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Menschen im Waldtal lieben ihre Grünflächen

Bauliche Veränderungen geplant Menschen im Waldtal lieben ihre Grünflächen

Das Waldtal soll in den kommenden zehn Jahren baulich verändert werden. Bei einer Informationsveranstaltung im St.-Martin-Haus stellte ein Landschaftsarchitekt einen Plan vor.

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Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies lud Bürger des Waldtals zur Diskussion ein.

Quelle: Moritz Gorny

Marburg. 2014 wurde das Waldtal in das Bundes-Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen. Es sieht einen Zeitraum von zehn Jahren vor, in dem der Stadtteil sozial, baulich und kulturell gestärkt werden soll. In verschiedenen Ortsbegehungen hatten die Bewohner des Waldtals die Gelegenheit genutzt, um konstruktive Kritik an ihrem Viertel zu äußern. Vor allem standen dabei bauliche Maßnahmen wie die Neugestaltung von Spielplätzen oder die Ausleuchtung verschiedener Plätze im Vordergrund. Den Auftrag, diese Meinungen und auch die Wünsche der Stadt planerisch zusammenzufassen, erhielt das GTL-Landschaftsarchitektenbüro aus Kassel.

Am Mittwochabend lud Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) die Bürger des Waldtals zu einer Vorstellungs- und Diskussionsrunde ins St.-Martin-Haus ein. Landschaftsarchitekt Markus Gnuechtel stellte den 50 Zuhörern eine vorläufige Version des Masterplans vor, der bauplanerische Ideen im Waldtal zusammenfasst. Insgesamt umfasst dieser Masterplan 17 Bauvorhaben, die den Stadtteil attraktiver und anwohnerfreundlicher machen sollen. Der Referent betonte, dass jegliche Planung in Kooperation mit der Stadt die historischen Grundlagen des Ortes mit einbezieht und baulich nicht antastet. So hob Gnuechtel die besondere Lage hervor: Das Waldtal wurde buchstäblich in den Wald hineingebaut und verfügt somit über einen unverwechselbaren, naturnahen Charme. Den wollen die Planer um jeden Preis erhalten.

Zu möglichen baulichen Veränderungen sagte Gnuechtel: In der Eisenbahnunterführung zwischen der Alten und Neuen Kasseler Straße sei ein „Angstraum“ entstanden, der besser beleuchtet und begehbarer werden müsse. Die Panoramastraße zu den Lahnbergen sei hauptsächlich für große, motorisierte Fahrzeuge nutzbar. Sie solle zukünftig auch für Fahrräder und E-Bikes attraktiver gemacht werden. Aber auch die kleineren Wege hatte Gnuechtel im Blick: Ein „sekundäres Wegenetz“ könne die fußläufige Begehbarkeit des Waldtals drastisch verbessern.

Zum Ortskern am Waidmannsweg sagte Gnuechtel, dort stehe ein Trafohäuschen mitten auf dem Platz. Außerdem versperre eine Hecke die Sicht auf die historische Eiche. Er plane, diese Aspekte zu verändern und somit den Ortskern als solchen kenntlicher zu machen.

Bürger mahnen Sanierung bestehender Gebäude an

Kritik äußerten die Bürger an der Nutzung des Parkdecks. Es sei schlecht erreichbar und nicht befahrbar. Gnuechtel schlug eine Schranke vor, damit es der Bürgerschaft zugänglich wird. Außerdem kam wiederholt die Wortmeldung, die Knutsbach - ein kleines, fließendes Gewässer - wieder freizulegen und dem Ort damit verlorenen Charme zurückzugeben. Die Bewohner betonten vehement, dass ihnen ihre Grünflächen sehr am Herzen liegen. Diese möchten sie im Zuge der baulichen Maßnahmen nicht verlieren. Gnuechtel versicherte, dass dieser Aspekt in der Planung eine große Rolle spiele.

Die Bürger gaben ebenfalls zu bedenken, dass nicht nur Neubauten, sondern auch die Sanierungen bestehender Gebäude in Betracht gezogen werden müssten. Seitens der Stadt und des Landschaftsarchitektenbüros seien bereits Ideen entworfen worden, die aber im Einzelnen auch mit den Anwohnern diskutiert werden könnten. Zu den Bauvorhaben soll es runde Tische geben - Termine folgen rechtzeitig.

von Moritz Gorny

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