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Mehrkosten von 15 Prozent

Stadthalle Mehrkosten von 15 Prozent

Beim Bericht zum Stadthallen-Umbau erläuterten Projektsteuerer Randolph Petrowitz und Baudezernent Dr. Franz Kahle ­(Grüne) Details zur ­Kostenentwicklung. Wie schon im März dieses Jahres tagten Bauausschuss sowie Schul- und Kulturausschuss erneut gemeinsam, um den aktuellen Bericht über den Fortgang des Stadthallenumbaus entgegenzunehmen.

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Das Richtfest für die „neue Stadthalle Marburg“ fand im November statt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Wie Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bereits beim Richtfest für den Teilneubau der Stadthalle erwähnt hatte, sind die Baukosten im Vergleich zum März erneut gestiegen (die OP berichtete). Randolph Petrowitz von der für die Projektsteuerung verantwortlichen Firma „Drees und Sommer“ erläuterte am Donnerstag bei der „doppelten Ausschusssitzung“ im Saal des Bauamts die Entwicklung der Kosten.

Vom Stadtparlament war im November 2012 die Ausführungsplanung mit einem Kostenvolumen von 28,7 Millionen Euro genehmigt worden. Im März dieses Jahres hatten sich die Kosten bereits auf 29,5 Millionen Euro erhöht. Derzeit gehen die Projektsteuerer von Kosten in Höhe von 31,1 Millionen Euro aus. Hinzu könnten weitere mögliche Kostenrisiken kommen, für die Rückstellungen vorgenommen werden sollten.

Deswegen wurden für die erste Lesung des Haushalts 2015/2016 zusätzliche Mittel von 4,3 Millionen Euro beantragt, erläuterte Baudezernent Dr. Franz Kahle. Dies entspreche einer zusätzlichen Summe von 15 Prozent der ursprünglich angesetzten Bausumme. Kahle erläuterte, dass die Stadtverantwortlichen bereits vor dem Beginn der Bauarbeiten auf die Möglichkeit hingewiesen hätten, dass aus Erfahrungen mit Vergleichsprojekten ein zusätzlicher Budgetbedarf von 10 bis 15 Prozent erforderlich sein könne.

Großer Saal bleibt stehen und wird saniert

Derzeit gehe man bei der Stadt Marburg davon aus, dass es wohl zu diesen Mehrkosten von 15 Prozent kommen werde, und zwar aufgrund von unvorhergesehenen Bauereignissen. Kahle erwähnte aber erneut, dass Grobschätzungen in einem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten von Kosten in Höhe von 44 Millionen Euro für einen Neubau der Stadthalle an derselben Stelle ausgegangen seien. Nun spare die Stadt Marburg auf jeden Fall rund 10 Millionen Euro.

Der städtische Bauamtsleiter Jürgen Rausch ergänzte, dass die Kostensteigerung nicht auf zu niedrig angesetzten Standards beruhe. Vielmehr entständen diese zusätzlichen Kosten vor allem durch Schwierigkeiten aufgrund der alten Bausubstanz rund um das Kerngebäude, das den großen Saal der alten Stadthalle umhüllt. Dieser Bau soll stehenbleiben und wird saniert, während der Neubau daran andockt. Petrowitz berichtete, dass vor allem Erschwernisse bei den Arbeiten am Bestandsgebäude sowie im Übergangsbereich zwischen Alt- und Neubau zu mehr Kosten führen würden. Er nannte im einzelnen folgende Gründe für die Mehrkosten:

  • Die Stahlbeton-Konstruktion des Bühnenturms im Altbau war größtenteils schadhaft und musste saniert werden. Auch die Lüftungs-Zentrale im Keller musste wegen maroder Bausubstanz großflächig saniert werden. Zudem habe es davon ausgehend eine Art „Ketten­reaktion“ gegeben, weil zusätzlich noch die Deckenkonstruktionen hätten verstärkt werden müssen.
  • Zusätzliches Geld muss auch ausgegeben werden, weil es für die an sich in guten Zustand befindliche Bühnentechnik neue geänderte Brandschutz-Bestimmungen gibt und deswegen Teile der Bühnentechnik ausgetauscht werden müssten.
  •  Zudem berichtetet der Projektsteuerer von weiteren Kostensteigerungen in Höhe von sechs Prozent bei den zwischenzeitlich vergebenen Ausschreibungen an Fachfirmen.
  • Auch die Kosten für den großen Wasserschaden in der Baugrube vor rund einem Jahr, als von einem Bagger eine falsch eingetragene Druckwasserleitung beschädigt worden war (die OP berichtete), schlagen jetzt erst zusätzlich zu Buche, so Petrowitz. Er geht davon aus, dass trotz des unter anderem dadurch aufgetretenen Verzugs bei den Bauarbeiten der beim Richtfest genannte Einweihungstermin im Januar 2016 erreicht werden könne. Dann soll in der neuen Stadthalle der Neujahrsempfang des Magistrats stattfinden.

von Manfred Hitzeroth

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