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„Mich zieht es immer wieder hierher“

„Mich zieht es immer wieder hierher“

Sie ist der große Touristenmagnet der Region. Die Oberstadt lockt Besucher aus nah und fern nach Marburg.

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Staunen, Fotografieren, Kaffee trinken: Für Touristen hat die Marburger Oberstadt einiges zu bieten.

Quelle: Peter Gassner

Marburg. Wieder einmal sind die Übernachtungszahlen in Marburg gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie Hartmut Reiße von der Tour GmbH auf Anfrage der OP mitteilte, übernachteten in den ersten sechs Monaten 2014 Gäste genau 168120-mal in der Universitätsstadt, das sind 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist die Zahl der Übernachtungen in Marburg stärker gestiegen als im Landesschnitt. Auch der Landkreis verzeichnet einen positiven Trend, der allerdings fast ausschließlich der Stadt Marburg zu verdanken ist.

Nicht enthalten sind in dieser Zahl des Hessischen Statistischen Landesamt die Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Betten - und damit fast alle Gastgeber, die Ferienwohnungen vermieten.

Besucher schwärmt: „Es ist wie im Märchen“

Dabei ist die Zahl der Ferienwohnungen in Marburg und Umgebung in den vergangenen Jahren stark gestiegen. 174 stehen laut der Internet-Seite der Tour GmbH (www.marburg-biedenkopf-tourismus.de) im Landkreis zur Verfügung, 66 sind es in der Stadt Marburg.

Neben der Elisabethkirche ist es nach wie vor vor allem die Marburger Altstadt, die Touristen begeistert. Doch was genau macht das Zentrum der Universitätsstadt so anziehend?

„Die Altstadt wirkt extrem interessant“, sagt Clara Benz. Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie den weiten Weg von der Nordseeküste hergekommen, um Marburg zu sehen. „Wir sind gerade aus dem Bus gestiegen“, sagt sie - erster Anlaufpunkt: die Oberstadt. Sie lässt den Blick über den Marktplatz schweifen. „Der erste Eindruck ist einfach toll“, findet sie.

Besonders beeindruckend sind aus ihrer Sicht die Fachwerkbauten, die das Bild der Oberstadt prägen. „Es ist wie im Märchen“, meint Gordon Williams aus Cleveland im US-Bundesstaat Ohio. „All diese alten kleinen Häuschen - so etwas haben wir bei uns in Amerika überhaupt nicht.“ Die Romantik der historischen Häuser und der schmalen Wege ist es, was viele Besucher von außerhalb verzückt.

„Die Häuser sind einfach toll erhalten“, meint auch Jürgen Sibert aus Recklinghausen. „Die Kriegswirren sind eben an Marburg größtenteils vorbeigegangen.“ Dass die Oberstadt bei den alliierten Luftangriffen weitgehend verschont wurde, erweist sich also nicht nur aus der Sicht der damaligen Bewohner, sondern auch aus heutiger Perspektive noch als Glücksfall für die Stadt.

„Wir sind eigentlich für ein Wochenende in Hatzbach“, erzählt Siebert, doch das „mittalalterliche Flair“ Marburgs lockte ihn und seine Frau für einen Abstecher an die Lahn. Besonders positiv findet er mit seiner leichten Gehbehinderung, dass ein Fahrstuhl den Aufstieg erleichtert. Neben den „wunderbaren Fassaden“ und dem „internationalen Publikum mit vielen Studenten“, erfreut er sich an einer weiteren Attraktion.

Die Oberstadt, der „Fixstern Marburgs“

Auch Gordon Williams findet es positiv, dass „überall Studenten“ zu sehen seien. Faszinierend sind für ihn aber vor allem die vielen kleinen Läden, „die man so nicht überall sieht. Es gibt hier kaum größere Ketten“, bemerkt er.

Für Michael Radke aus Kassel ist die Oberstadt „der Fixstern Marburgs“.

Der einstige Student an der Philipps-Uni glaubt, dass „die alte Bausubstanz, die vielen historischen Gebäude“ den Reiz der Oberstadt ausmachen. „Man muss dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Hanno Drechsler dafür dankbar sein, dass er den Abriss damals verhindert hat“, meint er. Seiner Meinung nach herrscht darüber hinaus aber auch eine „ganz besondere Atmosphäre“ der Gelassenheit und Freundlichkeit.

„Es wird hier einfach gegenseitig Rücksicht genommen, obwohl hier oben Autos fahren und viele Fußgänger unterwegs sind. Hier sind sowohl Touristen als auch Studenten und Einheimische unterwegs“, hat er beobachtet. Ein Gemisch, das auf Radke eine faszinierende Wirkung ausübt. „Mich zieht es immer wieder hierher, weil die Leute einfach ganz anders miteinander umgehen“.

von Peter Gassner und Till Conrad

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