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OP-Jubiläumsserie: Persönlich

Mit der Arbeit am Rad der Zeit drehen

Weil er unzufrieden war mit der Berichterstattung der OP über die Jugendmannschaft von Blau-Gelb Marburg, marschierte Till Conrad Ende der 70er-Jahre in die Sportredaktion. Er wollte es besser machen und begann als Freier Mitarbeiter bei de OP.
Till Conrad (55) ist Stellvertretender Chrefredakteur der Oberhessischen Presse. Foto: Nadine Weigel

Till Conrad (55) ist Stellvertretender Chrefredakteur der Oberhessischen Presse.

© Nadine Weigel

Name: Till Conrad
Alter: 55
Wohnort: Oberrosphe
Familienstand: verheiratet, 1 Kind
Erlernter Beruf: Lehramt Geschichte und Sozialkunde, Redakteur
Bei der OP seit: 1988
Werdegang bei der OP: Freier Mitarbeiter, Redaktionsassistent, Volontär
Beruf heute: Stellvertretender Chefredakteur

Nach Abitur, Studium und Zivildienst folgte 
eine Anstellung als Redaktionsassistent, schließlich ein 
Volontariat. „Nach der Wende 
schickte mich der Chefredakteur mit sanftem Druck für 
einige Monate zu der von der OP neu gegründeten Eise­nacher Zeitung. Diese Zeit war die aufregendste und lehrreichste“, erzählt er.

„Die technischen Möglichkeiten waren 
begrenzt. Die Übertragung der Daten nach Marburg war abenteuerlich. Weil es kaum Telefone gab, musste alles von Angesicht zu Angesicht recherchiert werden. Außerdem waren die Probleme in Eise­nach viel erheblicher als in Marburg. Dort ging es um die Aufdeckung von Stasi-Spitzeln, verseuchtes Wasser und die Schließung großer Firmen“, sagt Conrad.

„Alles, was wir geschrieben haben, hatte direkte Konsequenz. Man hatte oft das Gefühl, ein bisschen am großen Rad der Zeit zu drehen.“

Auch heute bestimmt diese Erfahrung sein Herangehen an journalistische Texte: „Wir haben Verantwortung wahrzunehmen.“ Es sei das Wichtigste, die Sichtweise des Lesers einzunehmen und dessen Partei zu ergreifen.

Besonders in Erinnerung bleibt ihm die WM 2006, das „Sommermärchen“. Er war damals Chef der Sportredaktion. „Wir veranstalteten für unsere Leser Public Viewings. Die Atmosphäre bei den Deutschlandspielen war außergewöhnlich – ein Riesen-Event.“

von Lisa-Martina Klein


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