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Millionenförderung für Forscher

Stiftung Millionenförderung für Forscher

Die Von-Behring-Röntgen-Stiftung fördert Projekte von Medizin-Forschern aus Marburg und Gießen mit insgesamt 1,6 Millionen Euro.

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Sie freuten sich über die Übergabe der Förderbescheide in Marburg (von links): Professor Niels Decher, Medizin-Dekan, Dekan Professor Helmut Schäfer, Dr. Shasi Chillappagari, Professor Bernhard Schieffer, Stiftungspräsident Friedrich Bohl, Dr. Sarah Katharina Fehling, Dr. Silvia Bicker und Dr. Aparna Renigunta.

Quelle: Henrik Isenberg

Marburg. Die Ziele der unterstützten Projekte reichen von der Erforschung von Nierenerkrankungen, die zu Entwicklungsschäden im frühen Kindesalter führen, bis zur verbesserten Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Zusätzlich fördert die Von-Behring-Röntgen-Stiftung erstmals die Einrichtung eines Graduiertenkollegs, das sowohl Doktoranden als auch promovierte Mediziner interdisziplinär im wissenschaftlichen Arbeiten ausbilden soll. Stiftungspräsident Friedrich Bohl sprach den Begünstigten bei der feierlichen Übergabe der Bewilligungsbescheide seine Anerkennung aus.

Und dieses sind die Projekte, an denen Marburger Forscher mitbeteiligt sind:

Die Marburger Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Silvia ­Bicker erhält 160000 Euro für ihr Projekt, das mithilfe der Erforschung von micro-RNA zum Verständnis der Gedächtnisbildung beitragen und neue Therapieansätze für Krankheiten wie Demenz, Autismus oder Schizophrenie entwickeln soll.

Mit 80000 Euro wird ein Vorhaben der Marburger Nachwuchsforscherin Dr. Aparna Renigunta unterstützt. Ihre Untersuchungen sollen zum Verständnis des klassischen „Bartter-Syndrom“ beitragen, einem seltenen genetischen Defekt der Niere, der zu einer Entwicklungsstörung im Säuglings- und frühen Kindesalter führt.

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit. In ihrem Kooperationsprojekt wollen Dr. Rajkumar Savai aus Gießen und Privatdozentin Dr. Magda­lena Huber aus Marburg Regulationsmechanismen des Tumorwachstums erforschen. Das Projekt wird mit 200000 Euro gefördert.

200000 Euro erhalten auch Dr. Shasi Chillappagari aus Marburg sowie Kollegen aus Gießen für ihr Projekt in der Erforschung von Lungenerkrankungen.

nDas Projekt von Dr. Sarah Ka­tharina Fehling (Marburg) wird mit 150000 Euro unterstützt. Das Ziel der Nachwuchswissenschaftlerin ist die Erforschung des in Westafrika weit verbreiteten Lassavirus, das zu schweren Infektionskrankheiten bis hin zum hämorrhagischen Fieber mit starken Blutungen führen kann.

Professor Niels Decher aus Marburg sowie seine Kooperationspartner Professor Rainer Schulz (Gießen) und Professor Carsten Culmsee (Marburg) erhalten 140000 Euro für ihr Projekt „Funktionelle Expression von Connexin-43 in Mitochondrien“. Es soll neue therapeutische Ansätze für die Erkrankungen des Herzens und des Gehirns liefern, bei denen der Verlust der Funktion von Mitochondrien wesentlich zu den strukturellen Schädigungen der betroffenen Organe beitragen.

Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1000 Gramm haben aufgrund der noch nicht ausgereiften Organe zum Zeitpunkt der Geburt ein höheres Risiko für die Entwicklung von schweren Schäden im Gefäßsystem, die zu pathologischen Veränderungen der Netzhaut bis hin zur Erblindung führen können. In ihrem mit 200000 Euro geförderten Forschungsvorhaben wollen Professorin Birgit Lorenz und Professor Knut Stieger (beide Gießen) sowie Professor Rolf Maier (Marburg) die Sauerstoffversorgung von Frühgeborenen optimieren, ihre Lebensqualität verbessern und ihnen dadurch ein behinderungsfreies Leben ermöglichen.

Für die Einrichtung eines Graduiertenkollegs erhalten die Marburger Wissenschaftler Professor Bernhard Schieffer und Professor Joachim Hoyer sowie ihre Gießener Kollegen Professor Rainer Schulz und Professor Christian Hamm 400000 Euro. Ziel des Verbundprojekts zum Thema „Entzündungskaskaden als Regulatoren des adaptiven Gefäßremodelings“ ist die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern im klinischen Alltag. Das verbindende Thema sind Prozesse in Gefäßwänden, die unter anderem bei Herzkreislauferkrankungen eine wichtige Rolle spielen.

Seit ihrer Errichtung im Jahr 2006 stellte die Von-Behring-Röntgen-Stiftung rund 13,5 Millionen Euro für Forschungsprojekte bereit, die in der Regel eine Laufzeit von drei Jahren haben. Die im Marburger Schloss residierende Stiftung wurde 2006 vom Land Hessen errichtet.

Gegründet wurde die Stiftung im Zuge der Fusion der Universitätskliniken Gießen und Marburg und der anschließenden Privatisierung mit dem Ziel, an beiden Standorten neue Perspektiven für die Hochschulmedizin zu sichern und zu entwickeln.

von Manfred Hitzeroth

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