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„Meilenstein für den Rettungsdienst“

DRK-Simulationszentrum „Meilenstein für den Rettungsdienst“

Nach zwei Jahren Bauzeit ging gestern das Simulationszentrum des Deutschen Roten Kreuz (DRK) mit einer Feier in Betrieb. Unter anderem war Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier zu Gast.

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DRK-Geschäftsführer Markus Müller (von links), Ursula Bouffier, Ministerpräsident Volker Bouffier, Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und Gießens Landrätin Anita Schneider schauen sich eine der Gummipuppen am neu eröffneten Simulationszentrum an.

Quelle: Nadine Weigel

Cappel. Der Mensch macht Fehler. Das ist natürlich und das ist verständlich. Manche Fehler sind fataler als andere, zum Beispiel wenn es um Menschenleben geht. Doch aus Fehlern kann man auch lernen. Und genau das hat sich das neue Simulationszentrum des DRK zur Aufgabe gemacht. Hier soll die Anwendung von notfallmedizinischen Kenntnissen durch die Simulation von realitätsnahen Notfallsituationen trainiert werden.

Gestern weihte das DRK seine neue Einrichtung in Cappel ein - rund 180 Gäste kamen zum Eröffnungsfest. „Simulation bedeutet, Fehler machen zu können, aus ihnen lernen zu können und sie in Zukunft vermeiden zu können“, sagte Dr. Clemens Kill, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin am Uniklinikum Marburg.

Nach zwei Jahren eröffnete am Mittwoch das Simulationszentrum des Deutschen Roten Kreuz (DRK) mit einer kleinen Feierstunde, bei der auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier zu Gast war.

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Es ist nicht das erste in Marburg, doch anders als das Simulationszentrum auf den Lahnbergen, das lediglich der medizinischen Ausbildung von Studierenden dient, ist es das erste für den Rettungsdienst und für fertig ausgebildete Arbeitskräfte. „In dramatischen Situationen merkt man Fehler nicht so schnell“, so Kill.

Doch gerade in Extremsituationen muss der Rettungsdienst professionell handeln, Menschenleben können davon abhängen. Im Simulationszentrum werden die Sanitäter in Krisensituationen hineinversetzt, den Ernstfall zu trainieren.

Es sei nicht nur eine Möglichkeit, die Patientensicherheit zu verbessern, sondern auch die persönliche Sicherheit der Einsatzkräfte, wodurch eine erhöhte Leistungsfähigkeit entstehe, sagte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck. Und auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier äußerte sich äußerst positiv über die Innovation: „Sie haben Wegweisendes auf die Strecke gebracht“, sagte er und sprach von einem „Meilenstein für das Rote Kreuz, für das Bildungszentrum, aber vor allem für qualifizierte Notfall- und Rettungsdienste“. Das Zentrum habe „Strahlkraft weit über die Region hinaus“.

Vorbildliche Kooperation

Wittekt würdigte zudem die Kooperation zwischen DRK und Uniklinikum. Die Kooperation seien vorbildlich und bringe Synergien, sagte Witteck, der Marburg-Biedenkopf als Gesundheitsregion hervorhob.

Das Simulationszentrum, das nun offiziell in Betrieb ist, betrachteten die Festredner als einen wichtigen Baustein in der medizinischen Versorgung. Stephan Grosch jedenfalls, Leiter des Zentrums, war sehr zufrieden. Er wünschte sich für die neue Einrichtung „viele Schulungen, viele Termine, viele Teilnehmer und dass wir uns stetig weiterentwickeln mit der Medizin“.

In den Aufbau des Simulationszentrums steckte das DRK Mittelhessen rund 750 000 Euro, allein für die mobile Simulations- und Medientechnik wie beispielsweise die SimualtionsPuppen und die Dateninfrastruktur im Gebäude, teilte Susanne Pressesprecherin Susanne Papendorf mit.

Den Gebäudekomplex, in dem sich das Zentrum befindet, eröffnete das DRK bereits 2013. Er beherbergt neben dem Simulationszentrum das DRK-Bildungszentrum.

von Leonie Ruhland

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