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„Menschen, Märkte, Miteinander“

CDU-Listenparteitag „Menschen, Märkte, Miteinander“

Mit dem Ersten Kreisbeigeordneten an der Spitze und bewährten Kräften dahinter geht die CDU in die Wahlen zum Kreistag im März 2016. Der Parteitag beschloss am Freitagabend in Kirchhain die Kandidatenliste.

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Marian Zachow, CDU-Spitzenkandidat für die Kreistagswahl, schwört die Partei auf den Wahlkampf ein.

Quelle: Michael Agricola

Kirchhain. Mit dem Spitzenergebnis von 97 Prozent (131 von 135 Stimmen) sprachen die CDU-Delegierten dem Neu-Stadtallendorfer Marian Zachow das Vertrauen aus und kürten ihn damit zum Spitzenkandidaten auf der Liste zum Kreistag (die OP berichtete). Dahinter folgen unter den ersten Zehn ausschließlich langjährige Kreistags- oder Kreisausschussmitglieder.

Auf Platz elf ist in Matthias Friehe der erste neue Kandidat der Jungen Union (JU) platziert. Allerdings ist Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Heck (Platz vier) als JU-Landesvorsitzender zugleich ein Kandidat der CDU-Nachwuchsorganisation. Dass sich nicht alle Wünsche und Vorgaben bei der Listener­stellung vollends erfüllen ließen, bedauerte der Kreisvorsitzende Dr. Thomas Schäfer. „Aber wenn wir alles berücksichtigt hätten, hätten wir auf den ersten 30 Plätzen 52 Kandidaten unterbringen müssen. Das ist selbst uns nicht möglich.“ Jeder dritte Listenplatz unter den ersten 30 ist mit einer Frau besetzt, die Stadt- und Gemeindeverbände sind dagegen erst unter den ersten 37 komplett vertreten, die verschiedenen CDU-Verbände bis Platz 40.

Zuvor hatte der designierte Spitzenkandidat Zachow in einer kämpferisch vorgetragenen Rede skizziert, wofür die CDU in der Kommunalwahl stehen soll, um den Kampf um die Köpfe - hier des Wahlvolks - zu gewinnen. Er stellte die Ziele unter die Überbegriffe „Menschen, Märkte, Miteinander“. Die größte Ressource des Landkreises seien nicht Bodenschätze, sondern seine Menschen und ihre Fähigkeiten. Es gehe darum, den Bildungsstandort auszubauen, etwa die Berufsschulen zu stärken, stärker mit der Wirtschaft zu vernetzen, aber auch dafür zu sorgen, dass es vor allem in den Grundschulen bei „kurzen Wegen für kurze Beine“ bleibe, das heiße, dass auch kleine Schulstandorte erhalten bleiben sollten.

Zachow: Rahmenbedingungen müssen stimmen

Zachow will dafür kämpfen, dass die Menschen auch nach ihrer Ausbildung in Schule wie Hochschule im Landkreis bleiben wollen. Dazu müsse stärker bewusst gemacht werden, dass Innovation „auch im ländlichen Raum bei uns stattfindet“, so Zachow. Die richtigen Rahmenbedingungen als Sandwich-Region zwischen den Ballungsräumen im Süden und Norden gelte es mit leistungsstarker Infrastruktur zu schaffen, dazu gehört für ihn neben der A49 auch ein möglicher Ausbau der Westverbindung in der Variante „B62plus“ mit Ortsumgehungen für Eckelshausen, Buchenau und Sterzhausen.

Das Miteinander machte Zachow unter anderem an der Kooperation des Kreises mit den Kommunen - auf Augenhöhe - fest. Im Umgang mit Flüchtlingen setzt er auf würdevolle Unterbringung und gute Integration, mahnte aber auch, dass „wir offen ansprechen müssen, wenn es Probleme gibt“. Es müssten Regeln und Grenzen gesetzt und Probleme konstruktiv miteinander gelöst werden. „Es ist keinem geholfen, wenn man alles nur zukittet“, es müsse thematisiert werden, so wie es Neustadts Bürgermeister Thomas Groll jüngst getan habe, betonte Zachow.

Korrigiert wurde Zachow in der anschließenden Aussprache im Plenum nur in einem Punkt. Rudolf Jockel aus Rauschenberg merkte an, dass es nicht nur um die Köpfe der Menschen gehe, die man erreichen müsse, sondern vor allem um Herzen, die es zu gewinnen gelte.

Den größten Applaus des Abends, gar stehende Ovationen, bekam aber nicht Zachow, sondern Versammlungsleiter Heinrich Herbener (Ebsdorfergrund). Er hatte wie gewohnt durch das Wahlprozedere geführt, wie seit 30 Jahren bei jedem Parteitag, wie er betonte. Herbener kündigte dann jedoch an, dass dies das letzte Mal gewesen sei. Er wolle die Aufgabe und das Mandat in jüngere Hände legen, daher werde er auch nicht mehr für den Kreistag kandidieren. Dem hat er lange vorgestanden, derzeit ist er stellvertretender Kreistagsvorsitzender.

Ziel der Union ist es, im Kreistag wieder die stärkste Fraktion zu werden. Bei der Wahl 2011 lag die SPD mit 30 Mandaten vor der CDU (27).

Die ersten 25 Listenplätze
1. Marian Zachow (Stadtallendorf), 2. Werner Waßmuth (Lohra), 3. Rosemarie Lecher (Kirchhain), 4. Dr. Stefan Heck (Amöneburg), 5. Dr. Christean Wagner (Lahntal), 6. Karin Lölkes (Münchhausen), 7. Frank Gotthardt (Marburg), 8. Manfred Vollmer (Stadtallendorf), 9. Christiane Becker (Gladenbach), 10. Volker Drothler (Wetter), 11. Matthias Friehe (Marburg), 12. Elisabeth Dörr (Lohra), 13. Stephan Klenner (Marburg), 14. Christian Hölting (Cölbe), 15. Elvira Thomas (Breidenbach), 16. Christian Weigel (Dautphetal), 17. Alexander Steiß (Weimar), 18. Christine Meister (Lohra), 19. Werner Kattarius (Biedenkopf), 20. Swen Falke (Marburg), 21. Natascha Langer (Wetter), 22. Dietmar Menz (Kirchhain), 23. Claus Lixfeld (Bad Endbach), 24. Erika Nies (Lahntal), 25.Helmut Wege (Dautphetal).

von Michael Agricola

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