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Moderner Bau für die Sprachforscher

Richtfest Sprachatlas Moderner Bau für die Sprachforscher

Bei strahlendem Frühlingswetter fand am Donnerstagmittag das Richtfest für den Sprachatlas-Bau statt.

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Das Richtfest für den Sprachatlas-Neubau auf dem ehemaligen Brauerei-Gelände fand in den künftigen Räumen der Bibliothek des Forschungszentrums statt.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Bauarbeiter und Planer sowie die künftigen Nutzer des neuen Forschungsgebäudes  für den Deutschen Sprachatlas waren die Hauptpersonen beim Richtfest für den Bau, der im März vergangenen Jahres begonnen hatte. Aber auch verantwortliche Politiker aus der Stadt Marburg und der Landeshauptstadt Wiesbaden und Verantwortliche der Marburger Universität waren gekommen, um den feierlichen Augenblick zu begehen.

Vor allem für Uni-Baudezernent Dr. Eckhard Diehl war es ein besonderer Moment, wie er den rund 70 geladenen Gästen mitteilte. Es war nämlich das erste innerstädtische universitäre Richtfest in Marburg seit rund 50 Jahren.

Zuletzt war eine solche Feier im Zuge der Fertigstellung der Bauten der Philosophischen Fakultät an der Stadtautobahn erfolgt. Der neue Bau für das sprachwissenschaftliche Forschungszentrum ist nun der erste Neubau für den Campus Firmanei, der direkt am Fuß der Oberstadt als Ersatz für die geisteswissenschaftlichen Türme entstehen soll.

„Wir sind im Zeit- und Finanzrahmen geblieben“

Und noch aus einem anderen Grund freute sich Diehl besonders: Der Bau, für den jetzt das Richtfest begangen wurde, ist aufgrund der  vom Land Hessen gewährten Teilbauautonomie der erste Neubau, den die Uni – beraten vom Hochschulbauamt – in Eigenregie betreut.

Bisher gelang das erfolgreich, wie Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause stolz vermeldete. „Wir sind im Zeit- und Finanzrahmen geblieben“, sagte Krause. Insgesamt 10,5 Millionen Euro soll das Forschungszentrum kosten. Davon stammen 6,9 Millionen Euro aus dem Landes-Hochschulbauprogramm „Heureka“.

Der Bund beteiligt sich mit rund 3,6 Millionen Euro. Wenn der Zeitplan weiter eingehalten wird, dann erfolgt die Fertigstellung im Oktober. Professor Jürgen Erich Schmidt, der amtierende Direktor des Deutschen Sprachatlasses, hofft auf einen Einzug der verschiedenen Arbeitsgruppen Anfang 2016.

Die offizielle Feierstunde anlässlich des Richtfestes fand in den Räumen der künftigen Bibliothek statt. Dort werden Bücher zur Sprachwissenschaft und die Sprachkarten untergebracht, die aus der Anfangszeit des vor fast 140 Jahren gegründeten Institutes „Deutscher Sprachatlas“ stammen.

Noch  ist der Raum nur ein Rohbau, und man sieht noch an der Decke alle Versorgungsleitungen. Doch bald schon sollen auf einer Fläche von 2 000 Quadratmetern die Bibliothek und Büro- und Laborräume sowie Vortragssaal den Marburger Forschern zur Verfügung stehen.

„Unser ältestes Kulturgut, unsere Sprache“

Das Kernstück des Forschungszentrums bilden die Bestände des Sprachatlasses, der derzeit noch in einem sanierungsbedürftigen Haus am Hermann-Jacobsohn-Weg an der Peripherie der Innenstadt untergebracht ist. Die Uni-Präsidentín freute sich ausdrücklich, dass die Zeiten der in feuchten Kellern untergebrachten Bestände bald der Vergangenheit angehören sollen.

„Endlich erhält ein besonderes Institut die Infrastruktur, die es braucht und die seiner Bedeutung gerecht wird“, sagte der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU). Schließlich sei der Deutsche Sprachatlas das älteste sprachwissenschaftliche Forschungszentrum der Welt, meinte Rhein. In Marburg werde an diesem Zentrum „unser ältestes Kulturgut, die Sprache“, bewahrt, dokumentiert und erforscht, berichtete Sprachatlas-Direktor Schmidt.

Neben dieser Forschungstradition versuche man aber auch, in zukunftsweisenden Forschungsprojekten die Dynamik des Sprachwandels zu erforschen. Dieses Ziel kommt auch bei den Politikern gut an. So erhofft sich Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) von den Forschern Nachhilfe in Sachen Verständnis der Smartphone-Nachrichten seines Enkels. Und Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland (CDU ) freut sich auf weitere Erkenntnisse zur Erklärung des Geistes der Sprache.

von Manfred Hitzeroth

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