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Millionenpaket für Marburgs Zukunft

Stadtwerke Millionenpaket für Marburgs Zukunft

Die Geldtöpfe sind gut gefüllt, die Auftragsbücher ebenso. Damit das so bleibt, investieren die Stadtwerke Marburg alleine im neuen Jahr 18,7 Millionen Euro in die Infrastruktur.

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Quelle: Archivbild

Marburg. Für die Bürger bedeutet dies unter anderem eine über Jahre hinweg sichere Gas- und Stromversorgung sowie schnelleres Internet - aber auch einige Hindernisse durch Baustellen mehr. Alleine 28 Mal müssen die Straßen in Marburg aufgerissen werden, um die Grauguss-Rohre auszutauschen. Diese Gasleitungen wurden vor vielen Jahrzehnten vergraben, sind mittlerweile veraltet. Es besteht die Gefahr von gefährlichen Gaslecks. „Wir müssen die Rohre auswechseln, um Leitungsrisiken ausschließen zu können“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren. Ihm sei bewusst, wie unangenehm es für die Bürger ist, wenn die „halbe Stadt voller Baustellen erscheint. Die Sicherheit geht aber vor.“

Der Stadtwerke-Chef wirbt für Verständnis. „Wir wollen nicht alle Jahre die Straßen aufreißen, um mal Wasserrohre, mal Stromkabel und mal Glasfaser zu verlegen. Wir machen das gleichzeitig.“ Das dauere zwar länger, schone aber letztlich die Geldbeutel der Bürger.

- Das größte Projekt kann Schüren persönlich begutachten. Mit einem Blick aus seinem Bürofenster. Für 2013 stehen 3,8 Millionen Euro für die Sanierung und den Neubau des Verwaltungsgebäudes im Investitionsplan.

Verwaltungsgebäude kostet 3,8 Millionen Euro Bis spätestens 2015 sollen alle in den neuen Büroräumen arbeiten können. Kein einfaches Unterfangen, da die Arbeiten im laufenden Betrieb stattfinden.

- Ein großes Thema in den Planungen der Stadtwerke ist das Internet. In der Kernstadt ist die Versorgung durch bestehende Leitungen der Telekom gesichert. 40 Kilometer Glasfaser seien zudem bereits verbaut, aber noch nicht als geschlossenes Netz verfügbar. Das Problem: Internet auf dem Land. 1,9 Millionen Euro lassen sich die Stadtwerke ein Pilotprojekt in Bauerbach kosten. Ziel ist es, ein Netz zu installieren, das über Jahre hinweg - auch mit den stetig steigenden Bit-Raten - gesichert ist. In dem Marburger Stadtteil setzt das Unternehmen daher auf modernste Technologie. Ein weiterer Schritt zur Anbindung der ländlichen Regionen. Bislang nutzen über 3000 Kunden das Richtungfunknetz der Stadtwerke, das beim High-Speed-Anspruch aber nicht mithalten kann.

- Zehn Millionen Euro werden in die Erhaltung der bestehenden Stromnetze investiert.

- Schön warm und ökologisch vertretbar soll es 2013 in der Elisabethschule werden. 600000 Euro werden in ein Holzhackschnitzel-Werk zur Wärmeversorgung investiert. Die Projekte einzelner Wärmeinseln gibt es in Marburg vielerorts, nun auch an der Leopold-Lucas-Straße. „In diesem Bereich tut sich einiges im gesamten Landkreis. Es freut mich, dass es immer öfter die Form der Genossenschaftsmodelle gibt. Das können wir nur unterstützen“, sagt Norbert Schüren. Ein ähnliches Projekt betreuen die Stadtwerke an der Universität. Vor vielen Jahren kaufte das Unternehmen ein altes Wärmekraftwerk auf, rüstete es um und betreibt es ebenfalls unter modernen ökologischen Aspekten. „Die Wärmeinseln sind zwar kleiner, dafür aber genauer - und damit sparsamer.“

- Für 1,2 Millionen Euro wird die Stromversorgung des Klinikums auf den Lahnbergen abgesichert. Zwischen dem Schalthaus am Rudolphsplatz und UKGM werden Leitungen erneuert, die auch im Fall eines Stromausfalls die Versorgung im Krankenhaus garantieren.

- Die Arbeiten am Rotenberg gehen auch in 2013 weiter. 1,2 Millionen Euro fließen - und das ist wörtlich - ins Abwassersystem. Das vorhandene Kanalnetz ist in seiner jetzigen Form nicht für diese hohe Bebauungsdichte ausgelegt. Im schlimmsten Fall drohen Überschwemmungen in Küche und Badezimmer. „Es ist höchste Zeit, dort zu reagieren“, sagt Norbert Schüren.

- Weitere 400000 Euro gehen in das Kanalsystem am Bahnhofsvorplatz, eine der aktuell größten Marburger Baustellen. Der dritte Bauabschnitt soll dort 2014 fertig sein.

- Einem dunklen Kapitel Baugeschichte wollen sich die Stadtwerke mit der Siemensstraße widmen. Starke Senkungen machen einen einwandfreien Anschluss des Gewerbes bislang kaum möglich.

EEG-Umlage treibt Strompreis in die Höhe. Für 2013 ist ein erster Teil an Investitionen geplant. Bis Ende 2014/Anfang 2015 sollen die Arbeiten zwischen Autobahn und alter Deponie abgeschlossen sein.

- Wie die anderen Netzbetreiber auch, erhöhen die Stadtwerke ihre Preise für Strom zum 1. Januar 2013. Norbert Schüren begründet die Steigerung mit den Folgen des erneuerbaren Energiengesetzes, kurz EEG, das Stromerzeugern feste Einspeisevergütungen für ihren Biostrom garantiert. Das macht bis zu 13 Prozent mehr. „Wir haben den Strom eigentlich extrem günstig eingekauft, hätten von uns aus die Gebühren nicht erhöht“, sagt Schüren. Nicht die Versorger seien die Schuldigen an dem Preissprung. Dem deutschen Staat spült das Gesetz dank der Mehrwertsteuer bis zu einer Milliarde Euro mehr in die Kassen. Die Stadtwerke haben keinen Zugewinn.

- Als Betreiber von Parkhäusern und öffentlichen Stellflächen sind keine weiteren Maßnahmen geplant. Unter anderem kritisieren CDU und Bürger für Marburg den fehlenden Parkraum in der Innenstadt. „Wir sehen das Problem nicht“, sagt Schüren. „Wir haben eine Auslastung von 60 bis 70 Prozent unserer Parkhäuser. Und das war schon vor den neuen Stellflächen auf dem alten Brauereigelände so.“ Insgesamt stünden 6000 Plätze in Marburg zur Verfügung. „Das reicht.“

von Carsten Bergmann

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