Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Mit Pferdekraft zum Brandeinsatz

130 Jahre Feuerwehrspritze Mit Pferdekraft zum Brandeinsatz

130 Jahre ist sie alt, die historische Cappeler Feuerwehrspritze, der ganze Stolz der Wehr. Bis heute ist sie voll funktionsfähig. Am Sonntag, 18. August, wird Spritzenfest gefeiert.

Voriger Artikel
Alkoholsüchtiger bedroht Sanitäter und Polizisten
Nächster Artikel
"Überwältigende Resonanz" auf Partyplanung

Die Freiwillige Feuerwehr Cappel bei der Brandbekämpfung wie vor 130 Jahren. Wehrführer Peter Bartelmess auf dem Bock an der Spritze und seine Mannschaft an der großen Pumpe.Foto: Ina Tannert

Cappel. Frisch geschliffen und poliert glänzt das historische Gespann samt Spritze und Pumpe auf dem Hof der Feuerwehr in der Sonne. In den vergangenen Wochen hat die gut gepflegte Spritze ihren letzten Feinschliff erhalten. Vor 130 Jahren wurde sie gebaut, um der Cappeler Feuerwehr bei der Brandbekämpfung zu dienen.

Die Spritze funktioniert bis heute. „Sie ist eine seltene Rarität“, erzählte Wehrführer Peter Bartelmess stolz. Die Freiwillige Feuerwehr Cappel wurde 1926 gegründet. Dadurch wurde die 1880 für den Cappeler Brandschutz ins Leben gerufene Pflichtfeuerwehr aufgelöst. Die Gemeindeverwaltung schaffte die Gespann-, Handdruck und Saugspritze bereits im Jahr 1883 an. Sie war wahrscheinlich eines der ersten Feuerwehrfahrzeuge in Cappel.

Anfangs wurde das Fuhrwerk noch mithilfe von zwei Pferden gezogen, bis später ein Traktor diese Arbeit übernahm. Auf dem Wagen können zwei Fahrer Platz nehmen, die selbst saugende Pumpe muss von mindestens acht Personen, besser zehn bis zwölf, bedient werden. Eine anstrengende, schweißtreibende Arbeit.

Spritze fördert 250 Liter Wasser in der Minute

Abhängig von der Leistung der Pumpmannschaft, fördert die Spritze bis zu 250 Liter Wasser in der Minute. Die Pumpe schafft eine Saughöhe von bis zu acht Metern und steht damit heutigen modernen Geräten in (fast) nichts nach, erklärt Wehrmitglied Peter Broehl. Das Wasser kann bis zu 28 Meter weit und über 20 Meter hoch transportiert werden. Die Spritze wurde vermutlich bis in die 40er Jahre bei der Brandbekämpfung eingesetzt. Erst danach ist das erste Feuerwehrauto in Cappel erwähnt. Zuletzt wurde die gut gepflegte Spritze Ende der 80er Jahre in vielen Arbeitsstunden restauriert und aufgearbeitet. Sie funktioniert nach wie vor einwandfrei, erzählten die Wehrmitglieder stolz.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr