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Migration als ein Muss

Flüchtlinge Migration als ein Muss

Welche Chancen ergeben sich durch die hohen Einwanderungsquoten? Wie lässt sich die daraus entstehende Situation am besten gestalten? Das waren Themen einer Diskussion in der Pfarrkirche.

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Gestern sind mehr als 100 Flüchtlinge, die bisher in der mittlerweile geschlossenen Erstaufnahme-Einrichtung in Herborn lebten, in Cappel angekommen. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „In Deutschland wird immer über die Gefahren der Einwanderung geredet, über die Risiken. Aber wir wollen über die Chancen reden“, sagte Konfliktforscher Dr. Johannes M. Becker.

„Wir brauchen auf jeden Fall Einwanderer in Deutschland“, sagte Professor Hermann Heussner (Universität Osnabrück) in seinem Eingangs-vortrag.

Um diese Aussage zu unterstreichen, stellte er den Gästen einige Problematiken vor: In der Bevölkerungsstruktur sieht er bis 2035 ein Bevölkerungsdefizit von über acht Millionen Menschen kommen. Auch thematisierte der Professor den steigenden Mangel an Fachkräften, das Aussterben des ländlichen Raumes sowie das ungleiche Verhältnis zwischen Rentnern und Erwerbstätigen.

In der hohen Einwanderungsquote erkannte Heussner für Einwanderer wie auch für Einheimische Lösungsansätze für diese Angelegenheiten. „Die Flüchtlinge können ein großer wirtschaftlicher Gewinn sein, wenn wir jetzt kräftig investieren“ bekräftigte Heussner. Notwendig sei, dass die Flüchtlinge ein deutsches Bildungs- und Ausbildungsniveau erreichen. „Nur dann sind sie in der Lage, in der Gesellschaft als vollwertige Mitglieder gesehen zu werden“, betonte Heussner. Um dieses Niveau zu erreichen, empfahl er einen einjährigen Jahr Deutschkurs, drei Jahre Schule sowie drei Jahre Lehre für die Flüchtlinge.

Heussner plädierte ebenfalls für verteiltes anstelle von konzentriertem Wohnen und für intensive Patenschaften zwischen Flüchtlingen und Einheimischen, um die Integration zu fördern.

Eine Diskussionsfrage im Anschluss an den Vortrag: „Ist das fair, die Flüchtlinge in die Integration zu zwingen?“ Heussner: „Wir sind ein Sozialstaat. Jeder hat die Pflicht, dazu beizutragen, so dass dieser Sozialstaat profitiert.“

von Rike Werner

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