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Monat der Entscheidung für VfB Marburg

Rettungskonzept Monat der Entscheidung für VfB Marburg

Der Traditionsverein VfB Marburg will auf einer außerordentlichen Versammlung Ende April beschließen, wie es mit dem Verein weitergehen soll.

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Wie geht es weiter mit dem VfB Marburg? In diesem Monat fällt die Entscheidung, und eine zentrale Rolle für die Zukunft des Vereins spielt die Frage, was mit dem Vereinsgelände geschehen soll.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Den Verein drückten zum Jahresende 2012 eine Schuldenlast in Höhe von mehr als 600000 Euro und arge Liquiditätsprobleme. Vorsitzender Dietrich Möller hatte seinerzeit sogar befürchtet, den Gang zum Konkursrichter antreten zu müssen.

Sein Rettungsvorschlag, den vereinseigenen Platz an einen privaten Investor zu verkaufen, wurde im Herbst nicht abgestimmt - stattdessen wurde eine vierköpfige Verhandlungsgruppe installiert, die ein wirtschaftliches Konzept für die Zukunft aufstellen sollte.

Vorsitzender Dietrich Möller ist nun so weit, dem Verein drei unterschiedliche Lösungsansätze zur Abstimmung vorzulegen, wie er der OP auf Anfrage sagte. Einzelheiten nannte Möller nicht.

Für die Verhandlungsgruppe sagte der Sportkreis-Vorsitzende und ehrenamtliche Stadtrat Jürgen Hertlein, das Konzept der Gruppe liege vor. „Damit haben wir unseren Auftrag erfüllt.“ Grundvoraussetzung für die Entschuldung des Vereins ist für die Gruppe der Verkauf des vereinseigenen Geländes an der Gisselberger Straße. Die Verhandlungsgruppe favorisiert einen Verkauf an die Stadt - der brächte am meisten Sicherheit, dass der Verein weiter auf dem Platz spielen kann.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hatte in der Vergangenheit seine Bereitschaft angedeutet, sich unter gewissen Bedingungen für einen Kauf des Geländes stark zu machen. Konkrete Gespräche mit dem Verein haben stattgefunden, bestätigte Hertlein.

Nach OP-Informationen sind die Vorsitzenden der im Stadtparlament vertretenen Fraktionen über die Gespräche unterrichtet und um Unterstützung gebeten worden. Sollte die signalisiert werden, könnte der Magistrat am 8. April eine entsprechende Beschlussvorlage verabschieden und in die Parlamentssitzung am 26. April einbringen.

Nach wie vor gibt es aber Stimmen im Verein, die den Verkauf des Geländes an einen privaten Investor favorisieren. Der Idee, den Verein ohne den Verkauf des Platzes zu entschulden, werden dagegen wenig Chancen eingeräumt.

Verein muss vonunten neu aufbauen

Neben den möglichen Einnahmen aus dem Platzverkauf spielt bei der Rettung des Vereins vor allem ein realistischer Wirtschaftsplan eine Rolle: In den vergangenen Jahren hatte der Verein stets neue Schulden aus dem Spielbetrieb angehäuft. Bei Licht betrachtet, heißt die Alternative: Jugendabteilung schließen oder die Kosten für die Seniorenmannschaften drastisch zu reduzieren. Beides wird sich der Verein nicht leisten können.

Ein Rückzug in die Kreisliga, um dort mit eigenen Spielern neu aufzubauen, wie vor Jahren vom VfB Gießen praktiziert, ist die wahrscheinlichste Variante. Dafür sprechen zwei Indizien: Möller bestätigte, dass die erste Mannschaft zur neuen Saison einige Leistungsträger verlieren wird, und der Verein konzentriert sich bei den B-Junioren, den 15- bis 17-Jährigen, auf den Aufbau eines schlagkräftigen „Unterbaus“.

Dritter wesentlicher Teil des Rettungsplans: Der Verein muss zu einer Vereinbarung mit dem größten privaten Gläubiger kommen: seinem Vorsitzenden Dietrich Möller. Weder Möller noch Hertlein äußerten sich zu diesem Teil der Problematik.

Die Entscheidung fällt auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Der ursprüngliche Termin, 16. April, musste noch einmal verschoben werden, sagte Möller der OP: Er will die Versammlung aber noch im April einberufen.

Das liegt auch im Interesse von Hertlein. „Die Zeit drängt“, sagte er angesichts der Liquiditätsprobleme des Vereins.

von Till Conrad

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