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Mit der Kamera in die alte Heimat

Filmprojekt Mit der Kamera in die alte Heimat

Die Idee trug er über Jahre mit sich herum. Für die Umsetzung kündigte er seinen Job und setzt alles auf eine Karte. Das eigene Drehbuch, die eigene Serie. Ob das Projekt Erfolg hat, muss sich jedoch erst noch zeigen.

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Erkan Sulcani (von links), Ilker Yigit, Tom-Veit Weber und Franz Hildebrandt-Harangozó – die Hauptdarsteller von „Helden der Hauptstadt“.

Quelle: Privat

Marburg. Es sind die überraschenden Wendungen, das Unerwartete und die kleinen und großen Dramen innerhalb der Erzählung. Welterfolge wie „Die Sopranos“ oder „Game of Thrones“ hat Ingo Vollenberg natürlich gesehen. „Ich bin ein echter Serienjunkie“, sagt er über sich selbst. Schon während seiner Studienzeit an der Marburger Philipps-Universität hatte der heute 34-Jährige den Wunsch, eine eigene Serie zu drehen. „Damals ist es eher an der Technik gescheitert“, sagt Vollenberg.

"Helden der Hauptstadt" heißt das Serienprojekt von Ingo Vollenberg. Neben Berlin und Prag ist auch Marburg ein Schauplatz der Internet-Serie, die im kommenden Frühjahr zu sehen sein wird.

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Die Qualität seiner Camcorder-Aufnahmen überzeugte den Germanistik-Studenten einfach nicht. Was blieb, war die Begeisterung fürs Filmen und das befriedigende Gefühl, eine Idee mit Freunden umgesetzt zu haben. Vollenberg beendete sein Studium in Marburg und zog nach Berlin. Dort arbeitete er als Redakteur für ein Online-Boulevard-Magazin. Alles hätte so weitergehen können. Hätte ...

Der entscheidende Moment kam im Juli dieses Jahres. Bis dahin hatte er neben seiner normalen Arbeit an der Serien-Idee „Helden der Hauptstadt“ gearbeitet. Das Projekt nahm immer mehr Gestalt an und damit auch Zeit in Anspruch. Vol­lenberg musste sich entscheiden. „Ich wollte keine halben Sachen machen“, sagt er heute. Die Konsequenz: Vollenberg kündigte seinen Job, um sich ganz und gar seiner Passion zu widmen.

Kulturen und Vorurteile treffen aufeinander

Den Lebensunterhalt sichert er sich seither stundenweise durch die Nebenjobs an zwei Berliner Schulen. Eine „anstrengende, aber schöne Arbeit“, sagt Vol­lenberg. Und die Hauptsache: Die Tätigkeit bietet ihm genügend Freiraum, sich um die Aufnahmen und die Postproduktion der Serie zu kümmern.

Die Geschichte seiner „Hauptstadthelden“ handelt von Max, der nach seinem Studienaufenthalt in Marburg wieder in seine alte Heimat nach Berlin-Neukölln zurückkehrt. Dort trifft der Mittzwanziger bei einer Maßnahme des Arbeitsamts auf seine alten Jugendfreunde Hassan und Agron. Das anschließende Zusammentreffen der Beteiligten mit der studentischen Dreier-WG von Max sorgt für ein Aufeinandertreffen verschiedenster Ansichten und bestehender Vorurteile. Vollenberg hat die Drehbücher für die fünf Folgen geschrieben und kümmert sich um die Regie. Dass die Geschichte der Serie einige Gemeinsamkeiten mit seinem eigenen Leben aufweist, ist dem Fakt geschuldet, dass Vollenberg nur das erzählen möchte, was er selbst kennt.

Im Unterschied zu vielen anderen Serien werden deshalb beispielsweise auch immer die Original-Schauplätze genannt. Da das Projekt auch nicht dem Zwang einer großen Produktionsfirma unterliegt, nimmt sich der 34-Jährige die Freiheit, die Folgen unterschiedlich lang zu gestalten. „Ich möchte die Geschichten fertig erzählen, deswegen kann es vorkommen, dass eine Folge mal 26 Minuten lang ist, eine andere vielleicht 32 Minuten dauert.“

Zwei Hauptrollen innerhalb der Serie übernahmen Freunde, die übrigen Rollen besetzte er mit Schauspielern. „Die Castings dafür sind explodiert. Mit solch einer Reaktion hätte ich niemals gerechnet. Ich weiß noch, dass wir uns für eine Nebenrolle mehr als 30 Personen an einem einzigen Abend angeschaut haben“, sagt Vol­lenberg.

Spontane Helfer beim Dreh in Marburg

„Eigentlich wollte ich in diesem Jahr nur die Pilotfolge drehen und die restlichen Teile dann erst in 2015“, sagt der ehemalige Marburger. Nach einem Gespräch mit einem Kenner der Filmbranche entschloss sich Vollenberg jedoch dazu, die fünf Folgen ab Juli in einem Aufwasch zu drehen. Darunter auch die in der Serie als Rückblende auftauchende „Marburg-Szene“.

Für die Aufnahmen in der Unistadt fand sich am vergangenen Wochenende ein kleines Team in der Oberstadt zusammen. Darunter auch Menschen, die sich spontan als Statisten zur Verfügung stellten. „Eine wirklich schöne Erfahrung“, sagt Vollenberg, der auch mit einer Marburg-Premiere für die Serie liebäugelt. Ob das Projekt wirklich ein Erfolg wird, kann Vol­lenberg noch nicht abschätzen. „In etwa zwei Wochen dürften wir mit den Dreharbeiten durch sein“, sagt er. Am 26. Dezember soll dann der erste Teil offiziell die Internet-Premiere feiern. Auf welcher Plattform (You­-tube, MyVideo etc ...) diese stattfindet, wird noch verhandelt. Einmalig ist das Projekt auf jeden Fall: „Ich kenne keine deutsche Internetserie in diesem etwa halbstündigen Format.“

Mehr Infos zum Serienprojekt gibt es auf der Homepage http://www.helden-der-hauptstadt-serie.de und auf der Facebook-Seite www.facebook.com/heldenderhauptstadt.

von Dennis Siepmann

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