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Mit Informationen Ängste abbauen

HIV-Infektion Mit Informationen Ängste abbauen

Rund um den Welt-Aids-Tag will das Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf mit einer Kampagne aufklären, um Ängste zu nehmen.

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Dr. Birgit Wellenberg (von links), Dr. Cäcilia Zöller, Kirsten Fründt und Mario Ferranti setzen auf Aufklärung über Aids.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Noch bis Freitag, 4. Dezember, ist im Foyer des Gesundheitsamtes in der Leopold-Lucas-Straße in Marburg ein Informationsstand aufgebaut, mit Materialien zu den Themen HIV-Infektion, Aids und anderen sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten.

„Den Welt-Aids-Tag, brauchen wir den noch?“ Diese Frage stellte die Leiterin der HIV-Sprechstunde beim Gesundheitsamt, Dr. Cäcilia Zöller, um sie mit einem eindeutigen Ja zu beantworten.Die große Welle an HIV-Infektionen sei in den 1980er Jahren gewesen, sagte sie, aber auch heute seien weltweit 37 Millionen Menschen HIV-positiv. 37 Prozent davon hätten keinen Zugang zu inzwischen hochwirksamen Medikamenten, weil sie in den ärmsten Ländern der Erde lebten. In Deutschland sind Zöllers Auskunft nach 38.000 Menschen betroffen.

Umgang mit HIV-Infizierten im Alltag

Hierzulande seien die Bürgerinnen und Bürger gut informiert, trotzdem gebe es Ängste. Die Kampagne ziele darauf ab, zu reflektieren, wie der Umgang mit HIV-Infizierten im konkreten Alltag ist, so Zöller. „Würde ich mit einem positiv getesteten Menschen zusammenziehen, ginge ich zu einem HIV-infizierten Arzt und würde ich meine Kinder mit betroffenen Kindern spielen lassen“, solle hinterfragt werden. Mit gezielter Information sollen Ängste abgebaut werden.
Neben dem Gesundheitsamt biete vor allem die Aids-Hilfe Beratung und Begleitung für HIV-Positive an, berichtete Mario Ferranti. Sehr oft infiziert seien immer noch die Risikogruppen homosexueller Männer und Drogenkonsumenten, die deshalb in der Bevölkerung sehr häufig stigmatisiert werden, bedauerte Ferranti.

Daran habe sich in den letzten Jahrzehnten auch nichts Wesentliches geändert, bestätigte Landrätin Kirsten Fründt, gerade deshalb sei der Welt-Aids-Tag auch noch so wichtig. Die Infektionskrankheit sei aber fester Bestandteil der Gesellschaft. In vielen Familien werde das Thema auch offen angesprochen, aber leider nicht in allen. Offene Beratungsangebote und Information seien daher unerlässlich.

Offene Sprechstunde der Aids-Hilfe

Es gebe auch eine offene Sprechstunde bei der Aids-Hilfe, so Ferranti Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat bestehe in der Bahnhofstraße 27 die Gelegenheit, einen kostenlosen und vor allem anonymen Test zu machen.
Anders als früher, so hob Gesundheitsamtsleiterin Dr. Birgit Wollenberg hervor, werde heute möglichst schnell behandelt. Auch ihre Behörde biete neben der Beratung mittwochs von 12.30 bis 13.30 Uhr anonyme Tests an.

Vor allem junge Leute, oft in neuer Partnerschaft, würden die Angebote des Gesundheitsamtes annehmen, freute sie sich, „denn das ist ein großer Teil Verantwortung tragen.“ Weitere Informationen zu HIV gibt es im Internet unter www.bzga.de, www.aidshilfe.de und marburg.aidshilfe.de

von Heiko Krause

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