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Mit Jute-Säcken gegen den Überwachungs-Staat

Abhör-Skandal Mit Jute-Säcken gegen den Überwachungs-Staat

Sechs junge Marburger starten eine Hilfsaktion für den amerikanischen Geheimnisverräter Edward Snowden - mit Einkaufsbeuteln.

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Rettet Edward Snowden – so lautet der Appell, den die Studentinnen Elena Steinbrecher (27, r.), Annika Schmitt (24) und Anne Gabrikowski (23) an die Öffentlichkeit richten.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Das Ziel von Elena Steinbrecher (27) ist klar: „Eine simple Art der Meinungsäußerung möchte ich ermöglichen.“ Um jenem Mann zu helfen, der derzeit die Welt über die Überwachungsmethoden der Geheimdienste aufklärt: der US-Amerikaner Edward Snowden.

Die Angst der Aktivistin und die ihrer fünf Helfer Anne Gabrikowksi (23), Annika Schmidt (24), Fabian Lotz (24), Lena Zippermann und Katharina Otto-Kopp: Dass in zwei, drei Wochen die Person Snowden, das Thema Überwachungsstaat sowie der drohende Tod jeglicher Privatsphäre schon wieder niemanden mehr interessiert. „Dann gibt es den nächsten Skandal irgendwo und diese Sache kullert aus den Köpfen“, sagt Steinbrecher, Deutsch- und Lateinstudentin.

Sie will gegensteuern: 250 Jutesäcke hat sie gekauft, ließ sie mit einem Spruch, einer Forderung bedrucken: Save Snowden.

„Die Welt braucht solche mutigen Einzelkämpfer und wir alle sollten das zur Unterstützung tun, was wir tun können“, sagt die Mutter eines Sohnes. In ihrem Fall sei das der Protest-Stand am Elisabeth-Blochmann-Platz samt dem Verkauf von Jute-Säcken. „Allemal besser als bei Facebook auf einem Knopf ‚Ich mag Snowden‘ zu klicken.“ Es gehe ihr bei der Aktion nicht um das eigene Ego. „Ich will nur nicht auf Privatsphäre verzichten. Doch diese soll jedem genommen werden.

Entlarvend sei jedoch die Doppelmoral von Deutschland und anderen westlichen Staaten, die Snowden Hilfe, die ihm Asyl verwehren. „Das sogenannte Abendland behauptet immer wieder, wie moralisch überlegen es gegenüber Staaten sei, von denen Terror ausgeht. Aber in der Realität sieht das ganz anders aus: Bei Verpönten findet er eher Hilfe als etwa bei uns. Das macht mich wütend“, sagt sie.

von Björn Wisker

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