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Ministerin: "Hessen sollte von Marburgs Top-Justiz lernen"

Justizministerin zu Gast Ministerin: "Hessen sollte von Marburgs Top-Justiz lernen"

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) lobt beim Antrittsbesuch Erfolg von Marburger Hilfs-Projekten.

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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (rechts), Oberstaats-
anwältin Kerstin Reckewell und Landgerichts-Präsident Christoph Ullrich vor dem Justiz-Komplex. Foto: Björn Wisker

Marburg. Vorbildlich beim Opferschutz, engagiert in der Täterarbeit, einmalig bei der Prävention von häuslicher Gewalt: Kühne-Hörmann lobt während ihres Antrittsbesuchs gestern die Richter und Staatsanwälte in der Universitätsstadt. Sie fordert andere Regionen auf, „von Marburg zu lernen und die vielen erfolgreichen Hilfs-Projekte zu übernehmen, anstatt zu versuchen, diese neu zu erfinden“.

Kühne-Hörmann will vor allem das „Marburger Modell“ zu häuslicher Gewalt - 7642 Anzeigen zählte Hessen 2012 - und die daran anschließende Kampagne „Stop“ in andere Gerichtsbezirke kopieren.

Staatsanwältin Annemarie Petri erklärt das Projekt: „Geht nach einem Übergriff eine Anzeige bei der Polizei ein, sagt sie sofort der Gerichtshilfe Bescheid, die geht wiederum binnen ein, zwei Tagen in die Familie und überzeugt Gewalttäter von einem Anti-Aggressions-Training.“ Weigere sich der Frauenschläger (86 Prozent der Täter sind Männer), breche die Hilfe ab, drohe ihm die Anklage vor Gericht. Funktioniert eine Zwangs-Therapie? „Es ist sanfter Druck. Man muss einige zu ihrem Glück leider zwingen. Die Rückfallquoten sind zumindest gering“, ergänzt Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell. Die Dunkelziffer von häuslicher Gewalt sei jedoch sehr hoch, ergänzt Kühne-Hörmann.

Neu und hessenweit einzigartig ist die Zeugenvernehmung per Live-Video im Gerichts-Komplex. „Damit ein Opfer nach sexuellem Missbrauch dem Täter nicht begegnen muss“, sagt Christoph Ullrich, Landgerichts-Präsident.

von Björn Wisker

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