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Milder Winter kommt der Stadt zugute

Städtischer Haushalt Milder Winter kommt der Stadt zugute

Die Steuereinnahmen der Stadt Marburg sind im vergangenen Jahr gegenüber dem Haushaltsansatz deutlich zurückgegangen.

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Die Stadt Marburg nahm im Jahr 2014 deutlich weniger Gewerbesteuern ein als im Haushaltsplan veranschlagt.

Quelle: Archiv

Marburg. Um stolze 9,1 Millionen Euro liegen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer im Jahr 2014 hinter den Planungen im Haushalt zurück. Und noch eine andere Zahl lässt aufhorchen: Insgesamt nahm die Stadt anstelle der geplanten 206,8 Millionen Euro lediglich 192,8 Millionen Euro in –  ein Minus von 14 Millionen Euro oder 6,8 Prozent der veranschlagten Gesamteinnahmen. Das geht aus dem vorläufigen Haushaltsabschluss der Stadtverwaltung für das Jahr 2014 hervor.

Oberbürgermeister Egon Vaupel bezeichnete die Gewerbesteuer einnahmen dennoch als „stabil auf hohem Niveau“. Das Stadtoberhaupt rechnet auch nach der Erhöhung des Messbetrags zum 1. Januar weiter mit steigenden Einnahmen aus der wichtigsten kommunalen Steuer. Eine Trendwende sieht Vaupel in den Zahlen von 2014 nicht.

Dennoch sei es ein „Jahr unter schwierigen Vorzeichen“ gewesen, was die Abwicklung des Haushalts angeht, sagte Vaupel. Diese Formulierung ist wohl eine freundliche Umschreibung des Spardrucks, unter dem die Verwaltung stand.

Vaupel versäumte es denn auch nicht, der Kämmerei unter Leitung von Theobald Preiss besonders zu danken. Der wiederum umschrieb seine Sparbemühungen für die Verwaltung so: „Statt zehn Blatt Papier nur acht verbrauchen.“

4 Millionen Euro für Sach- und Dienstleistungen

Offenbar zeigte dies Wirkung, denn Vaupel verkündete die folgende Erfolgsmeldung: Trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen  schloss der Ergebnishaushalt mit einem Plus von einer Viertelmillion Euro ab, der ordentliche Haushalt schloss mit einem Plus von 1,4 Millionen Euro – „weit besser als die schwarze Null, die das Land immer anstrebt“, konnte sich Vaupel eine Spitze gegen Wiesbaden nicht verkneifen.

Damit ist auch der Haushalt 2014 ausgeglichen, wie der Kämmerer betonte.

Zugute kam der Stadt dabei der milde Winter: Dadurch seien die Kosten für den Winterdienst deutlich unter dem geplanten Ansatz geblieben. Insgesamt musste die Stadt 4 Millionen Euro für Sach- und Dienstleistungen ausgeben als veranschlagt war – und zwar, ohne die Zuschüsse für Vereine und freie Träger gegenüber dem Plan zu kürzen.

Auch bei den Personalkosten konnte die Stadt sparen, rund eine halbe Million Euro gegenüber dem Ansatz. Der Kämmerer führt dies vor allem auf eine dreimonatige Besetzungssperre bei der Wiederbesetzung von Stellen zurück.

Und schließlich: Weniger Steuereinnahmen führen – kleines Trostpflaster – zu weniger Umlageverpflichtungen: Sie lagen um 10 Prozent niedriger als geplant.

Für die Beurteilung des Haushaltsjahres 2014 ist auch die Höhe der Investitionen entscheidend. Hier landete die Stadt am Jahresende bei 26,3 Millionen Euro – unter dem Planungsansatz, aber wie in den Vorjahren deutlich über der Marge von 20 Millionen Euro, die die Stadt sich langfristig leisten könne.

von Till Conrad

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