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Messtechnik ist für Hochwasser-Prognose wichtig

Pegelhäuschen an der Lahn Messtechnik ist für Hochwasser-Prognose wichtig

Das Pegelhäuschen (Pegel Marburg) ist einer von 25 Landespegeln in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Gießen.

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Michael Jüngst gewährt einen Einblick in das Innere des Pegelhäuschens an der Lahn.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. Selbst manche Anwohner, die im Südviertel in unmittelbarer Nähe der Messstation an der Lahn wohnen, wissen nicht, was für eine Funktion es hat. Denn meistens sind die Rollläden des auf Höhe der Werderstraße befindlichen Gebäudes heruntergelassen. Und die Messtechnik im Inneren ist vor neugierigen Blicken verborgen. Die OP durfte einen Blick hineinwerfen.

„Die Messstation erfasst den Wasserstand der Lahn, was für die Hochwasservorhersage von besonderer Bedeutung ist“, erläutert Michael Jüngst, Mitarbeiter des Regierungspräsidiums. Konkret geht es dabei nicht nur um die Höhe des Wasserstandes, sondern auch um die Fließgeschwindigkeit. Diese beträgt durchschnittlich rund einen Meter pro Sekunde, was einer Geschwindigkeit von 3,6 Stundenkilometern gleichkommt. Wenn es Hochwasser gibt, fließt das Lahnwasser allerdings ein bisschen schneller. Anhand der genauen Daten kann man genauere Prognosen über mögliche Hochwasserstände lahnabwärts treffen. Über ein Rohrsystem ist das Pegelhäuschen mit der Lahn verbinden. In dem Haus ist eine Falltür eingebaut.

Steigleiter-System führt fünf Meter in die Tiefe

Über ein Steigleiter-System führt sie rund fünf Meter in die Tiefe bis auf die Wasserebene, die genau dieselbe Höhe hat wie der aktuelle Lahnpegel. Dort unten messen zwei Schwimmer aus Plastik den Wasserstand. Zudem ist in dem Häuschen eine moderne Durchfluss­messananlage installiert. Sie misst den Wasserstand und die jeweilige „Abflussmenge“ der Lahn, also die Geschwindigkeit, in der die Lahn weiter Richtung Gießen fließt. Alle Messwerte werden gespeichert und zur weiteren Verarbeitung weitergegeben.

Wozu sind aber die auffälligen Seilzüge da, die das Pegelhäuschen mit dem gegenüberliegenden Ufer verbinden? Mit Hilfe dieser Konstruktion ist es möglich, ein mit elektronischen Messvorrichttungen ausgestattetes kleines „Mess-Boot“ zu Wasser zu lassen, das bis über den Fluss gezogen wird. Das Boot nutzt Ultraschallwellen, um in hochauflösender Qualität konstant über die jeweilige Gewässerbreite und -tiefe die Fließgeschwindigkeiten mit Hilfe des Doppler-Effektes zu ermitteln. Da gleichzeitig auch das Gewässerprofil durch Messtechnik erfasst und per Bluetooth oder Funk an einen Laptop weitergeleitet wird, kann in Echtzeit der Durchfluss im Gewässer bestimmt werden.

von Manfred Hitzeroth

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