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Migranten sind mehrheitlich Christen

Diskussionsveranstaltung Migranten sind mehrheitlich Christen

Auf der Veranstaltung „Religion als Fluchtgrund?“ gab die Mitarbeiterin des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes einen Überblick über Fälle religiöser Verfolgung.

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Gareyan Goharik (links) und Maria Mahler waren die Referentinnen.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Staatlich sanktionierte Diskriminierung, Verfolgung und Vertreibung sind nur einige Gründe, warum Menschen die Reise ins Ungewisse auf sich nehmen und Asyl in einem fremden Land beantragen. Die religiöse Intoleranz in manchen Ländern hat zur kulturellen und religiösen Vielfalt Marburgs beigetragen. Um das Thema der Religionsunfreiheit ging es am Dienstagabend bei der Veranstaltung „Religion als Fluchtgrund?“ im Stadtverordnetensitzungssaal.

Die Veranstaltung war zweigeteilt. Im ersten Teil hörten die 35 Besucher einen Vortrag der Religions- und Kulturwissenschaftlerin Maria Mahler. Dieser Redebeitrag diente als Anstoß für die anschließende offene Diskussion, die den zweiten Teil der Veranstaltung markierte.

Mahler, Mitglied der Marburger Organisation „REMID“ (Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst), räumte mit einem „weitverbreiteten Irrglauben“ in der Bevölkerung Deutschlands auf: Es sei keinesfalls so, als strömten massenhaft Muslime nach Deutschland. Die Migration nach Deutschland sei auch im 21. Jahrhundert immer noch vorrangig christlich geprägt. Des Weiteren gab das „REMID“-Mitglied einen globalen Überblick über Fälle von religiöser Verfolgung und hob einige geächtete Glaubensgemeinschaften wie das Bahaitum, das auch in Marburg Anhänger hat, hervor.

Diskussion beschäftigte sich mit Asylanten im Landkreis

„Wenn ich mit Vertretern der jüdischen, muslimischen und evangelischen Gemeinde am ‚Runden Tisch‘ sitze, habe ich den Eindruck, dass es den jeweiligen Vertretern weitgehend egal ist, welchem Glauben die Marburger angehören – Hauptsache, sie glauben überhaupt“, bemerkte Christian Meinecke, Integrationsbeauftragter der Universitätsstadt.

Die Diskussion war lebhaft und deckte verschiedenste Themen um Religion und Migration ab. Insbesondere um die Asylanten im Landkreis ging es. Einige Anwesende zeigten sich empört über Vorfälle von religiöser Diskriminierung unter Asylanten in Flüchtlingslagern „Die sind doch auch hier, weil ihnen Toleranz entgegengebracht wird. So viel kann man doch wohl noch verlangen“, ereiferte sich eine Frau.

Weitere Diskussionspunkte waren der Unterschied zwischen Kultur und Religion sowie die Gründe für religiöse Verfolgung.

Gareyan Goharik, Vorsitzende des Ausländerbeirates in Marburg, brachte sich mit einem kurzen Exkurs über die Schwierigkeiten beim Asylverfahren in die Diskussion ein.

von Benjamin Kaiser

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