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Mitschuld nicht erwiesen

Aus dem Landgericht Mitschuld nicht erwiesen

„Im Zweifel für den Angeklagten“ - nach diesem Rechtsgrundsatz urteilte das Landgericht Marburg am zweiten Verhandlungstag über einen 38-Jährigen.

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Der Angeklagte musste sich vor dem Landgericht Marburg verantworten.

Marburg. Das Gericht, dessen Vorsitz Dr. Marco Herzog hatte, stimmte mit Rechtsanwalt Moritz Tillmann Müller überein. Der Verteidiger hielt die seinem Mandanten vorgeworfene Anstiftung zum Raub für nicht erwiesen und pochte auf den Zweifelssatz. „Ob meinem Mandanten Schuld am letztlich doch ausgeführten Raub überhaupt angelastet werden kann, ist nicht erwiesen“, meinte Müller. Freispruch lautete das Urteil.

Dem Angeklagten war zur Last gelegt worden, mit zwei weiteren Männern einen Raubüberfall auf einen im Rollstuhl sitzenden Drogendealer aus Marburg verübt zu haben. Die Idee zu diesem Verbrechen stammte vom 38-jährigen Delinquenten. Zwar verwarf er den Raub wieder, allerdings hinderte dies seine ursprünglichen Komplizen nicht daran, den Raub kurz darauf zu zweit zu begehen (die OP berichtete).

Beim Urteil fielen vor allem die Aussagen der beiden bereits verurteilten Räuber ins Gewicht, die unisono Folgendes berichteten: Nach dessen Rückzieher sei der Raub für den Angeklagten vom Tisch gewesen. Ferner habe der 38-Jährige von der tatsächlichen Ausführung keine Kenntnis gehabt und auch von der Beute habe der Angeklagte keinen Anteil erhalten.

Außerdem ließ sich in den Augen des Gerichts nicht nachweisen, dass das Duo den Raub ebenso ausführte, wie es möglicherweise zu dritt besprochen worden sei. Ohnehin sagten die bereits Verurteilten aus, dass es überhaupt keine detaillierte Diskussion über die Vorgehensweise gegeben habe.

von Benjamin Kaiser

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