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Nachruf

Mehr als 40 Jahre im Einsatz für das THW

Das Technische Hilfswerk (THW) trauert um Gerhard Linne, der am Donnerstag im Alter von 72 Jahren gestorben ist. Zum THW Marburg gehörte er seit 1969, war Ortsbeauftragter für Marburg von 1971 bis 2008 sowie Kreisbeauftragter für den Landkreis Marburg-Biedenkopf seit 1975.
Gerhard Linne ist mehrfach ausgezeichnet worden.

Gerhard Linne ist mehrfach ausgezeichnet worden.

© privat

Marburg. Bereits in den ersten Jahren sorgte er für eine rasante Entwicklung des THW in Marburg. Die Mitgliederzahlen wuchsen schnell auf mehr als 50 Helfer und Linne erreichte, dass der Ortsverband Standort für einen kompletten Bergungszug wurde. Später wurde auf seine Initiative ein weiterer Instandsetzungszug in Marburg stationiert und die Helferzahlen wuchsen auf weit mehr als 80 Personen an. Sehr früh galt sein Engagement der vernünftigen Unterbringung des Ortsverbandes und der Ausstattung und den Fahrzeugen. Seine direkte Intervention beim damaligen Innenminister Hans-Dietrich Genscher sorgte dafür, dass der Ortsverband aus der völlig unzureichenden Liegenschaft auf dem Gelände der Deutschhaus-Garagen in einen Neubau in der Molkereistraße in der Nähe des Südbahnhofes umziehen konnte. Dies war zur damaligen Zeit die modernste THW-Unterkunft in ganz Deutschland, die danach noch mehrfach im Bundesgebiet in diesem Baumuster gebaut wurde.

Die optimale Ausstattung seines Ortsverbandes und seiner Helfer war ihm immer eine Herzensangelegenheit, die er mit einer großen Kraftanstrengung verfolgte. Der Ortsverband Marburg gehört so noch heute zu den bestausgerüsteten innerhalb des THW in der Region.

Während seiner weit mehr als 40-jährigen Dienstzeit führte Linne in unzähligen Einsätzen nach Katastrophen und Großschadenslagen seine THW-Einheiten, die weit über die Landkreisgrenzen hinaus Bürgern in Not Hilfe brachten. Als Schlaglichter sind unter anderem die Tankwagenkatastrophe in Herborn oder auch die Hilfseinsätze während der Hochwasserkatastrophe im hiesigen Landkreis und den Jahrhunderthochwassern an Oder und Elbe in Ostdeutschland zu nennen. Linne selbst führte Anfang der 90er Jahre einen Hilfsgütertransport mit aus dem Landkreis gespendeten Lebensmitteln und medizinischen Geräten in das russische St. Petersburg.

Linne war Träger der höchsten THW-Auszeichnungen, ebenso wie Auszeichnungen der Feuerwehr und des Landes-Katastrophenschutzes.


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