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Mit Muskelkater vom Lachen ins Ziel

Oldtimer-Fahrt Mit Muskelkater vom Lachen ins Ziel

Vier vor dem Zweiten Weltkrieg gebaute Modelle waren als älteste Autos mit am Start, als am Samstagmorgen die Oldtimer-Fahrt begann. Die Route führte zunächst in den Ostkreis.

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Ganz schön alte flotte Flitzer auf den Straßen rund um Marburg: ein VW Käfer Cabrio von 1974, ein Ford Taunus MK 2 von 1976 und ein Mercedes 220 von 1960.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Der Marburger Automobil Club (MAC) im ADAC veranstaltete am Samstag seine 31. Oldtimer-Fahrt. Der Regen beim Start dauerte nicht an, im Laufe des Tages kamen die Teilnehmer in den Genuss von schönstem Ausfahrtwetter. Das gefiel auch den Fotografen, die teils auf freiem Feld entlang der Straßen auf die Oldtimer warteten.

Die Mittagspause in Kirchhain beim Autohaus Funke wurde mit einer knappen Stunde Verspätung eingelegt, denn die Ausrichter hatten diesmal teils recht anspruchsvolle Orientierungsaufgaben gestellt. Doch die Teilnehmer nahmen‘s mit Humor. „Ein Fahrer sagte mir, er habe noch nie erlebt, dass er mit einem Muskelkater vom Lachen ins Ziel kam“, erzählte Mitorganisator Axel Lehfeld vom Marburger Automobil Club am Endpunkt im Polizei-Oldtimer-Museum bei Cyriaxweimar.

So ging es einst auf Urlaubsreise mit dem VW Käfer Typ 1 von 1957 samt Anhänger.

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Die Wertung erfolgte in zwei Hauptkategorien: der sportlichen Fahrt, an der elf Fahrer teilnahmen, und der touristischen Ausfahrt in mehreren jeweils nach Baujahren eingeteilten Fahrzeugklassen. Bei der sportlichen Wertung ging es nicht um Höchstgeschwindigkeit, sondern darum, anhand der ausgegebenen Unterlagen die Strecke selbst zu erarbeiten und die vorgeschriebene Durchschnittsgeschwindigkeit möglichst genau einzuhalten. Für Zeitunterschreitungen gab es Strafpunkte. Bei der touristischen Ausfahrt ohne Zeitwertung mussten unterwegs unter anderem Fragen beantwortet werden.

Das älteste Fahrzeug bei der Ausfahrt war ein Ford A Tudor Sedan von 1929 von Harald Krutwig aus Bad Berleburg. Er hat das Auto vor 36 Jahren „im Schrottzustand“ gekauft und es über sechs Jahre lang nach und nach restauriert. „Es hatte nur zwei Vorbesitzer in Dänemark, die es gefahren haben. 1938 wurde es in Kopenhagen abgemeldet, kam 1950 nach Deutschland und hatte seitdem bei mehreren Besitzern nur gestanden.“ Die Ausfahrt in Marburg, an der er zum fünften Mal teilnahm, sei etwas gewöhnungsbedürftig, meinte er. Zum Beispiel, weil in Orten mit Aufgabenstellung die Ausschilderung aufhöre. „Wir dachten manchmal schon, wir lernen alle Wohngebiete auf der Strecke kennen“, lachten er und sein Beifahrer Ernst-Heinrich Fuchs. Aber das sei toll, fand Krutwig. Bei ihnen im Wittgensteiner Land wäre es schwierig, eine Genehmigung für solch eine Streckenführung zu erhalten: „Hier freuten sich die Menschen überall und winkten uns zu, wenn wir vorbeifuhren.“

Bei der letzten Sonderprüfung am Polizei-Oldtimer-Museum musste man in möglichst genau 45 Sekunden eine Strecke samt Wendemanöver bewältigen. Da zeigte sich, dass Ernst-Heinrich Fuchs, der früher bei sportlichen Rallyes mitfuhr, mit der Stoppuhr umgehen kann. Der 40 PS starke Ford passierte nach genau 45,04 Sekunden die Lichtschranke.

von Manfred Schubert

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