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Mehr als 400 Beschwerden über "rechts vor links"

Tempo-30-Zone Mehr als 400 Beschwerden über "rechts vor links"

Im gesamten Stadtteil Wehrda gilt seit Juni Tempo 30. Doch die damit einhergehende Rechts-vor-Links-Regelung führt zu "extremen Problemen im Busverkehr", sagt Ortsvorsteher Dirk Vaupel.

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Tempo-30-Zone in Wehrda: Ein Bus der Linie 4 fährt durch die Mengelsgasse. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Ortsbeirat Wehrda habe sich schon seit Jahren für die flächendeckende Einführung einer Tempo-30-Zone im Stadtteil eingesetzt, betont Vaupel. Und er befürworte diese weiterhin.

Allerdings habe die Praxis in den vergangenen Wochen gezeigt, dass die generelle Rechts-vor-Links-Regelung besonders für die Fahrer der beiden Stadtbuslinien und damit auch für deren Fahrgäste mehr als problematisch sei.

Insgesamt sind laut Vaupel in der Verwaltungsaußenstelle Wehrda mehr als 400 Beschwerden von Bürgern über Probleme mit der Vorfahrtregelung eingegangen. Vaupel erklärt, in Wehrda gebe es ein gutes Dutzend Haltestellen, hinter denen unmittelbar Seitenstraßen von rechts in die Hauptstraße einmünden. Das führe oft dazu, dass die Busfahrer, kurz nachdem sie angefahren sind, wieder bremsen müssen, wenn von rechts ein Auto naht. Dem Ortsvorsteher ist berichtet worden, dass dadurch bereits Passagiere, die sich nach dem Einsteigen noch nicht hingesetzt hatten, gestürzt sind, sagte er im Gespräch mit der OP.

Vaupel will deshalb erreichen, dass in Wehrda eine Verwaltungsvorschrift zum Paragrafen 45 der Straßenverkehrsordnung umgesetzt wird. Diese besagt: „Wo die Verkehrssicherheit es wegen der Gestaltung der Kreuzung oder Einmündung oder die Belange des Buslinienverkehrs es erfordern, kann abweichend von der Grundregel ,rechts vor links‘ die Vorfahrt durch Zeichen 301 angeordnet werden.“

Es werde in Kürze, wahrscheinlich in der kommenden Woche, einen Ortstermin geben - mit der Straßenverkehrsbehörde, der Polizei und den Stadtwerken, bestätigt Ralf Laumer, Pressesprecher der Stadt.

Keine flächendeckende Tempo-30-Zone in Marbach

Das Thema „Tempo-30-Zone“ wird seit Juni auch im Ortsbeirat Marbach diskutiert. Auf seiner jüngsten Sitzung lehnte das Gremium die Einführung im gesamten Stadtteil ab. Ausnahmen werden die Straßen Köhlersgrund und Brunnenstraße sein.

Der Köhlersgrund wird demnächst eine Tempo-30-Zone, jedoch nur zwischen Marbacher Weg und der Abzweigung in die Karl-Justi-Straße. In diesem Abschnitt heißt es für Autofahrer, sobald die Schilder stehen, Fuß vom Gas.

Dies gilt schon jetzt für die Brunnenstraße in der Engstelle auf Höhe des „Vino Nobile“. Die Tempo-30- Zone wird dort demnächst bis zur Emil-von-Behring-Straße verlängert werden.

Grund für die Erweiterung ist die Kindertagesstätte an der Einmündung zum Bienenweg. Da die Kinder häufig die Brunnenstraße überqueren müssen, um am Mittagstisch oder Sportunterricht teilnehmen zu können, wird dort demnächst Tempo 30 gelten.

Größte Umstellung für Verkehrsteilnehmer wird die Beachtung der Vorfahrtregelung in den betroffenen Straßen sein, da in Tempo-30-Zonen grundsätzlich rechts vor links gilt. Dies sei zwar ein „Hindernis für den Verkehr“, sagte der Ortsbeirat, jedoch nur ein kleines, da die neue Regelung in der Marbach nur für wenige Straßen gelten werde.

Die entsprechenden Schilder werden in den kommenden Tagen, spätestens bis Ende September, errichtet, teilte Ortsvorsteher Dr. Ulrich Rausch mit.

von Michael Arndt und Ina Tannert

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