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Mit Megaphon für kleinere Seminare

Uni-Senat Mit Megaphon für kleinere Seminare

Rund 100 Studierende machten den Beginn der Senatssitzung am Montag zum Happening: Sie stürmten den Saal und bekundeten anschließend lautstark Unmut über die Studienbedingungen.

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Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Gerade noch debattierten die Uni-Senatoren über eine Berufungsliste, da stürmte plötzlich eine bunt kostümierte Truppe unter Gitarrenklängen und bewaffnet mit einem Megaphon in den Senatssitzungssaal, bis in diesen wirklich kein weiterer Mensch mehr passte.

Foto: Nadine Weigel

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Mit dabei hatten die protestierenden Studierenden Transparente und rot bemalte Pappschilder , auf denen sie unter anderem kleinere Seminare und bessere Bildungsbedingungen an der Marburger Uni forderten. Und dann ergriff schon eine Studentin per Megaphon das Wort und machte ein Anliegen klar: „Wir wehren uns dagegen, dass es an der Hochschule nur noch um den Aspekt der ökonomischen Verwertbarkeit geht“.

Die Abschaffung von Zugangs- und Zulassungsbeschränkungen, mehr Veranstaltungen und Lehrende, die Abschaffung aller Gebühren für Bildung einschließlich der Verwaltungsgebühren und insgesamt eine Entbürokratisierung des Studiums: das waren nur einige der Forderungen, die in den von den Studierenden mitgebrachten Flyern nachzulesen waren. Die vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) unterstützte Aktion unter dem Motto „(Re)-Claim the Senat“ kam nicht völlig überraschend, sondern war zuvor in einer Pressemitteilung des Asta abgekündigt worden.

„Ich möchte das lernen, was mich interessiert. Kritische Bildung findet so gut wie nicht mehr statt“, beschwerte sich eine Studentin, „Wir brauchen Gelder weil wir mehr Tutorinnen wollen“, ergänzte ein Kommilitone. „Auch bessere Bedingungen für die Lehrenden sind nötig“, ergänzte ein Student.

Nach einer Viertelstunde ergriff dann Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause das Wort und bat die Studierenden um Verständnis, dass der Senat nicht sofort über alle Wünsche und Anregungen beraten können. Sie machte aber deutlich, dass das Präsidium konkrete Berichte über die Missstände und die Unzumutbarkeit der Studienbedingungen benötige, die dann an die verantwortlichen Politiker weitergereicht werden könnten. Es gehe jetzt aber auch nicht an, dass die Studierenden sich das Rederecht einfach per Megaphon erzwingen würden.

Das Anliegen der Studierenden, für bessere Studienbedingungen zu kämpfen, teilt die Präsidentin jedoch. Generell sei sie im permanenten Kontakt mit der Landesregierung, wobei sie schon mehrfach auf die Unterfinanzierung der Marburger Universität hingewiesen habe.

Um die Senatssitzung fortzuführen bat Krause die Studierenden dann nach einer halben Stunde, dass sie eine Abordnung von rund zehn Abgesandten bilden sollten, um für die kommende Woche ein Gespräch zu vereinbaren. Damit erklärten sich die Protestler einverstanden. Ein Großteil verließ den Saal, einige verfolgten die Sitzung weiter.

Dabei bekamen sie unter anderem mit, dass auch Professor Uwe Bicker der Vorsitzende des Marburger Hochschulrats dem Ansinnen der Studierenden positiv gegenübersteht. „Die chronische Unterfinanzierung der Universitäten beschäftigt den Hochschulrat seit langem“, sagte Bicker, der wegen seines turnusmäßigen Berichts über die Aktivitäten des Hochschulrats redete. Besonders die Universität Marburg sei finanziell schlecht ausgestattet und müsse unter anderem die hohen Energiekosten bewältigen.

von Manfred Hitzeroth

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