Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Motivationsschub zum Jubiläumsfinale

Hessische Jugendfeuerwehr Motivationsschub zum Jubiläumsfinale

In einem unterhaltsamen Festakt auf dem Marburger Schloss gipfelten am Samstagabend die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Hessischen Jugendfeuerwehr.

Voriger Artikel
Bodo Ramelow will V-Leute abschaffen
Nächster Artikel
"Man muss über Verfehlungen reden"

Moderiert von Daniel Wolf (von links) diskutieren Dr. Ralf Ackermann, Präsident des Landesfeuerwehrverbands Hessen, Hessens Innenminister Peter Beuth, der Hessische Jugendfeuerwehrsprecher Robin Unverzagt, der stellvertretende Bundesjugendleiter Heinrich Scharf und Landesjugendfeuerwehrwart Stefan Cornel über Herausforderungen an die Jugendfeuerwehr und deren Arbeit in der Zukunft. Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Am Gründungsort, wo auch das Ausbildungszentrum und die Geschäftsstelle der Hessischen Jugendfeuerwehr (HJF) ihren Standort haben, ging es um Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Verbands mit seinen mehr als 27000 Mitgliedern.

Zum feierlichen Abschluss des doppelten Jubiläumsjahres, in dem auch die Deutsche Jugendfeuerwehr 50 Jahre alt wurde, kamen etwa 160 Gäste in den Fürstensaal des Schlosses. Neben Abordnungen der hessischen Kreisjugendfeuerwehren und Kreisverbände waren Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben dabei.

Es sei zwar die „gefühlt 364. Feier“ aus diesem Anlass, meinte Hessens Innenminister Peter Beuth, aber es gebe auch allen Grund dazu. Insbesondere würdigte er das ehrenamtliche Engagement der Jugendwarte in den etwa 2100 hessischen Jugendfeuerwehren. Im Rückgriff auf einen Vortrag, den Professor Benno Hafeneger beim Landesdelegiertentag der Hessischen Jugendfeuerwehr in Marburg im Mai gehalten hatte, hob er die gesellschaftlich bedeutende Rolle der Jugendfeuerwehr hervor.

Beuth erklärte, man wolle Sorge für den Erhalt des Ausbildungszentrums tragen, wollte aber „nicht zu viel über die Sanierung sagen“, die wohl etwas aufwendiger werde. Als Geburtstagsgeschenk werde man in diesem und im nächsten Jahr eine Imagekampagne zur Nachwuchswerbung für die Jugendfeuerwehren durchführen.

Abschließend überreichte er Dr. Ralf Ackermann, Präsident des Landesfeuerwehrverbands Hessen, die Urkunde zur Gründung der Hessischen Feuerwehr-Stiftung. Das Land Hessen trägt 100000 Euro zum Stiftungskapital bei. Diese soll zur Unterstützung in sozialen Notlagen, aber auch zur Förderung des Nachwuchses und der Integrationsbemühungen beitragen, erklärte Ackermann.

In zwei von Daniel Wolf moderierten Gesprächsrunden mit Dr. Ralf Ackermann, Peter Beuth, dem Hessischen Jugendfeuerwehrsprecher Robin Unverzagt, dem stellvertretenden Bundesjugendleiter Heinrich Scharf und Landesjugendfeuerwehrwart Stefan Cornel sowie Michael Sauer von der Hessischen Unfallkasse und Alfred Jakoubek von der Sparkassen-Versicherung ging es um Herausforderungen an die Jugendfeuerwehr und deren Arbeit in Zeiten von Smartphone, Internet und Co. Sauer und Jakoubek hatten zudem Geburtstaggeschenke, Materialien zur Unterstützung der Arbeit der Jugendfeuerwehren vor Ort, mitgebracht, die Sparkasse unterstützt zudem die HJF mit 5000 Euro.

„Damals wie heute“

Rolf Schamberger, Leiter des Deutschen Feuerwehrmuseums in Fulda, hielt den Festvortrag „Jugend in der Feuerwehr - eine bewegte Geschichte“. In seinem kurzweiligen Rückblick ging er zurück bis ins Jahr 1650 und zeigte, dass früher gar nicht alles besser war, wie mancher gern behauptet. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 35 Jahren, eine Kindheitsphase war damals unbekannt.

Die ersten Jugendfeuerwehren, beispielsweise die 1882 auf der Insel Föhr, oder weitere, die während des Ersten Weltkriegs gegründet wurden, hatten nichts mit Jugendpflege zu tun, sondern mit der Abwesenheit erwachsener Männer. Erstmals seit Jahrhunderten werde zurzeit die Jugend nicht länger, sondern kürzer, und das Alter der Begeisterungsfähigkeit für handgreifliche Technik sinke kontinuierlich, beschrieb er die Herausforderungen.

Aber er zeigte auch mit Zitaten auf humorvolle Weise, dass man sich schon vor hundert Jahren ähnlich über mangelnde Motivation und anders gelagerte Interessen der Jugend beschwert hatte - genauso wie heute.

Richtig spaßig wurde es zum Schluss des dreieinhalbstündigen Programms. Johannes Warth, Motivationstrainer der „etwas anderen Art“, machte sich daran, die Jugendwarte und sonstigen Vertreter der Jugendfeuerwehr für ihre Arbeit zu „ermutigen“.

Dies tat er äußerst unterhaltsam mit kabarettistischem Witz, musikalischen, magischen und artistischen Einlagen. Es wurde viel gelacht über die Darbietungen des Oberschwaben, der die Gäste auch mehrfach in seine Aktionen einbezog. Einer der Höhepunkte: Er ließ je fünf Personen an einem Seilende ziehen. Sinn der Übung: Was wie ein Gegeneinander aussieht, kann zur Zusammenarbeit werden, wenn man das gemeinsame Ziel erkennt. Er gab es vor: ihm das Balancieren auf dem Seil ermöglichen. Tatsächlich klappte es. Warth freute sich und sagte, oft klappe das nicht, weil die Teilnehmer nicht daran glaubten, dass er auf das Seil steige.

Ein Videoclip über das HJF-Maskottchen Hugo „on tour“ und ein weiteres Musikstück des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Marburg, das den Festakt schwungvoll begleitetet hatte, bildeten Ausklang und Überleitung zum Stehbuffet mit Gelegenheit, sich zu stärken und Gespräche zu führen.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr