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Mit einer guten Strategie zum Erfolg

Gute Vorsätze für das neue Jahr Mit einer guten Strategie zum Erfolg

Zwischen den Jahren und natürlich am heutigen Silvestertag wird traditionell über gute Vorsätze für das neue Jahr nachgedacht. Manch einer versucht es dann auch wirklich, sie umzusetzen.

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Zigarette zum Kaffee - nicht gerade eine gesunde Lebensweise. Mit dem Rauchen aufhören ist ein Vorsatz-Klassiker zum Jahreswechsel.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Ab Tag eins eines jeden neuen Jahres soll bei vielen Menschen einfach alles oder vieles oder wenigstens einiges oder ganz gezielt nur eine Sache besser im Leben werden. Gute Vorsätze sind das traditionelle Thema, wenn ein Jahreswechsel ansteht.

Die Marburger Psychotherapeutin Claudia Saalbach sagt zum Thema gute Vorsätze zum Jahreswechsel: „Gute Vorsätze zu Beginn eines neuen Jahres zu fassen, ist ein Brauch, eine Tradition, nicht mehr. Aus psychologischer Sicht ist das Fassen guter Vorsätze kein besonders starker Motivator. Wenn man krank ist oder schwanger, motiviert einen das sehr viel stärker zum Fassen von Vorsätzen. Vorsätze sind ohnehin nur ein Zwischending zwischen Wunsch und Ziel.“

Das ist vielleicht jetzt nicht das, was notorische „Jahreswechsel-Gute-Vorsätze-Fasser“ hören wollen - müssen sie sich dann wohl doch motivationstechnisch stärker ins Zeug legen, um wirklich etwas für sich zu bewegen.

Doch lassen wir die Psychotherapeutin mal weiter ausführen: „Nach einer Forsastudie im Auftrag der DAK wollen 60 Prozent ruhiger und gesünder leben. 55 Prozent wollen mehr Sport treiben und mehr Zeit mit der Familie verbringen, 34 Prozent wollen abnehmen. Weniger essen, weniger rauchen, weniger Alkohol trinken - das sind alles Vorsätze, die ,gut‘ sein mögen, denen gegenüber Psychologen jedoch skeptisch sind. Die positiven Effekte sind in der Regel kurzfristiger Natur, und wenn man mit den Vorsätzen bricht, fühlt man sich schlecht und entwickelt Schuldgefühle. Besser ist es, etwa konkret zu sagen: Alkohol nur am Wochenende, jede Woche einen Obsttag. Es reicht aber auch nicht, nur auf etwas zu verzichten, das muss man durch etwas Positives ersetzen.

Smart-Prinzip bietet Anreize für Vorsätze

Es gibt für Vorsätze das sogenannte Smart-Prinzip, die Abkürzung steht für: S wie spezifisch, M wie messbar, A wie attraktiv und akzeptiert, R wie realistisch und T wie terminierbar. Es ist hilfreich, seine gefassten Vorsätze Freunden mitzuteilen, sie mit einzubeziehen. Und man sollte sich einen Plan machen für Situationen, in denen man schwach zu werden droht. Wie sagte Goethe sinngemäß: Es ist nicht genug, etwas zu wollen. Man muss es auch tun.“

Na also, das gibt dann doch eine runde Sache. Wer also Vor­sätze hat, kann diese ja gerne mal unter dem Smart-Prinzip betrachten und dann für sich Entscheidungen treffen. Auf ein gutes Gelingen! So, und jetzt fragen wir mal vier Bürgermeister aus dem Landkreis, was sie sich privat für 2016 vornehmen, ob sie ihre Vorsätze von 2015 eingehalten haben und was sie sich beruflich für ihre Kommune wünschen.

Volker Carle, Bürgermeister der Gemeinde Cölbe, sagt: „Ich möchte mit meiner Gesundheit nicht weiter so einen Raubbau wie bisher betreiben und meine Frau daher mit mehr Eifer bei der Gartenarbeit unterstützen.“ Diese Worte hat er sich sicher reiflich überlegt, denn genau jetzt hat es hier ja jeder gelesen; und so wird er aus der Gartenarbeit-Nummer nicht mehr so leicht rauskommen. Ein kluger Schachzug, sich selbst einen zu einfachen Ausstieg aus den guten Vorsätzen zu verbauen.

Was sagt er zu seinen bisher gefassten Vorsätzen? „Ich habe sie bisher (fast) immer mit preußischer Disziplin eingehalten. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel.“ Und was ist mit Cölbe? „Cölbe soll weiter eine offene und tolerante Gemeinde bleiben. Jeder soll hier nach seiner Fasson glücklich und gut leben können, sofern er hierdurch nicht die Rechte seiner Mitmenschen einschränkt.“

Schulz will wöchentlich ins Grundbad schwimmen gehen

Was sagt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz? „Ja, ich habe mir Anfang 2015 etwas vorgenommen. Und zwar mindestens einmal pro Woche schwimmen zu gehen - wenn möglich ins GrundBad.“ Hier steht’s und damit ist auch er gefangen. Na ja, das macht ihm nichts aus, denn er hatte sich schon 2015 dafür entschieden und … durchgehalten!

„Ja, ich habe diesen guten Vorsatz eingehalten und es bis heute auch so durchgezogen. Macht Spaß.“ Er hofft, dass noch mehr Mitbürger über den Vorsatz, sich mehr zu bewegen, das GrundBad für sich entdecken. Er ist und bleibt dann doch auch Bürgermeister, der sich um seine Einrichtungen sorgt. Und was noch? „Ich möchte mithelfen, die Gemeinde der Zukunft zu bauen. Mit 10 Millionen ‚auf der hohen Kante‘ haben wir die einmalige Chance, die Weichen dafür zu stellen“ Und ganz persönlich: „Natürlich möchte ich die Bürgermeisterwahl 2016 gewinnen.“

Eidam hält nicht viel von guten Vorsätzen

Weimars Bürgermeister Peter Eidam sagt: „Ganz ehrlich, halte ich nicht so viel von guten Vorsätzen zum neuen Jahr. Man muss sich doch ständig neuen Situationen stellen, sich neu orientieren und auch anpassen. Und: Viele Dinge lassen sich einfach nicht steuern.“ Eidam hält sich privat alles offen. Was die Gemeinde Weimar angeht, lässt er sich eher auf ganz konkrete Aussagen ein.

„Natürlich möchte ich mithelfen, die Kommune weiter voranzubringen. Das ist immer mein Anspruch. Zudem soll die gute Zusammenarbeit der Bürgerschaft, der Gremien und der Verwaltung fortgesetzt werden. In Sachen Flüchtlinge wünsche ich mir im Miteinander Entspannung und keine Spannungen.“

Somogyi wünscht sich friedvolles Miteinander

Da schließt sich Christian Somogyi, Bürgermeister der Stadt Stadtallendorf, gerne an. „2016 soll es im Miteinander friedvoll bleiben.“ Des Weiteren wünscht er sich: „Ein weiter anhaltendes tolles Engagement aus der Bürgerschaft und eine leistungsstarke Wirtschaft.“

Persönlich möchte Somogyi sich ein bisschen mehr Zeit für Familie und Freunde gönnen und auch auf ausreichend Bewegung achten.

„Ich könnte noch etwas abnehmen“, sagt er. Und er verspricht, seine gefassten Vorsätze mal aufzuschreiben, damit sie präsent bleiben und er später im Jahr 2016 ein kleines Resümee ziehen kann, ob das so hingehauen hat.

von Carsten Beckmann und Götz Schaub

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