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Mit Talent, Fleiß und Liebe zum Detail

Kunstvolles Handwerk Mit Talent, Fleiß und Liebe zum Detail

Die Häschenschule: Sie ist derzeit in der Hofstatt zu finden. Die Marburger Hobbykünstlerin Dorothea Bamberger präsentiert mit ihren kleinen selbst gemachten Hasenfiguren humorvolle und fantasievolle Szenen.

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Dorothea Bamberger und ihr Ehemann Wolfram dekorieren ihr Schaufenster mit selbstgefertigten Hasenfiguren.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wer das Schaufenster in der Hofstatt einmal entdeckt hat, wird immer wieder dorthin kommen, um sich überraschen zu lassen. Das ist keine Frage des Alters. Das Ehepaar Dorothea und Wolfram Bamberger, dem das Haus in der Oberstadt hat nichts zu verkaufen, aber sehr viel zu zeigen. Dorothea Bamberger stellt regelmäßig Puppenstuben aus. Sie erzählt mit ihren selbst gefertigten Figuren Geschichten, wie man sie aus Kinderbüchern kennt. Passend zur Osterzeit ist zum Beispiel unter anderem die Häschenschule zu sehen.
Häschen, die vor dem Rechenschieber sitzen oder den Malpinsel in der Hand halten. Natürlich sind alle Schüler ordentlich gekleidet, mit Hemd, Pullunder und Hose. Und die im Kunstunterricht tragen ihren weißen Malkittel. Zwischen den einzelnen Kulissen bewegen sich süße Osterhasen, einer schiebt zum Beispiel eine Schubkarre mit weißen Eiern.
Das Besondere: Die Figuren und Puppenmöbel sehen nicht nur gut aus, sondern sind alle selbst gemacht. Alles, was nicht aus Porzellan, Glas oder Metall besteht, hat Dorothea Bamberger selbst gefertigt. Die Ideen und Vorlagen für ihre Figuren findet die gelernte Modistin häufig in Kinderbüchern. Mit Fantasie und Fleiß setzt sie sich dann an die Arbeit und stellt die Figuren, ihre Kleidung und die Accessoires her. Angefangen hatte alles vor mehr als zehn  Jahren  mit der Häschenschule, dann kamen immer neue Ideen dazu. „Das ist mein Hobby geworden“, sagt die Marburgerin bescheiden.
Früher restaurierte sie alte Puppenstuben für Sammler und Museen und fing dann im Ruhestand an, aus dem Beruf ein Hobby zu machen. Ein Hutsalon, eine Kirmes, ein Weihnachtsmarkt oder ein Oktoberfest kommen zu ihr ins Schaufenster – je nach Jahreszeit und je nach Lust und Laune.

Confiserie kommt nach Ostern

Nach den Osterferien möchte Dorothea Bamberger ihre neue Confiserie präsentieren – in Miniaturform natürlich. Dann werden Bambergers wieder einen Vormittag in ihrem Schaufenster verbringen und die Häschen gegen „Pralinen“ und bunte „Obst- und Sahnetorten“ austauschen. Und dann können die Betrachter noch viel mehr über handwerkliches Geschick und Liebe zum Detail staunen.
400 unterschiedliche Pralinen hat die Meisterin hergestellt, keine ist größer als ein Zentimeter. Bambergers Köstlichkeiten sind nicht aus Schokolade oder Sahne, sondern aus Ton. Ob sie dafür viel Mühe hatte? Dorothea Bamberger lächelt. Ihr Ehemann stellt klar: „Das sind mehrere Monate Arbeit gewesen.“ Zeit, die Dorothea Bamberger sehr gern in  ihrer Werkstatt verbringt. Umso mehr freut sich das Ehepaar, wenn Kinder und Erwachsene aus dem Staunen nicht mehr raus kommen, wenn sie zufällig oder gezielt die Schaufensterdekoration anschauen. Wer Glück hat und die Hausbesitzer selbst antrifft, kommt mit dem freundlichen Ehepaar ins Gespräch – und wird dann erst recht Stammgast am Schaufenster in der Hofstatt.  
von Anna Ntemiris

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