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Menschen mit Gott in Berührung bringen

Aktion Citykirche Menschen mit Gott in Berührung bringen

Die katholische Gemeinde St. Peter und Paul plant ihre Zukunft. Am Sonntag wurde auf einer Infoveranstaltung im Gemeindesaal ein weitreichendes Konzept vorgestellt.

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Ordinariatsrat Peter Göb (von links), Leiter des Seelsorgeamtes Fulda, Klaus Nentwich, Pfarrer St.Peter und Paul, Dr. Martin Stanke, Hochschulpfarrer und Leiter der KHG), stellten sich den Fragen des Publikums. Auf den Tafeln im Hintergrund konnten die Teilnehmer Fragen stellen.

Quelle: Alexander Graf

Marburg. „Unsere Zielgruppe sind Menschen, die über die Gemeinden und die klassische Gemeindeseelsorge nicht mehr von uns erreicht werden“, erklärte Klaus Nentwich, Pfarrer der Gemeinde St. Peter und Paul, in seiner Eröffnungsrede.

Dieses Ziel, mit dem Begriff „Citypastoral“ beschrieben, sei allerdings nur ein Baustein im Zukunftskonzept für die katholische Kirche in Marburg und Fronhausen.

„Wir haben uns gefragt: Was wollen wir? Wen wollen wir ansprechen? Doch die Ergebnisse darauf gehen weit über das hinaus, was wir eigentlich vorhatten.“

Wie die Planung verlief und was denn nun konkret geplant sei, illustrierten die Vorträge von Ordinariatsrat Peter Göb, Leiter des Seelsorgeamtes Fulda, sowie von Dr. Axel Weiß, Sprecher des Pfarrgemeinderates von St. Peter und Paul. Vor drei Jahren sei der Zukunftsprozess angestoßen worden, berichtete Weiß. „Das Bistum Fulda bestand darauf, da es viel Geld für die Sanierung unserer Gebäude in die Hand nehmen soll, dass wir einen langfristigen Plan aufstellen. Wir reden von 20, 30 Jahren. Wir sollten hier auch ein Stück weit für die anderen Gemeinden mitplanen.“ Letzteres sei einigen in den besagten Gemeinden sauer aufgestoßen, was Weiß als Kommunikationsproblem bezeichnete.

In Zukunft solle es drei Säulen geben: Die klassische Gemeindearbeit, Citypastoral und Hochschulpastoral. Außerdem sollen die einzelnen Gemeinden Arbeitsschwerpunkte bilden und sich damit gegenseitig entlasten. Doch solle niemandem etwas weggenommen werden, beteuerte Weiß in Bezug auf das bereits erwähnte Kommunikationsproblem.

Warum ein solches Konzept überhaupt notwendig sei, beschrieb Ordinariatsrat Peter Göb. Die Lebenswirklichkeit der Bürger sowie ihr Bezug zur Kirche habe sich bei vielen gewandelt. „Die Menschen sind heute oft nicht mehr bereit, sich langfristig für etwas zu engagieren, sie tun dies punktuell. Viele setzen auf multioptionale Teilnahme und nicht mehr auf stabile Zugehörigkeiten. Außerdem ist die Kirche heutzutage nur noch eine Institution von vielen.“

Man wolle nun die Menschen abholen, wo sie sind. Auf sie zugehen. Ihnen Gott wieder schmackhaft machen. „Die Kirche hat nicht den Auftrag, nur sich selbst zu erhalten. Ihr Ziel muss es sein, dass die Menschen mit Gott in Berührung kommen.“

Die abschließende Diskussion zeigte, dass sich viele Teilnehmer Gedanken machen, wie die Gemeinden wieder an Attraktivität gewinnen könnten und wie wieder mehr Menschen eingebunden werden könnten.

Dies griff der Marburger Pfarrer Klaus Nentwich auch in seinem Schlusswort auf: „Wir müssen die 90 Prozent der Katholiken, die nicht mehr am Gemeindeleben teilnehmen, in den Focus nehmen.“

von Alexander Graf

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