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Meteorologe rät: „Tapfer sein!“

Sommer 2014 Meteorologe rät: „Tapfer sein!“

Der Sommer scheint im Urlaub zu sein. So und nicht anders lässt sich das aktuelle Wetter erklären. Für Landwirte, Freibäder und Eiscafés ist das eine mittlere Katastrophe. Touristen kommen dennoch in die Stadt.

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Die Tische im Café am Bootsanleger bleiben genauso leer wie die Boote selbst.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Regen, Wind und frühherbstliche Temperaturen statt Sonnenschein, blauem Himmel und Hitze. Schirm, Jacke und feste Schuhe statt Sonnenhut, T-Shirt und Sandalen. Wo ist nur der Sommer, fragen sich Schüler, Eltern, Urlauber. In Deutschland nicht, antworten die Wetterfrösche. „Wir müssen tapfer sein und durchhalten“, erklärt OP-Meteorologe Roland Schmidt. Grundsätzlich sei eine Wetterberuhigung für heute und morgen in Sicht. „So richtig toll wird es dann aber auch nicht“, ergänzt er: Mehr Sonne, weniger Regen und Temperaturen um die 20 Grad.

Nächste Woche könnte der Sommer zurückkehren

Spannend wird es laut Schmidt in der nächsten Woche. Denn dann bestehe die Möglichkeit der Rückkehr des Hochsommers. „Die verschiedenen Wettermodelle sind sich da aber noch nicht ganz einig. Man sollte noch keine voreiligen Schlüsse ziehen“, betont der Meteorologe. Während das amerikanische Modell einen sonnigen und warmen Montag und danach wieder wechselhaftes mäßig warmes Wetter ankündigt, geht das europäische Modell von sonnigem Wetter mit sommerlichen Temperaturen und ab nächstem Mittwoch von mehr als 30 Grad Celsius aus. „Wir müssen aber abwarten, wie sich die Wetterlage weiter entwickelt“, so Schmidt.

Für die Landwirte im Kreis ist sonniges, trockenes Wetter unabdingbar. „Wir sind angespannt“, sagt Erwin Koch, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Ein Teil des Getreides stehe immer noch auf den Feldern und müsse dringend eingebracht werden. „Wenn der Weizen oder die Sommergerste zu lange stehen, beginnen sie zu keimen“, erklärt Koch. Dann sei das Getreide nicht mehr für die Verarbeitung zu Mehl zu gebrauchen, könne stattdessen nur als Viehfutter dienen. „Bei Feuchtigkeit gehen die guten Werte verloren. Und eine Trocknung des Getreides lohnt sich bei den miesen Preisen aktuell auch nicht“, berichtet der Bauernverbandsvorsitzende.

Nicht schlecht sind dagegen die Besucherzahlen, die das Stadtallendorfer Freibad in dieser Saison bislang erzielte: „Natürlich kommen bei der aktuellen Wetterlage kaum Besucher in unser Bad“, erklärt Sarah Wiegand von der Stadtallendorfer Bäderverwaltung. Die Frühschwimmer ließen sich durch Regen und Kälte aber nicht abschrecken und würden trotzdem schwimmen gehen. Wiegand ergänzt aber: „Die Besucherzahlen über die ganze Saison hinweg betrachtet sind bisher aber nicht so schlecht, denn einige heiße Tage hatten wir ja schon - nur eben unter der Woche und nicht in den Ferien.“

Eine ähnliche Tendenz hat auch Marcello Camerin, Gründer der Eiscafés Camerin, festgestellt: „Das Frühjahr war gut, der August konterkariert diese Umsätze aber“, erklärt der Stadtallendorfer. Wenn das Wetter weiter so wechselhaft bleibe, könne das Plus nicht mehr aufrechterhalten werden, fügt er hinzu. Umsatztechnisch sei das Wetter daher eine Katastrophe. „Damit die Menschen Lust auf Eis haben, braucht es auch ein bisschen Sonne und Temperaturen von mehr als nur 20 Grad“, so der Betriebswirt.

Tagestouristen zieht es in die Museen

Den Tagestouristen, die Marburg besuchen, macht das herbstliche Wetter wenig bis gar nichts aus. „Auf uns hat das Wetter keinerlei Auswirkungen, auch wenn das schwer zu glauben sein mag“, erklärt Stefanie Dörr von der Marburg Tourismus und Marketing GmbH. Die Tagestouristen seien trotzdem da und entsprechend des Wetters gekleidet und ausgestattet. „Die Zahlen bleiben gleich - auch wenn es regnet“, betont Dörr. Vom aktuellen Wetter profitierten aber die Museen, die bei Regen und Wind eher aufgesucht würden als bei Sonnenschein und blauem Himmel.

von Katharina Kaufmann

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