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Motto: Herz in Gefahr

Herzzentrum Marburg Motto: Herz in Gefahr

Eine ganz besondere Herzensangelegenheit präsentierte am Samstag das Herzzentrum Marburg.

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Interessiert verfolgten die Zuhörer die Vorträge im Herzzentrum.

Quelle: Verena Pophanken

Marburg. Drei Vorträge informierten die Besucher über das Überleben beim plötzlichen Herztod, aktuelle chirurgische Behandlungen von Herzerkrankungen und was zu tun ist, wenn das Herz schwach schlägt. Zirka 50 Besucher der Vortragsreihe im Dr.-Reinfried-Pohl-Zentrum auf den Lahnbergen lauschten den spannenden Ausführungen.

Zuvor wies Professor Bernhard Schieffer die Zuhörer darauf hin, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den meisten Todesursachen deutschlandweit zählen. „Meist wird in den Medien nur von Unfalltoten berichtet. Aber die Herztoten scheinen außen vor zu bleiben“, betonte Schieffer. „Die Mitarbeiter des Herzzentrums sind für den ganzen Landkreis Marburg-Biedenkopf zuständig. Aber auch die Nachbarlandkreise profitieren vom Herzzentrum an der Uniklinik Marburg.“

Dr. Konstantinos Karatolios erklärte in knappen Worten den Blutkreislauf und zeigte Ultraschallaufnahmen einer Herzschwäche. In medizinischen Fachkreisen wird die Herzschwäche als Herzinsuffizienz bezeichnet. „Generell ist eine Herzinsuffizienz heutzutage mit Medikamenten behandelbar“, erklärte Karatolios. Vor allem sollen die Symptome gelindert und das Herz entlastet werden. Symptome einer Herzschwäche können vor allem Kurzatmigkeit, Leistungsschwäche und geschwollene Beine sein

„Inzwischen haben wir eine rückläufige Sterbeziffer“, sagte der Kardiologe. Der Notfallmediziner Dr. Clemens Kill machte den Besuchern deutlich, dass es beim plötzlichen Herztod vor allem auf die Erste Hilfe der Personen vor Ort ankäme. Denn diese sei entscheidend, ob der Patient überlebe oder nicht. „Die Wiederbelebung durch Laien ist der wichtigste Schritt in der Rettung eines Patienten mit plötzlichem Herztod“, erklärte Kill.

Notruf absetzen und mit Wiederbelebung beginnen

Bei der sogenannten Überlebenskette sei vor allem das erste Glied das Wichtigste. Ein künstlicher Ersatzkreislauf müsse geschaffen werden, bemerkte der Notfallmediziner. „Denn schon durch das Absetzen eines Notrufs und das Wiederbeleben erhöhe sich die Chance, dass der Patient überlebt, um bis zu zehn Prozent.“ Den Notfalldiensten ist es möglich, innerhalb von acht Minuten zum Einsatzort zu gelangen.

„Natürlich kostet es Überwindung, jemandem kräftig aufs Brustbein zu drücken. Aber es geht um Leben und Tod“, erklärte ein DRK-Mitarbeiter, der den Besuchern die Reanimationsmaßnahmen an einer Person anschaulich darstellte. Die Besucher hatten die Möglichkeit, selbst einmal das Pumpen zu üben. Dabei stellte sich heraus, dass schon eine gewisse Kraftanstrengung aufgebracht werden muss, um den Brustkorb etwa fünf Zentimeter nach unten drücken zu können. Dass es dabei auch zu Rippenbrüchen kommen kann, steht im Sinne der Wiederbelebungsmaßnahme nicht im Vordergrund. „Es ist besser zu helfen. Denn schlimmer machen kann man es nicht“, appellierte auch Kill an das Publikum.

Professor Rainer Moosdorf brachte den Anwesenden verschiedene medizinische Maßnahmen näher. Darunter vor allem weniger starke Eingriffe am Herzen sowie die klassischen Methoden des dreifachen Bypasses. Dieser medizinische Eingriff wird jedoch heute nur noch selten angewendet. Grund sei die frühe Diagnose.

Zu einer seiner letzten Veranstaltungen als Oberbürgermeister erschien auch Egon Vaupel. „Prävention steht auch für die Universitätsstadt Marburg“, bemerkte der Schirmherr der Veranstaltung. Seine gesamte Dienstzeit über begleitete der Oberbürgermeister die Veranstaltungen im Verlauf der Herzwochen und des Herzzentrums. Er lobte vor allem die Arbeit des Ärzteteams um Professor Bernhard Schieffer, den Leiter des Herzzentrums: „Uns steht dort ein Fundament für präventive Maßnahmen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Verfügung. Gerade wegen der engen Zusammenarbeit von Herzchirurgen und Kardiologen.“

von Verena Pophanken

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