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Mit Herzblut Menschen in Not geholfen

Rudolf Kittel Mit Herzblut Menschen in Not geholfen

Nach 27 Jahren als Kreisgeschäftsführer beim Deutschen Roten Kreuz verabschiedet sich Rudolf Kittel heute in den Ruhestand.

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Rudi Kittel (mittlere Reihe, links) in seiner liebsten Rolle: Bei der Werbung um Hilfe für Menschen in Not, hier im Kindergarten Oberrosphe nach dem Tsunami Anfang 2005.

Quelle: Till Conrad

Marburg. 1986 vom Rechnungsprüfungsamt der Stadt Marburg zum Roten Kreuz gekommen, war sein Auftrag zunächst nur die „Sanierung“ des in Schieflage geratenen Kreisverbands des Roten Kreuzes. Kittel blieb bis heute, und das Rote Kreuz ist ohne ihn inzwischen kaum denkbar.

Das liegt vor allem daran, so charakterisiert ihn sein Chef, der Kreisvorsitzende Ernst-Rüdiger Schmeltzer, dass Rudolf Kittel, den sie alle nur Rudi nennen, mit ungeheurem Einsatz und Elan an die eigentliche Aufgabe karitativer Organisationen heranging: Menschen in Not zu helfen.

Gemeinsam mit dem früheren DRK-Kreisvorsitzenden Karl Schnabel, der ihm über die Jahre längst zum Freund geworden ist, organisierte Kittel ungezählte Hilfstransporte ins frühere Jugoslawien. Er ist Mitbegründer der Marburger Tafel, war lange Verwaltungsratsvorsitzender des inzwischen aufgelösten Collegium Gentium, einem selbstverwalteten Wohnheim für ausländische Studierende. Und er war Initiator zahlreicher Spendenaktionen, die der Marburger Kreisverband des DRK und die OP gemeinsam organisiert haben - für die Opfer der Hochwasserkatastrophe an Elbe und Elster, für die Erdbebenopfer von Haiti oder für die Opfer des Tsunami Weihnachten 2004. Kittel, der in seinem Beruf und gerade auch bei den Spendenaktionen von DRK und Marburg mit Sorgfalt und Akribie darauf zu achten hatte, dass auch jeder Cent seiner Bestimmung zukam, entspricht so gar nicht dem gängigen Bild des Buchhaltertyps, der am Schreibtisch sitzend seinen Bestimmungen nachgeht. Rudi Kittel war dann gerne „im Einsatz“, wie er es nannte, sein Handy schaltete er „auf Empfang“, war „Tag und Nacht erreichbar“ - nur unvollkommen drücken diese Vokabeln aus, mit welchem Herzblut Rudi Kittel an solcherlei Kampagnen ging. Dass er daneben mit Argusaugen darüber wachte, dass alles mit rechten zuging, versteht sich dabei von selbst.

Rudi Kittel gehört zu den Menschen, die vermutlich nie wahre Feinde haben. Seine gleichermaßen fröhliche wie zupackende Art, sein Humor, gepaart mit Selbstironie, nicht zuletzt sein Spaß an der Geselligkeit sorgten dafür, dass viele, die mit ihm im Laufe der Jahre zusammengearbeitet haben, dies gern getan haben.

Die Geschäftsführerstelle im DRK-Kreisverband Marburg wird vorerst nicht neu besetzt. Seit 15. Mai ist aber Christian Beetz vom Kreisverband Gießen in Marburg, um sich einarbeiten zu lassen. Er soll Teile der Geschäftsführungsaufgaben übernehmen. Langfristig, so Kreisvorsitzender Rüdiger Schmeltzer, ist eine engere auch personelle Kooperation mit dem Kreisverband Gießen geplant.

von Till Conrad

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