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Mit dem Bus direkt zum Aquamar

Behindertenbeirat stellt Forderung Mit dem Bus direkt zum Aquamar

Der Behindertenbeirat der Stadt fordert schon seit Jahren einen direkten Stadtbus zum Aquamar. Ab dem 11. April soll die Linie 20 dorthin fahren.

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Noch fährt die Stadtbuslinie 20 zur Uni-Bibliothek. Ab 11. April wird die neue Endhaltestelle das Aquamar sein.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Bis zum vorigen Fahrplanwechsel ist die Linie 20, aus Richtung Marbach und Rotenberg kommend, einmal pro Stunde über Erlenring und Universitätsbibliothek (UB) zum Hauptbahnhof gefahren. Seit Dezember endet sie nun an der UB.

Ab 11. April fährt der sogenannte Midi-Bus, der auch auf der Linie 10 vom Hauptbahnhof zum Schloss und der Linie 16 vom Lahntor nach Dilschhausen eingesetzt wird, nicht mehr zur UB, sondern zur neuen Endhaltestelle Aquamar. „Auch hier wollen wir den Bürgerwillen konsequent umsetzen und gemeinsam mit den Stadtwerken für noch mehr Service im öffentlichen Personennahverkehr sorgen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD).

Freude bei Anwohnern des Rotenberg und der Marbach

„Wir freuen uns über diesen ersten Schritt einer direkten Anbindung“, sagt Dr. Heinz Willi Bach, Zweiter Vorsitzender des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf und Mitglied des Behindertenbeirats. „Aber das kann nicht das Ende unserer Bemühungen sein.“ Der letzte Bus der Linie 20 fährt montags bis freitags kurz vor 19 Uhr vom Aquamar ab, samstags sogar schon kurz vor 16 Uhr. Sonntags verkehrt die Linie 20 überhaupt nicht. Da gebe es nach Bachs Auffassung noch Nachbesserungsbedarf. Schließlich habe das Schwimmbad wochentags bis 22 Uhr, am Wochenende bis 21 Uhr geöffnet.

Allerdings wird die Linie 20 künftig auch in den Sommerferien und Weihnachtsferien fahren, was bisher nicht der Fall war. Das dürfte auch die Anwohner am Rotenberg und in der Marbach freuen. Es entfällt allerdings montags bis freitags die erste Fahrt um 6.10 Uhr ab Behringwerken und um 6.47 Uhr ab Erlenring. Auch der letzte Bus um 19.10 Uhr ab Behringwerken wird gestrichen. Samstags ändert sich nichts.

In der Vergangenheit hatte sich der Behindertenbeirat wegen der direkten Stadtbus-Anbindung des Aquamars mehrfach an den Magistrat gewandt. „Die Anträge wurden abgelehnt, man zeigte sich hartleibig“, klagte Bach im September bei einem Vor-Ort-Termin gegenüber der OP.

Oberbürgermeister engagiert sich für Busanbindung

Doch in der folgenden September-Sitzung des Behindertenbeirats deutete sich eine Wende an. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), der letztmals an einer Sitzung des Gremiums teilnahm, wies darauf hin, dass der Antrag jetzt zum richtigen Zeitpunkt gestellt wird, um noch im Nahverkehrsplan Berücksichtigung finden zu können.

Mit Vaupels Nachfolger Dr. Thomas Spies sei die Angelegenheit in der Dezember-Sitzung des Behindertenbeirats noch einmal erörtert worden, berichtet Bach. Der neue OB habe sich dann bei Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren für die Bus-Anbindung eingesetzt. Schüren hatte bereits im September auf OP-Anfrage zugesagt, noch einmal über die Frage nachzudenken, ob ein Bedarfsverkehr zum Aquamar organisiert werden kann.

„Wir hoffen, dass die neue Anbindung nun auch von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird“, erklärt die Geschäftsführerin von Stadtwerke-Marburg-Consult, Birgit Stey. Das unterstreicht auch Bach und fordert, das Angebot „muss ausreichend beworben werden“. Denn auch die mangelhafte Werbung sei schuld daran gewesen, dass das Pendelbus-Angebot vor 14 Jahren vom Rudolphsplatz zum Aquamar nicht angenommen und schließlich eingestellt worden war.

Eines ist jetzt schon sicher: Die neue Bus-Verbindung zum Aquamar ist attraktiver als ein Pendelverkehr, weil die Linie 20 auch die zentralen Umsteige-Haltestellen Gutenbergstraße und Philippshaus bedient. Vor allem die zuletzt Genannte sei besonders für blinde und sehbehinderte Fahrgäste attraktiv, betont Bach, da es dort bereits das neue Fahrgast-Informationssystem gibt. An den Masten könne auch eine Ansage über die Reihenfolge der Busse abgerufen werden.

von Michael Arndt

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