Der Oberbürgermeister Egon Vaupel macht den Spender der vier Millionen Euro Spende im Stadtparlament öffentlich: Es ist Dr. Reinfried Pohl, der alleinige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Vermögensberatung.
Marburg. Oberbürgermeister Egon Vaupel nannte den Namen des Spenders, der zunächst nicht genannt werden wollte, am Freitagabend in der Sitzung des Parlaments.
Die Sprecherin der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), deren Alleinvorstand der Marburger Unternehmer Dr. Reinfried Pohl (83) ist, bestätigte auf Anfrage der OP, dass Pohl der Stadt Marburg vier Millionen Euro gespendet habe. Dabei handele es sich um eine reine Privatspende Pohls, die mit der DVAG nichts zu tun habe.
Die Bekanntgabe des Spenders, die Vaupel ursprünglich erst später machen wollte, sorgte im Parlament am Freitagabend für heftigen Wirbel. Insbesondere die Grünen reagierten empört. Fraktionschef Dietmar Göttling kündigte an, über den Vorgang müsse man in der Koalition „noch sprechen“.
Auf den Fluren und in der Kantine des Parlamentsgebäudes wurden erste Stimmen laut, die einen Bruch der rot-grünen Koalition nicht ausschlossen. Reinhold Becker (Marburger Bürgerliste) hatte aufgrund des OP-Berichts im Parlament per Dringlichkeitsantrag Aufklärung über die Umstände der Spende gefordert.
Die Grünen stimmten der Dringlichkeit – anders als die SPD zu: Unterschiedliches Abstimmungsverhalten gilt als Tabubruch innerhalb einer Koalition.
von Till Conrad
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