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Mit Highspeed in Biedenkopf unterwegs

Breitband Mit Highspeed in Biedenkopf unterwegs

Als „ganz, ganz wichtig für die Wirtschaft der Region“ bezeichnete Landrätin Kirsten Fründt (SPD) die Breitbandversorgung für den Landkreis.

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Sprachen in Biedenkopf über die Chancen, die schnelles Internet bietet: Marian Zachow (von links), Eberhard Flammer, Dr. Gunter Küchler, Kirsten Fründt. Dr. Uwe Schubert, Dr. Rolf Zajonc und Klaus Bernhardt.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Biedenkopf. Ein Jahr, nachdem im Steffenberger Ortsteil Quotshausen der Spatenstich für die kreisweite Datenautobahn gesetzt wurde, erfolgte im Parkhotel Biedenkopf die offizielle Inbetriebnahme des ersten Ausbaugebiets. Dieses umfasst neben den Kommunen Biedenkopf und Breidenbach auch die Orte Quotshausen (Steffenberg), Wolfgruben (Dautphetal) und Oberasphe (Münchhausen).

Groß war die Freude bei den rund 60 anwesenden Vertretern aus Politik und Wirtschaft, als Landrätin Kirsten Fründt und Telekom-Mitarbeiter Frank Bothe auf den symbolischen Knopf drückten. Zwei Lampen leuchteten auf und signalisierten: Das Breitbandnetz ist in Betrieb.

Kirsten Fründt hob die hessenweite Vorreiterrolle hervor, die der Landkreis bei der Breitbandversorgung eingenommen habe. Das von Landkreis, Breitband GmbH und Telekom realisierte Projekt habe Modellcharakter für andere Kommunen und Landkreise. Der Zeitplan sei „ehrgeizig“ gewesen, die Kommunikation auf den verschiedenen Ebenen „gut gelaufen“ - ein Punkt, den zuvor auch Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) betont hatte: „Dass und wie schnell wir es geschafft haben, liegt aus meiner Sicht daran, dass wir uns einig waren und wir es ernst meinten.“

Wie das schnelle Internet den Alltag verändern kann, wurde in einem von Klaus Bernhardt geleiteten Podiumsgespräch deutlich. Der Geschäftsführer der Breitband GmbH befragte sechs Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Medizin nach den neuen Möglichkeiten, die das Breitbandnetz bietet.

Kirsten Fründt unterstrich die Notwendigkeit, den Menschen bestmögliche Lebens- und Arbeitsbedingungen zu bieten. Die Breitbandversorgung sei „ein wichtiges infrastrukturelles Element“. Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) ging unter anderem auf die neuen Perspektiven für das Lernen an Schulen ein. Elektronische Lernmedien könnten nun verstärkt genutzt werden. Zachow machte zugleich deutlich: „Schulen sollten nur der Anfang sein.“ Vorteile könnten sich auch in der Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung ergeben. Zukünftig ließen sich wohl noch mehr Angelegenheiten online erledigen, für die bislang der Gang aufs Amt nötig gewesen sei.

Eberhard Flammer, Präsident der IHK Lahn-Dill, freute sich, dass durch das schnelle Internet ein Standortnachteil für ländliche Regionen wie den Landkreis „ausgelöscht“ werde. Allerdings: Die Bemühungen um bessere Verkehrsanbindungen im Landkreis dürften dennoch nicht eingestellt werden.

Dr. Uwe Schubert, zweiter Vorsitzender des Kooperationsverbandes Ärzte der Region Hinterland/Wittgenstein, begreift die Breitbandversorgung als Chance, den Austausch zwischen Ärzten zu verbessern: Beispielsweise durch das schnelle Weiterleiten von Befunden sowie durch Konferenzschaltungen. Dass das schnelle Internet darüber hinaus einen Beitrag zu mehr Selbstständigkeit im Alter leisten kann, glaubt Dr. Gunter Küchler. Der Vorsitzende des Kuratoriums des Frauenhofer-Instituts für graphische Datenverarbeitung informierte über ein für Haushalte entwickeltes Notrufsystem. Dabei kommt ein sogenannter „Touchscreen“ zum Einsatz: Ein Bildschirm, der mit Sensoren versehen ist und auf Berührungen reagiert. Der „Bildschirm“ ist in diesem Fall ein mit Sensoren ausgestatteter Fußboden. Die Sensoren zeigen zum Beispiel an, wenn eine Person auf dem Boden liegt.

Welche soziale Bedeutung der Breitbandversorgung zukommt, davon wusste Dr. Rolf Zajonc, Geschäftsführer der Knowledge Transfer Company (TTS) mit Sitz in Heidelberg, ein Lied zu singen: Die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, gewinne in der Gesellschaft immer mehr an Stellenwert. „Einige Mitarbeiter kriegt man gar nicht mehr ohne Home Office.“

Dass der Breitbandausbau nicht ausnahmslos allen Internetnutzern im Landkreis ein schnelles Surfen ermöglicht, veranlasste die Kreistagsabgeordnete Ingeborg Cernaj (Linke) zu einer Nachfrage. Sie wollte wissen, wer die fünf Prozent der Haushalte sind, die vorerst kein schnelles Internet bekommen.

Klaus Bernhardt sagte, dass dies den Biedenkopfer Ortsteil Katzenbach betreffe sowie einzelne, „sehr weit abgelegene Wohneinheiten“ - was allerdings nicht bedeuten müsse, dass Verbesserungen dort komplett ausblieben.

Mehr Infos zum aktuellen Stand der ­Arbeiten in jeder Kommune und über anstehende Info-­Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.breitband-marburg-biedenkopf.de

von Björn-Uwe Klein

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