereien und eine der letzten regionalen Obstbrennereien bis zu Handwerkern mit Keramik- und Holzprodukten das Gelände.

Sowohl am Stand des Brücker-Vereins als auch in der Mühle informierten Plakate darüber, dass die neue EU-Gesetz, das jetzt in Landesrecht umgesetzt werden muss, seit dem 1. März ein Mühlensterben auszulösen droht. Die Europäische Wasserrahmen-Richtlinie droht kleinen Wasserkraftwerken und auch historischen Wassermühlen regelrecht das Wasser abzugraben.

Überschuss nur noch durch Regen

Verschiedene Auflagen, Vorgaben und teilweise sogar Abgaben für die benutzte Wassermenge könnten die Mühhlen in die Unwirtschaftlichkeit führen. Dazu, erzählt Müllermeister Thomas Kleinschmidt, komme noch anderes. Zurzeit müsse im so genannten Altbach, bei ihm also der Ohm, nach Ableitung in den Mühlgraben mindestens ein Drittel der durchschnittlichen Wassermenge verbleiben. Jetzt gebe es Bestrebungen, diese bis auf drei Drittel zu erhöhen. Ein Überschuss bliebe dann nur noch, wenn die Wassermenge durch starken Regen und Hochwasser über dem Durchschnitt liegt.

Kleinschmidt sieht es als paradox an, im Zuge der Energiewende die Nutzung der Wasserkraft zurückzufahren. Die Umsetzung der EU-Richtlinie ist Ländersache. Wie speziell die hessische Regierung dies angeht, lässt bei Mühlenbetreibern keine Freude aufkommen, führte Kleinschmidt aus.

Derzeit bemühen sich die Betreiber von Wassermühlen und kleinen Wasserwerken, die Probleme in der Öffentlichkeit publik zu machen.

von Manfred Schubert

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