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Milch, Quark, Sahne, Käse - alles frisch

Die "Maus" in der Molkerei Milch, Quark, Sahne, Käse - alles frisch

Riesenandrang herrschte am Türöffner-Tag der Marburger Traditionsmolkerei, initiiert von der bekannten „Sendung mit der Maus“. Rund 1000 Gäste genossen einen sonnigen Besuchertag mit der Maus und jeder Menge Milch.

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Neugierig warfen die Besucher einen Blick hinter die Kulissen der Molkerei und informierten sich über die Milchproduktion.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Maus, Milch und Klimaschutz. Wo kommt eigentlich die Milch her, wie entstehen daraus Produkte für die Region und wie viel Energie kostet das alles? Diesen und anderen Fragen gingen am Freitag Akteure und Besucher des Maus-Türöffner-Tages auf dem Gelände der Marburger Traditionsmolkerei nach.

Anlässlich des Informationstages der WDR-Show „Sendung mit der Maus“, für den sich die Molkerei erfolgreich beworben hatte, öffnete der Betrieb seine Tore und gab Einblicke in Herstellungsverfahren und Unternehmensphilosophie.

Auch für themengerechte Unterhaltung wurde gesorgt. Großen Spaß hatten vor allem die Kinder am Wettmelken oder Getreiderätsel. Auch die hessische Milchkönigin Svenja I. gab sich die Ehre und brachte den Besuchern an bunten Kuh-Attrappen das traditionelle Melken per Hand bei bei.

Wie es sich für einen Besuchertag in einer Molkerei gehört, gab es für die Gäste jede Menge Kostproben der hauseigenen Produkte. Besonders beliebt war der Milchstand, an dem sich vor allem die Kinder gerne mit Erfrischungen versorgten. „Die Milch ist der Brüller“, urteilte unter anderem der kleine Joe nach einer ersten Geschmacksprobe. Zahlreiche Stände informierten die Besucher über Themen rund um Lebensmittel und Klimaschutz. Die Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse Hessen zeigte regionale Betriebe, Milchvermarkter und Gasthöfe entlang der hessischen Milch- und Käsestraße. Auch der Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz sowie der Fachdienst Klimaschutz und Erneuerbare Energien des Landkreises informierten über Klima- und Energieprogramme, örtliche Betriebe mit regionalem Schwerpunkt und heimische Lebensmittel.

Auf großes Interesse stießen die Führungen durch die Produktionshallen der Molkerei. Zahlreiche Besucher wanderten durch den Betrieb und verfolgten den Werdegang der Milchprodukte, vom Kuhstall bis zum Supermarktregal und informierten sich über die moderne Milchwirtschaft. Die durchschnittliche Tagesleistung einer Kuh beträgt etwa 19 Liter Rohmilch. Anders ausgedrückt: zwei Kilogramm Käse, vier Kilogramm Quark oder vier Päckchen Butter.

Täglich treffen rund 70000 Liter Milch in der Marburger Traditionsmolkerei zur Weiterverarbeitung ein, erklärte Hans-Werner Wege vom geschäftsführenden Vorstand. Etwa 90 Prozent stammt von landwirtschaftlichen Betrieben aus dem Landkreis. Rund 7000 Milchpakete laufen pro Stunde über die Förderbänder des Betriebes. Von der Anlieferung per Milchtransporter bis zur Auslieferung dauert es zwei Tage. Vom Melken der Kuh bis zur fertigen Milch im Supermarkt vergehen rund drei Tage. „Die Menschen wollen wissen, woher die Produkte kommen. Wir zeigen auf, welcher Zusammenhang zwischen Klimaschutz und unseren Lebensmitteln besteht“, betonte Landrätin Kirsten Fründt, Schirmherrin der Marburger Veranstaltung. Kurze Transportwege, heimische Kühe und damit heimische Milch seien dabei ausschlaggebend.

Die täglichen Essgewohnheiten der Konsumenten und der damit einhergehende Ressourcen-, Wasser- und Landverbrauch beeinflusst in hohem Maße die Landwirtschaft wie auch das Klima, teilte auch Erich Weber vom Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz mit. Neben der Produktion und dem Konsum tierischer Produkte, insbesondere Fleisch, erhöhen lange Transportwege der Lebensmittel stetig die schädliche CO2-Belastung der Umwelt. Klimafreundlicheres Essen wie regionale, saisonale Erzeugnisse wirken sich hingegen positiv auf den Klimaschutz aus und stärken zudem die heimischen Erzeuger und Händler, so der Energiecoach.

„Das ist ein wichtiges Thema, die Besichtigung war sehr interessant und aufschlussreich“, fasste Besucher Claus Benninghausen den Aktionstag zusammen. Den Gewinn der Veranstaltung will das Unternehmen an die Elterninitiative für krebskranke Kinder spenden. Der Maus-Türöffner-Tag ist ein vom WDR Fernsehen (Sendung mit der Maus) initiierter bundesweiter Aktionstag mit dem Schwerpunkt informative Themen kindgerecht näher zu beleuchten und im Rahmen von Besuchertagen hinter die Kulissen verschiedener Akteure wie Behörden und Unternehmen zu blicken.

von Ina Tannert

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