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Millionen Menschen schauen auf Mehmet

Eurovision Song Contest Millionen Menschen schauen auf Mehmet

Deutschland hat nicht nur einen Teilnehmer beim Eurovision Song Contest (ESC). Auch ein Kirchhainer geht beim Finale des größten Musikereignisses der Welt an den Start: Mehmet Durmaz tanzt für Weißrussland.

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Quelle: Privatfoto

Am Samstag werden Millionen Menschen überall auf der Welt vor den Fernsehern sitzen und gebannt den Eurovision Song Contest verfolgen. Es ist neben der Fußball-Weltmeisterschaft das Ereignis mit der höchsten Einschaltquote. Einem wird bei dieser Vorstellung ein bisschen mulmig: Mehmet Durmaz. „Wenn ich überlege, dass so viele Millionen Menschen zuschauen, bringt mich das ganz schön zum Schwitzen“, sagt der 19-Jährige und lacht.
Denn alle Augen werden dann auch auf Mehmet gerichtet sein, wenn der Kirchhainer bei diesem Mega-Spektakel auf der Bühne steht und für Alena Lanskaja, die Teilnehmerin aus Weißrussland, tanzt.
„Ich kannte ihren Choreographen schon vorher, da ich schon einmal in Belgrad einen Workshop gegeben habe“, erklärt Mehmet. „Er fand meinen Ausdruck und meine Energie auf der Bühne gut und wollte mich unbedingt dabei haben.“
Und jetzt ist Mehmet mittendrin im Trubel. Seit dem 4. Mai weilt der 19-Jährige im schwedischen Malmö und probt mit der Sängerin, drei Background-Sängern und einem weiteren Tänzer. Jeden Tag stand bisher eine Stunde Probe auf dem Plan. „Wir Tänzer müssen auch Mikrofone auf der Bühne tragen, weil wir ein paar Wörter mitsingen beziehungsweise schreien sollen, damit es sich voller anhört“, verrät er lächelnd. Die Proben haben sich bereits ausgezahlt. Am Dienstagabend absolvierte das Team souverän das Halbfinale und qualifizierte sich so für den großen Auftritt am Samstagabend.
Und was war das für eine fulminante Halbfinalshow, die auf NDR ausgestrahlt wurde! Tausende Menschen tanzten und jubelten wild dutzende Fahnen schwingend ihren Favoriten zu. Als Weißrussland an die Reihe kam, war die Stimmung in der riesigen Arena bereits auf dem Siedepunkt. Alena Lanskaja entstieg an der Hand von Mehmet einer mannshohen Discokugel. Voller Inbrunst intonierte die Sängerin ihren Up-Tempo-Hit „Solayoh“. In ihrem glitzernden Hauch von Nichts wurde die Blondine später von Internetusern als „weißrussische Shakira“ gefeiert. Mehmet und sein Tanzpartner fegten über die Bühne und setzten Alena Lanskaja effektvoll mit heißen Moves in Szene.
 

Tänzer sieht gute Cancen für Cascada

„Das war super gestern! Wir haben die Bühne gerockt. Die ganzen Menschen haben geschrien und ihre Flaggen hin- und her geschwungen. Das hat mich total motiviert, um so richtig loszulegen“, berichtet Mehmet nach einer durchfeierten Nacht. Nach dem Auftritt ging allerdings erst einmal das bange Warten im Green-Room los. Denn wie beim Finale wird per Stimmabgabe entschieden, wer in die nächste Runde kommt. „Wir waren alle sehr angespannt und aufgeregt. Als dann endlich „Belarus“ – also Weißrussland genannt wurde, sind natürlich alle aufgesprungen. Wir haben geschrien und uns wie verrückt gefreut“, erzählt Mehmet glücklich.
Der 19-Jährige hat eine steile Karriere als Tänzer hingelegt. Noch vor seinem achtzehnten Geburtstag wurde er Vizeweltmeister im Hip-Hop. Er stand bereits mit Weltstars wie Rihanna und Emeli Sandé auf der Bühne und war auch ein fester Bestandteil der Tanz-Crew bei „Deutschland sucht den Superstar“, „The Voice“ und „X-Factor“.  „Aber hier beim Eurovision Song Contest ist die Atmosphäre schon etwas ganz besonderes“, betont Mehmet, der derzeit in Berlin lebt und unter anderem in der Tanzschule von Detlef D. Soost unterrichtet.
Der Medienrummel in Malmö ist riesig, aber das nimmt Mehmet gelassen. „Für mich ist das auch ein bisschen Urlaub“, sagt er und erzählt von seiner interessanten Sightseeingtour rund um Malmö.  Auf dem roten Teppich in Malmö hat Mehmet schon allerlei Prominenz getroffen – zum Beispiel „Loreen“, die Vorjahresgewinnerin des ESC. „Das war cool!“ Die deutsche Teilnehmerin Cascada hat der Kirchhainer allerdings noch nicht zu Gesicht bekommen, da sie sich direkt fürs Finale qualifiziert hat. „Aber ich habe ihren Song gehört und denke, dass sie sehr gute Chancen hat“, meint der Profi-Tänzer. Doch auch für sein weißrussisches Team rechnet sich Mehmet Chancen beim Finale aus, schließlich sei Alena Lanskajas Song sehr temporeich mit einem eingängigen Text, den jeder schnell mitsingen könne.
Nur dass die Türkei diesmal nicht beim ESC vertreten ist, hat Mehmet ein bisschen traurig gemacht. „Aber als ich dann beim Halbfinale wenigstens ein paar Türkei-Flaggen gesehen habe, war ich wieder glücklich.“

Blickpunkt:
Mehmet Durmaz (19) stammt aus Kirchhain, wo er die Alfred-Wegener-Schule besuchte.  Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet erfolgreich als freiberuflicher Tänzer. Unter anderem stand er schon mit Weltstar Rihanna auf der Bühne, tanzte bei „DSDS“ und „the Voice“. Mehmet lebt derzeit in Berlin und unterrichtet unter anderem in der Tanzschule von Detlef D. Soost.
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