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Miniaturwelt in Moischt macht Laune

Modellbauausstellung Miniaturwelt in Moischt macht Laune

Modellbau hat viele Gesichter. Die Modellbaugruppe der Feuerwehr Moischt schaffte es, eine faszinierende Vielfalt zu präsentieren.

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Die Bewegungen an der Mini-Baustellenlandschaft begeisterte bei der Modellbauausstellung vor allem die kleinen Fahrzeugfans. Fotos: Martina Becker

Moischt. Die Möglichkeiten der Inspiration sind groß, und Gründe, sich dem Hobby Modellbau zu widmen, sind ebenso zahlreich. Da ist zum einen die Begeisterung für die großen Vorbilder. Andere wollen einfach nur gestalten oder die beruhigende Wirkung des Tüftelns nutzen. Im Gespräch mit den Modellbauern in Moischt zeigte sich, dass die Motivation für diese Art des Puzzelns unterschiedlichster Natur ist.

Helmut Strauch aus Kassel Calden wird beispielsweise von Häusern inspiriert. Im Maßstab 1:40 hatte er die Dresdner Frauenkirche oder die Getreidemühle von Grebenstein nachgebaut. Dabei beschränkte er sich nicht nur auf die Hülle, auch das Innenleben gab er originalgetreu wieder. Die Häuser ließen sich zerlegen und gaben den Blick auf Zimmer und Einrichtung frei. Ihren Narren gefressen hatten Werner Klein aus Rabenau und Lothar Hoffmann aus Homberg (Ohm) an kleinen Heißluftmotoren nach dem Vorbild des Stirlingmotors aus dem Jahr 1816. Diese Motoren seien nicht wirklich nützlich, aber heute beliebte Modellbauobjekte, erzählte Klein. Sie erlaubten der Phantasie ungezählte Variationen, so der Bastler.

Versammelt waren in der Mehrzweckhalle noch unzählbare weitere, beeindruckende Bastelarbeiten. 33000 Streichhölzer hatte Jürgen Heinrich aus Aßlar für den Bau des Schiffes „Wappen von Hamburg“ miteinander verklebt. Hartmut Deuker von der Moischter Modellbaugruppe, erzählte, dass man darauf geachtet habe mit der Ausstellung die Vielfalt des Modellbaus zu präsentieren. An 40 Ständen präsentierten rund 100 Aussteller ihre Exponate. Die Moischter Gruppe begann mit dem Nachbau von Feuerwehrfahrzeugen. Über neue Mitglieder wurden dann noch der Militärmodell- , Truck- oder Pistenbullybau in die Gruppe integriert. „Wir repräsentieren die Feuerwehr Marburg in ganz Deutschland“, erzählte Deuker.

Bei diesen Unternehmungen lerne man sich in der Branche kennen und schätzen. Kaum vorstellbar, aber auch der Bau von Fahrzeugen im Maßstab 1:700 ist möglich. Dies bewies ein weiterer Aussteller, der kleine Eisenbahnen, Busse oder Autos unter der Lupe aus selbst zugeschnittenen Teilen fertigte und sie dann noch filigraner bemalte.

Sogar das Bewegen von Mini-Baggerschaufeln war noch möglich. „Bewegung ist überhaupt ein ganz wichtiges Erfolgskriterium für eine solche Ausstellung“, erklärte Deuker. Wo sich etwas bewegt, werden die Blicke gefangen, so seine Erfahrung. Fahrende Eisenbahnen auf beeindruckenden Geländearrangements, eine mit 30000 Leuchtdioden blinkende Kirmeswelt, in der sich die Karusselle und Riesenräder nur so drehten, waren genauso vertreten wie eine große Baustellenlandschaft, auf der Bagger, Kräne und Traktoren ferngesteuert ihre Arbeit taten.

Aber auch die „stillen“ Exponate verschafften sich Bewunderung: Ein Diorama, das die Flucht aus Ostpreußen im Jahre 1945 über den zugefrorenen Haff darstellte, war so lebensnah dargestellt, dass es zu Tränen rühren konnte. Weitere „Stillleben“ filigraner Natur hatten sich dem Thema Landwirtschaft verschrieben.

von Martina Becker

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