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Michelbach-Kicker setzt sich für Waisenkinder ein

Freiwilliges Soziales Jahr Michelbach-Kicker setzt sich für Waisenkinder ein

Afrika als Augenöffner: Der Marburger Johannes Schäfer absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kamerun. Seit seiner Rückkehr engagiert er sich für die Verbesserung der Lebensumstände im Land.

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Eine Klasse von kamerunischen Waisenkindern, die Johannes Schäfer mitbetreute.  Johannes Schäfer auf dem Weg in das Dorf, wo er arbeitete.

Quelle: privat

Marburg. Der Marburger Geografiestudent war als Hilfskraft in einer Schule in dem Dorf Manyemen in der Südwest-Region von Kamerun tätig. Ein Unterschied zwischen zwei Bildungsstätten, der größer kaum sein könnte.

Von August 2014 bis zum Sommer dieses Jahres absolvierte Schäfer sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der „Rechafond Charity Foundation“, einem christlichen Verein, der ein Waisenhaus mit einer dazugehörigen Schule betreibt. „Im Waisenhaus müssen sich kleinere Kinder vermehrt die Betten teilen. Das wird schnell unhygienisch“, sagt der 21-Jährige. Momentan sammelt er Geld für neue Matratzen für die Kinder, da er sich ab sofort auch von Deutschland aus für die Verbesserung der Lebensumstände in Kamerun einsetzen will. 20 Euro soll eine neue Matratze kosten, rund 200 Euro hat er bisher zusammenbekommen. Sein Ziel ist ein mindestens doppelt so hoher Betrag. „Es läuft eher schleppend, dabei ist das für viele hier eigentlich nicht viel Geld. Für die Menschen dort allerdings schon“, sagt Schäfer.

Ausgeraubt, erkrankt – und genügsam geworden

Während seiner Zeit in Kamerun sei es ihm gelungen, 10 000 Euro von der Deutschen Botschaft für ein Projekt zu gewinnen. Von diesem Geld würden in der Schule momentan neue Klassenräume gebaut. Denn die Lernräume seien dort oftmals höchstens durch eine Tafel oder ein paar Holzbretter getrennt.

Prägende Erfahrungen habe er durch die Kinder des Waisenhauses auf jeden Fall gemacht, erzählt der Student: „Es war toll, wenn ich mit einem Ball ins Waisenhaus kam und die Kinder voller Freude angelaufen kamen. Beim Fußballspielen war  und ist die Herkunft egal.“ Natürlich habe es auch beklemmende Erfahrungen gegeben, wie jene, als er während einer Taxifahrt ausgeraubt worden oder mehrere Wochen an Malaria erkrankt gewesen sei.

Er habe sehr einfach gelebt in dem afrikanischen Land, erklärt Schäfer. Es sei keine Besonderheit dort, wenn zwei Monate lang das Wasser im Haus nicht funktioniere oder die Menschen im Dorf keinen Strom hätten. Luxusartikel wie einen Gasherd könnten sich nur die Wohlhabenden leisten. „Aber sie sind zufrieden, mit dem was sie haben“, sagt Schäfer. Und er selbst? Er sei genügsamer geworden: „Ich habe es zu schätzen gelernt, was ich in Deutschland habe.“

Nach Kamerun möchte er gerne eines Tages zurück. „Ich kenne mich da schließlich schon aus und habe auch Freunde dort gefunden.“ In seiner Freizeit spielt der Student Fußball beim TSV Michelbach und beschäftigt sich mit
Meteorologie.

von Rike Werner

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