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Mit Zwiebeltaktik zum Turbo-Netz

Anschluss für den L@ndkreis Mit Zwiebeltaktik zum Turbo-Netz

Mit High-Speed in die Zukunft - die Stadtwerke Marburg wollen das Glasfasernetz für 60 Millionen Euro in der gesamten Stadt ausbauen. In Bauerbach soll das Pilotprojekt den Weg weisen.

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Setzen auf eine Zukunft mit High-Speed-Internet in ganz Marburg: (v.l.) Hermann Uchtmann, Franz Kahle, Rainer Kühne, Egon Vaupel, Lars Witter und Johannes Hühn besichtigen das Stadtwerke-Pilotprojekt in Bauerbach.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Bis zum Ortsschild sollte das moderne FTTH-Glasfasernetz eigentlich schon liegen. Die Witterung machte einen Strich durch die Rechnung. An dem Vorhaben des städtischen Unternehmens ändert das nichts. Mit dieser Technik sollen alle Marburger Ortschaften angeschlossen werden - wenn die Bürger das denn auch möchten. „Um ein Angebot wirtschaftlich betreiben zu können, benötigen wir eine Zusage von 20 Prozent aller Bauerbacher“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsfüher Rainer Kühne. 1,4 Millionen Euro soll die Erschließung an die Kabeltrasse kosten.

Wie viel im Einzelfall für den Eigentümer anfallen, das konnte Kühne nicht beantworten. Dabei sei das, so erzählt Johannes Hühn, stellvertretender Ortsvorsteher der knapp 1600 Einwohnergemeinde, die am meisten gestellte Frage. Zwischen 1000 und 1500 Euro für jeden Hausanschluss werden gemunkelt. „Wir werden uns an marktüblichen Größen orientieren“, sagt Kühne. Auf einer Bürgerveranstaltung an diesem Freitag, 14. Dezember, ab 17 Uhr im Bürgerhaus wollen die Stadtwerke informieren.

„Der Bedarf ist da“, sagt Hühn vorab. In Bauerbach, mit seiner Nähe zur Uniklinik, wohnen zahlreiche Bürger mit akademischem Hintergrund, sind auf das Internet angewiesen. Das weiß auch Egon Vaupel, der sich beim symbolischen Spatenstich mit Bürgermeister Franz Kahle ein Bild vor Ort verschafft hat. „Schnelles Internet ist für einen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort unerlässlich. Wir müssen die Weichen für die Zukunft stellen“, sagt das Stadtoberhaupt.

Und das soll mit dem Glasfasernetz der Stadtwerke möglich sein. Die Datenautobahnen seien auch auf die Geschwindigkeiten der nächsten 40 Jahre ausgelegt, erklärt Rainer Kühne. Für Vaupel ist es der Einstieg in den notwendigen Ausbau für die Universitätsstadt, um auch in der Fläche attraktiver zu werden. Auch für Studenten, die im Stadtzentrum keine Wohnung gefunden haben. Darüber hinaus stelle die Arbeitswelt neue Anforderungen. „Dieses Projekt bietet für Wohnen und Arbeiten die notwendige Infrastruktur.“

Komplettpaket aus Internet, TV und Telefon

Die Stadtwerke wollen den Bürgern ein Paket zum Internet auch gleich das Gesamtpaket mit TV und Telefon anbieten. „In den vergangenen acht Jahren haben wir 50 Kilometer Glasfaser und 75 Kilometer Leerrohre in Marburg verlegt. Das Ganze wird vornehmlich gewerblich genutzt“, erklärt der Stadtwerke-Chef. Jetzt wolle das Unternehmen in die Breite gehen, alle Stadtteile nach und nach das das Turbo-Netz anschließen. „Wir arbeiten uns von außen nach innen vor“, erklärt Kühne.

Für diese Zwiebeltaktik sind 60 Millionen Euro eingeplant. In Bauerbach soll pünktlich zum 775-jährigen Jubiläum 2013 das Auftaktprojekt abgeschlossen sein. Vorausgesetzt: Es finden sich genügend Bauerbacher, die sich anschließen möchten. Eine Zusage haben die Stadtwerke schon einmal. Hermann Uchtmann, Fraktionsvorsitzender der Marburger Bürgerliste und selbst Bauerbacher, freut sich auf das neue Netz. „Das wird ein großer Vorteil für Bauerbach. DSL gab es bisher nur über Funk.“

Für Franz Kahle ist das Millionenprojekt ein wichtiger Baustein. Die anfallenden Kosten für die Eigentümer bewertet er als Investition in die Zukunft. „Die Stadtwerke als halböffentliches Unternehmen arbeiten natürlich für die Bürger“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende. „Aber wir müssen auch kostendeckend arbeiten.“ Vaupel ergänzt: „Wer zieht heutzutage noch in eine Wohnung, die nicht über schnelles Internet verfügt? Niemand.“ Daher sei ein Hausanschluss eine Investition in den Wert der Immobilie. Für die Stadtwerke werde die Komplettversorgung Marburgs zwar eine Mammutaufgabe. „Umso mehr freuen wir uns, mit dem Pilot tprojekt in Bauerbach starten und 2013 High-Speed-Internet anbieten zu können.“

  • Im Bürgerhaus Bauerbach präsentieren die Stadtwerke am Freitag, 14. Dezember, um 17 Uhr das Bauprojekt. Alle Bürger sind eingeladen und können ihre Fragen an die Experten richten. 

von Carsten Bergmann

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