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„Menschen in ungewissen Zeiten Hoffnung geben“

Ausstellung 25 Jahre Deutsche Einheit „Menschen in ungewissen Zeiten Hoffnung geben“

Die informative Ausstellung „Der Weg zur Deutschen Einheit“ ist in den Räumen der Sparkassenhauptfiliale zu sehen.

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20 Plakate mit informierender Textgestaltung sowie 150 Fotos zeigen den historischen Verlauf der Wendezeit.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. „Ich kann mich noch sehr lebhaft an die Zeit der Grenzöffnung erinnern“, beschreibt Sparkassenvorstand Andreas Bartsch seine Eindrücke der damaligen Zeit, als er noch in Göttingen unweit der innerdeutschen Grenze lebte. Ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung der ehemals geteilten deutschen Staaten stehe die „Würdigung des geschichtlichen Punktes“ mehr denn je im Zentrum der politischen Aufmerksamkeit, betonte Ausstellungsinitiator und Bundestagsmitglied Sören Bartol (SPD) während seiner Eröffnungsrede.

Auf 20 Plakatwänden mit Textgestaltung und 150 Fotos sowie zusätzlichen mittels QR-Code abrufbaren Video-Podcasts per Smartphone zeichnen die Autoren und Gestalter, Dr. Ulrich Mählert und Dr. Thomas Klemm, den langen Weg der Wiedervereinigung nach. Zurückblickend auf den Sommer 1989, in dem die Ausreisewelle der DDR-Bürger aufkochte und die letzten Tage des sozialistischen Staates durch die fried­liche Revolution abgelöst wurde, schlängelt sich der geschichtliche Verlauf anhand einzelner gesellschaftspolitischen Entscheidungen entlang der Plakate.

Besondere Momente und Entscheidungsfragen zur europäischen Integration und der Selbstdemokratisierung der DDR bis hin zum Neuanfang zwischen Deutschland und Polen, den Zwei-plus-Vier-Verträgen sowie einer abschließenden Zwischenbilanz, widmen sich die Textinhalte. Dass die Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung Aufarbeitung und parteiübergreifend die Solidarität in Deutschland und Europa wieder in die Köpfe der Menschen rufe, sei „gerade in der derzeitigen politischen Lage mehr denn je gefordert“, sagte Bartol. Ein Aufbegehren der Menschen nach Demokratie und selbstbestimmter Lebensweise „zeige sich heute an ähnlichen Gründen der Flüchtlingsbewegung wieder“, erklärte Michael Roth (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt. „Ich denke an Prag, ich denke an Ungarn und Solidarnosc“. Die Frage: „Können wir uns das leisten?“, stehe deshalb nicht im Einklang mit dem europäischen Gedanken. „Menschen in ungewissen Zeiten und schwierigen Lebensumständen wieder Hoffnung zu geben“, das habe Altkanzler Helmut Kohl als eine Symbolfigur der Wiedervereinigung herausgestellt, obgleich vieles auch hätte besser gemacht werden können, sagte Roth. Deshalb wünscht sich der Spitzenpolitiker einen „Brückenschlag von damals zu heute“, ein gemeinsames „Unterhaken“ der europäischen Mitgliedsländer statt eines bloßen „Wegduckens“ entgegen der internationalen Staatengemeinschaft.

von Arnd Hartmann

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