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Mit Rolltreppe hinauf zum Prunkstück

Oberstadt Mit Rolltreppe hinauf zum Prunkstück

Die Oberstadt ist das Marburger Prunkstück. So schön es zwischen Steinweg und Barfüßertor auch ist, vor allem für Gehbehinderte ist die Flaniermeile nicht gerade leicht zu erreichen.

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So könnte ein Modell in der Oberstadt ausschauen: Vom Hanno-Drechsler-Platz führen Rolltreppen hinauf zur Barfüßerstraße. Für Bürgermeister Kahle kommt dieser Vorschlag nicht in Betracht. Montage: Alexander Pavlenko / Foto: Thorsten Richter

Quelle: Pavlenko (Montage)

Marburg. Rutschiges Kopfsteinpflaster, steile Hänge, besonders vom Allianzhaus über den Hanno-Drechsler-Platz hoch zur Barfüßerstraße entpuppt sich der Einkaufsbummel als Kraxeltour. Die CDU macht sich Gedanken, wie die Anbindung der Oberstadt besser funktionieren könnte. In einem Antrag heißt es: „Der Magistrat wird gebeten, bezüglich einer besseren Verbindung von Gutenbergstraße zur Barfüßerstraße zu prüfen, ob diese durch eine Außen-Rolltreppe oder eine andere Maßnahme bewerkstelligt werden kann.“ Per Rolltreppe Berg hinauf. Ähnliche Projekte gibt es in Frankfurt am Hauptbahnhof und auch in Gießen. In der Nachbarstadt helfen die fahrenden Stufen dabei, das „Elefantenklo“, die Brücke in der Innenstadt, zu erklimmen.

Bürgermeister Franz Kahle (Grüne) ist grundsätzlich dafür, die Oberstadt besser anzubinden, leichter erreichbar zu machen. Bei einer Außen-Rolltreppe hat er jedoch seine Zweifel. Aus mehreren Gründen. Da wäre zum einen die Anfälligkeit durch die Witterungsbedingungen. Erfahrungen in anderen Städten zeigen, wie oft die Treppen außer Betrieb sind, weil Schäden aufgetreten sind. Dazu komme die Optik: Aluminium-farbene Geländer passen nach Meinung Kahles so gar nicht in das Bild der Stadt. Das dritte Argument, das am stärksten gegen Rolltreppen am Hanno-Drechsler-Platz spricht, ist die mangelnde Nutzung für Menschen mit Gehbehinderung. „Eine Rolltreppe hilft denjenigen nicht weiter, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind“, sagt Kahle.

Bürgerbüro mit Verbindung zur Einkaufsmeile

Den Grundansatz findet der Bürgermeister aber klasse und gewährt Einblicke in Planungen, die das Bauamt anstellt. So ist die Verwaltung im Gespräch mit dem Vorstand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Hintergrund sind die Parkplätze an der Uni-Straße, gegenüber dem Kaufhaus. Die Stellflächen für ihre Kunden wollen die Banker in jedem Fall behalten. Die Form jedoch ist flexibel.

Konkret heißt das: Kahle plant an dieser zentralen Lage den Bau eines neuen Stadtbüros. Das Hochbauamt skizziert schon Lösungen: Mit einer Tiefgaragenlösung könnten die Stellflächen erhalten bleiben. Das Stadtbüro hätte an dieser Stelle eine weitaus zentralere Position als heute in der Frauenbergstraße. Der große Vorteil: An dem Neubau an der Unistraße könnte auch ein Aufzug entstehen, der die Bürger zumindest bis auf die Anhöhe an der Straße Am Plan fahren könnte.

Das wäre zwar noch immer nicht direkt in der Oberstadt. Von dort aus seien es aber nur noch 50 Meter bis zur Barfüßerstraße. Der Stadt stehen Am Plan 3 drei Garagen zur Verfügung. Eine davon könnte als Ein- und Ausstiegspunkt für den Aufzug umgebaut werden. Für den Bürgermeister die bessere Lösung, die sich gut in das Stadtbild integrieren lasse, Barriefreiheit garantiere, die Oberstadt besser anbinde und darüber hinaus das Bürgerbüro zentraler positioniere. Einen Zeitplan, wann das Bauvorhaben in die Tat umgesetzt werden könnte, gibt es noch nicht. Kahle verspricht aber: „Sowohl Oberbürgermeister Vaupel als auch ich sind in Gesprächen mit dem Sparkassen-Vorstand. Uns ist das Problem bewusst und wir wollen eine Lösung finden.“

Wird das Projekt in Angriff genommen, bedeutet das für die Innenstadt noch eine Großbaustelle mehr. Die Stadthallen-Sanierung, eventuell der Neubau des Allianzhauses, dazu die Verkehrsveränderungen in der Nordstadt und das Riesenprojekt Campus Firmanei.

von Carsten Bergmann

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