Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Gewitter

Navigation:
Mit einem Bier zur Kandidatur

Studentenparlament Mit einem Bier zur Kandidatur

Es war ein langer Abend mit hitzigen Diskussionen. Wo Hochschulpolitik gemacht werden sollte, ist vor allem viel Bier geflossen.

Voriger Artikel
Virologische Forschung in Deutschland ist gut vernetzt
Nächster Artikel
Tuberkulose-Forscher wird geehrt

Mit einer Bierflasche in der Hand, wie auf diesem Themenfoto, stellte sich Madelaine Stahl zur Wahl.

Quelle: Archiv

Marburg. Um 20 Uhr versammelte sich das 50. Studentenparlament zur konstituierenden Sitzung im Hörsaal H der Philosophischen Fakultät. Gegen 1 Uhr nachts war es dann zur Erleichterung einiger Parlamentarier vollbracht. Im Mittelpunkt der langwierigen Sitzung stand die Wahl eines neuen Präsidiums. 41 Parlamentarier, die vor einigen Monaten von der Studentenschaft gewählt wurden, stimmten darüber ab, wer das Amt des Präsidenten bekleiden soll. Gewählt wurden ebenso zwei Stellvertreter.

Madelaine Stahl (CampusGrün) löst Sandra Seidenglanz (Jusos) als Präsidentin ab. Mit Bierflasche am Rednerpult stellte sich Stahl, die Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften studiert, der Kandidatur. Auf Nachfrage des RCDS zum Pils am Pult hieß es lapidar: „Ich kann Bier trinken und trotzdem klar denken.“ Der Aussage folgte ein provokativer Zug an der Flasche. Stellvertreter wurden Jamal Lutz (Demokratische Linke) und Dünja Asfandiar (Grünen).

Kritik gegenüber dem alten Präsidium bestimmte zusammen mit dem Streitthema der Geschäftsordnung den Abend. Inkompetenz warfen die Grünen und die Liberale Hochschulgruppe (LHG) dem vorigen Präsidium vor: „Es ist viel schief gelaufen. Von der Geschäftsordnung hatte das alte Präsidium keine Ahnung“, meinte Präsidentschaftskandidat Martin Pellengahr (Grüne), der seine Kandidatur nach einer Auseinandersetzung mit dem linken Lager zurückzog.

„Im vergangenen Jahr beanspruchten die Jusos das Amt des Präsidenten für sich, da sie stärkste Partei waren. In diesem Jahr haben wir die meisten Sitze bekommen. Wir finden es befremdlich, dass diese Regelung jetzt einfach übergangen wird“, erklärte Jan Sollwedel (Grüne). Der Asta-Referent der Grünen Tassilo Köhler beklagte zudem im Gespräch mit der OP, dass er von den Asta-Beratungsgremien ausgeschlossen wurde. Grund dafür sei, dass er dem anderen Lager angehöre: „Es sind mittlerweile nur noch zwei Referenten von den Grünen im Plenum, der Rest ist links. Nachdem es an der Mehrheit gescheitert ist, mich rauszuwählen, mobben sie mich jetzt raus.“

Eine Koalition kam noch nicht zustande: „Ich gehe davon aus, dass sich ,CampusGrün‘ und die restlichen linken Gruppen zusammenschließen“, sagte Alterspräsident Benjamin Oette. Auch die Frage nach dem Asta-Vorstand und den Asta-Referenten wurde vertagt: „Es gab ein formelles Problem, da keine schriftlichen Bewerbungen vorlagen,“ sagte Oette.

von Annika Sikorra

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr