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Moschee-Bau ist im nächsten Jahr geplant

Ahmadiyya-Gemeinde Moschee-Bau ist im nächsten Jahr geplant

Der geplante Moschee-Bau der Ahmadiyya-Gemeinde war auch Thema beim Neujahrsempfang der Religionsgemeinschaft am Freitag.

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Die Ahmadiyya-Gemeinde hatte am Freitag zum Empfang ins Bürgerhaus Cappel eingeladen.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. „Friede sei mit euch“ - so begrüßte Kamran Kahn von der Marburger Ahmadiyya Muslim Jamaat (Amj) rund 100 Gäste, die zum Neujahrsempfang der Gemeinde ins Bürgerhaus Cappel gekommen waren. Im Mittelpunkt stand neben einem gemeinsamen Essen und gegenseitigem Austausch der Rückblick auf das vergangene Jahr. In diesem sei der Islam „wieder ein Dauerbrenner-Thema“ gewesen, sagte Kamran. Er sprach über eines der Ziele der bundesweit verbreiteten Religionsgemeinschaft: Vorurteile und Missverständnisse den Islam betreffend abzubauen. Die Ahmadiyya-Gemeinde grenzt sich nach eigener Auffassung vom islamischen Fundamentalismus ab und tritt für ein friedliches Miteinander aller Religionen ein.

Bauantrag ist noch nicht gestellt

Mit einem Video-Jahresrückblick erinnerte die Gemeinschaft an ihre Aufklärungskampagne rund um den Islam und regelmäßige Aktivitäten in Marburg. Bekannt sind unter anderem der von der Gemeinde organisierte alljährliche Neujahrs-Putz, der Spendenlauf für soziale Projekte oder die Teilnahme am Tag der offenen Moschee. Bundesweit informieren die Mitglieder mit Plakataktion, Ausstellungen oder Vorträgen über ihren Glauben, demonstrieren dabei „Loyalität zu dem Land, in dem wir leben“. Kahn berichtete auch über bereits abgeschlossene Bauprojekte in anderen Städten, wie etwa in Mörfelden-Walldorf oder Iserlohn im vergangenen Jahr. Auch in Marburg geht das Bauvorhaben weiter voran.

Über die Pläne, eine Moschee hinter einem Betonwerk im Gewerbegebiet Cappel zu bauen, war bereits im Frühling vergangenen Jahres umfangreich diskutiert worden, nachdem die Bauvoranfrage der hiesigen Religionsgemeinschaft bekannt geworden war. Ein Stein des Anstoßes war weniger baurechtlicher Natur, also der Moschee-Bau an sich, sondern der Standort mit großer Nähe zum mittlerweile geschlossenen Flüchtlings­camp. Den Standort hatte insbesondere die CDU vor knapp einem Jahr bemängelt.

Auch typische Bauelemente wie Minarett und Kuppel, als Erkennungszeichen einer Moschee, waren Gegenstand der Debatte. Ein Minarett ist nach wie vor eingeplant, soll jedoch nicht begehbar sein, teilte Kahn mit. Das vom Turm ein Muezzin rufen könnte oder Lautsprecher schallen, wurde bereits zu Planungsbeginn ausgeschlossen. So einige heftige Reaktionen aus der Bevölkerung seien „plötzlich und überraschend“ gewesen, erinnerte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grußwort) in seiner kurzen Rede.

Die Bauvoranfrage sei indes als „unproblematisch“ eingestuft worden und wurde Mitte des vergangenen Jahres positiv beschieden. Kahle dankte der Ahmadiyya-Gemeinde für ihre „Besonnenheit“ im Umgang mit der Kritik und allen, die sich „sehr sachlich damit auseinandergesetzt haben - das Thema kann jetzt vielleicht auf die Zielgerade kommen“.

Das Bauvorhaben geht zumindest langsam voran: Mittlerweile hat die Gemeinde das betroffene Privatgrundstück erworben, ein Bauantrag wurde indes noch nicht gestellt. Ein solcher sei jedoch „in den letzten Zügen“ und soll in diesem Jahr eingereicht werden, wohl aber erst nach dem Sommer, berichtete Abdullah Uwe Wagishauser, Bundesvorsitzender der Amj Deutschland, der zum Neujahrsempfang Marburg besuchte. Er rechnet mit einer Bearbeitungszeit von bis zu sechs Monaten, bevor eine Bewilligung erfolgen kann.

Erste Feier vor Baubeginn im April geplant

Der offizielle Baubeginn ist erst im kommenden Jahr geplant, noch fehlen fertige Pläne für die Räumlichkeiten in der Moschee. Finanziert wird das Projekt vom Bundesverband der Gemeinschaft, die Marburger Gemeinde zahlt einen Anteil. Bisher trifft sich die Marburger Ahmadiyya-Gemeinde in Räumlichkeiten in der Uferstraße/Deutschhausstraße.

Bereits im April dieses Jahres ist die feierliche Verlegung eines symbolischen Grundsteins für die neue Moschee geplant.

Auch der Bundesvorsitzende erinnerte an die Islam-Debatte im vergangenen Jahr, an begangene Anschläge, Attentäter, „an Hass und Extreme: Eine schwere Zeit, durch die man gemeinsam gehen muss - die Gemeinde stellt sich auch theologisch gegen solche Leute“, betonte Wagishauser. Den Ahmadiyya-Mitgliedern gehe es darum, „gemeinsam Frieden zu schaffen - auch in dieser wunderschönen Stadt Marburg“.

von Ina Tannert

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Von Redakteur Anna Ntemiris

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