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Meyer wird Beigeordneter in der Pfalz

Neue Aufgabe Meyer wird Beigeordneter in der Pfalz

Geübt hat er im Landkreis. Die Laufbahn als Berufspolitiker schlägt er jetzt in Rheinland-Pfalz ein. Tobias Meyer, in der Kreis-CDU bisher stellvertretender Vorsitzender, wird 2015 hauptamtlicher Erster Beigeordneter von Haßloch.

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Der heimische CDU-Kreistagsabgeordnete Tobias Meyer (35) aus Breidenbach verlässt den Landkreis und wird stellvertretender Bürgermeister in der Gemeinde Haßloch.

Quelle: Tobias Hirsch

Breidenbach. Der 35 Jahre alte Tobias Meyer, Kreistagsabgeordneter der CDU sowie im Kreisvorstand der Union als stellvertretender Vorsitzender aktiv, schlägt beruflich und politisch einen neuen Weg ein.

Der Gymnasiallehrer aus Breidenbach verlässt zum 1. Februar den Landkreis - sein Weg führt ihn in die Pfalz, wo er hauptamtlicher Erster Beigeordneter der Gemeinde Haßloch wird - eine Kommune mit mehr als 20000 Einwohnern, „aber man nennt sich dort Dorf“, erzählt Meyer, der von Parteifreunden auf die Stellenausschreibung hingewiesen worden war.

„Es wird eine schöne Aufgabe“, sagt Meyer und freut sich auf das, was vor ihm liegt. Zusammenarbeiten wird er in der touristisch geprägten Kommune - dort befindet sich der bundesweit bekannte „Holiday Park“ - mit CDU-Bürgermeister Lothar Lorch und einem Gemeinderat mit schwarz-roter Koalition, die ein deutliches Votum für ihn gefällt habe. „Schön, dass die zwei großen Parteien hinter mir stehen“, sagt Meyer dazu. Der Breidenbacher wechselt mit Ehefrau und zwei kleinen Kindern nach Rheinland-Pfalz, in die frühere Heimat seiner Partnerin. Beruflich geht es für ihn erstmals aus Hessen heraus, „aber das bringt mich nicht in Wallung“, sagt der 35-Jährige, der sich auf die Veränderung freut.

In Haßloch muss die Dezernatszuteilung zwischen Bürgermeister und Erstem Beigeordneten noch erfolgen, „ich gehe davon aus, dass ich mich unter anderem mit der touristischen Entwicklung befassen werde“, sagt Meyer.

Der Christdemokrat wechselt zum 1. Februar den Job, um einen geordneten Übergang zwischen der neuen Aufgabe und seinem Lehrerberuf hinzubekommen. „Zum Halbjahreswechsel passt das - da müssen die Stundenpläne ohnehin neu geschrieben werden.“

Auf seine Entwicklung und seinen Werdegang in der heimischen CDU blickt der Breidenbacher entspannt zurück - von einem Schlussstrich unter der Zusammenarbeit will er keinesfalls reden. „Ich würde nicht sagen, dass es hier für mich nicht vorangegangen ist. Ich habe mich in die Arbeit hier und in die Diskussionen eingebracht. Ich war auch manchmal unbequem“, sagt er und betont, dass er gehe „ohne Kram oder das Gefühl, ich wäre nicht gemocht worden“.

Im Vorfeld der Landratswahl 2013 war Tobias Meyer neben anderen möglichen Bewerbern im Gespräch für die CDU-Landratskandidatur - das von der Parteibasis vielkritisierte Votum der CDU-Gremien fiel damals auf Marian Zachow. So blieb es auch, als später die Diskussion um die Besetzung des Ersten-Beigeordneten-Postens für Marburg-Biedenkopf aufkam. Nach für die CDU verlorener Landratswahl war ein CDU-Beigeordneter vorgesehen - und als potenzieller Kandidat kam neben Zachow unter anderem wieder Meyer ins Gespräch.

Doch auf der innerparteilichen Karriereleiter ging es für Meyer zumindest in Marburg-Biedenkopf nicht so richtig nach oben - in einem anderen Bundesland hat es jetzt geklappt. Ob er weggelobt wurde? „Nein, natürlich nicht. Es ist eine neue Herausforderung für mich. Die Pfalz war für uns als Familie einfach eine Option - und wir fanden, dass jetzt der Zeitpunkt wäre, uns zu verändern.“

Im hiesigen Landkreis mag es für Meyer an zu vielen kleinen und großen Konkurrenzkämpfen in der Kreis-CDU gescheitert sein. So kam es im Januar 2013 zu einem öffentlich ausgetragenen Gerangel zwischen dem Breidenbacher und dem CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Thomas Schäfer.

Posten-Gerangel zwischen Meyer und Schäfer

Der CDU-Delegierten-Parteitag in Biedenkopf wählte Meyer damals zum Ersatzkandidaten für Direktkandidat Schäfer im Wahlkreis 12 zur hessischen Landtagswahl - obwohl Schäfer sich als Ersatzkandidaten seinen Freund Dr. Horst Falk aus Dautphetal gewünscht und den Delegierten dies auch vorgetragen hatte. Damit löste Schäfer seinerzeit Verärgerung aus, denn im Vorfeld des Parteitags hatte er zugesagt, keine Wahlempfehlung auszusprechen.

Laut Pressemitteilung von gestern freut man sich nun in der Kreis-CDU für Tobias Meyer, „dass ihm diese ehrenvolle Aufgabe angetragen wurde“. So schreibt es Dr. Thomas Schäfer und bezeichnet die CDU Marburg-Biedenkopf als „kommunalpolitische Talentschmiede mit überregionaler Strahlkraft“. Mit dem Weggang des 35-Jährigen werden in der heimischen CDU einige Posten frei, die zum Februar 2015 neu zu vergeben sind.

von Carina Becker

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