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Moschee ist im Rohbau fast fertig

Neubau Moschee ist im Rohbau fast fertig

Der Neubau der Marburger Moschee in der Straße Bei St. Jost schreitet voran. Im Herbst soll Richtfest sein.

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Der Rohbau der Moschee „Bei St. Jost“ ist fast fertig. Am 2. Oktober soll Richtfest sein.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Islamische Gemeinde will am 2. Oktober um 15 Uhr Richtfest feiern. Das bestätigte Dr. Bilal Faroul El-Zayat der OP. In diesen Tagen sollen die Einladungen zu dem Ereignis verschickt werden. Die Moschee könnte dann im kommenden Jahr in Gebrauch genommen werden. „Wir liegen ganz gut im Zeitplan“, sagte El-Zayat der OP.

Im ­Sommer 2013 feierte die Islamische Gemeinde die Grundsteinlegung auf einem ehemaligen Industriegelände in der Straße „Bei St. Jost“.

Die damals veranschlagte Bauzeit von etwa zwei Jahren kann nicht ganz gehalten werden.  Das liegt unter anderem daran, dass im Boden des Geländes Altlasten entdeckt wurden. Die hoch belastete Erde musste zunächst abgetragen und entsorgt werden.

Gepredigt wird in deutscher Sprache

Eine Moschee, so hatte die Islamische Gemeinde bei der Grundsteinlegung im Sommer 2013 betont, solle nach dem Willen des Propheten Mohamed ein Ort des Alltags, der Begegnung sein. So soll denn das Zentrum in der Straße „Bei St. Jost“, ein „offenes Haus“ werden, das für Muslime und Nichtmuslime gedacht ist. Nicht umsonst gilt das Bauwerk als „europäische“, als „deutsche“ Moschee.

Die Islamische Gemeinde Marburg bezeichnet ihr Projekt denn auch lieber als „Kultur- und Bildungszentrum mit Moschee“.

Kernstück ist aber natürlich die etwa 200 Quadratmeter große Moschee, die in Kombination mit den Multifunktionsräumen deutlich erweiterbar ist. Daneben entstehen ein Gemeindesaal, der auch als Sporthalle, für Ausstellungen und für Festlichkeiten genutzt werden kann, mehrere Multifunktionsräume für Vorträge und Lesungen, Appartements für Studierende, Mediathek und Bilbliothek mit islamischer Literatur, ein Feinkostladen sowie eine Cafeteria mit Schlossblick.

Ein 2012 gegründeter Förderverein soll den Bau und die Ausstattung des Zentrums unterstützen.

Die „Islamische Gemeinde Marburg“ wurde im Jahr 2010 aus Vertretern verschiedener muslimischer Vereine und Initiativen gegründet.  

In Marburg leben etwa 4 000 Männer, Frauen und Kinder muslimischen Glaubens.   Sie stammen aus etwa 40 Ursprungsnationen. Die gemeinsame Sprache ist Deutsch.

Auch gepredigt wird auf Deutsch, betont die Gemeinde, daran soll sich auch mit dem Bezug des Gotteshauses nichts ändern.

Überhaupt bemüht sich die Islamische Gemeinde um ein gutes Einvernehmen mit den anderen Religionsgemeinschaften in Marburg. Muslime arbeiten seit 2007 am „Runden Tisch der Religionen“ und am „Runden Tisch Integration“ mit. Das jährliche gemeinsame Fastenbrechen im Ramadan ist inzwischen zu einer kleinen Tradition in Marburg geworden.

Im Juli besuchten mehr als 1000 Muslime und Nichtmuslime die Veranstaltung am Elisabeth-Blochmann-Platz.

Auch der Standort der Moschee symbolisiert das Verhältnis zwischen Christen, Juden und  Muslimen in Marburg: Die Moschee entsteht in unmittelbarer Nähe der Kirche St. Jost und des alten jüdischen Friedhofs: ein Zufall möglicherweise nur, aber dennoch symbolisch für das gute gegenseitige Einvernehmen, um das Christen, Muslime und Juden in Marburg seit vielen Jahren bemüht sind.

von Till Conrad

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