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Mehr als 1500 Flüchtlinge leben in der Stadt

Sitzung des Sozialausschusses Mehr als 1500 Flüchtlinge leben in der Stadt

Der Magistrat plant Immobilienkäufe zur weiteren Flüchtlings-Unterbringung. „Wir sind in Verhandlungen, haben mehrere Alternativen“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

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Ein 16-jähriger Flüchtling steht im Zimmer in einer Wohngruppe. Die meisten unbegleiteten Minderjährigen, die in Marburg leben, stammen aus Syrien und Afghanistan.

Quelle: Archiv

Standorte nannte er während der Sozialausschusssitzung am Mittwochabend noch nicht, jedoch sei der Schritt als solcher nötig, um die steigende Zahl der Flüchtlings-Zuweisungen zu bewältigen.

1500 Flüchtlinge mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus (anerkannt, geduldet sowie abgelehnt mit Altfallregelung) leben laut Vaupel derzeit in der Universitätsstadt. Bis Jahresende geht die Stadtspitze von mehr als 1600 aus. 320 seien alleine in diesem Jahr gekommen. „Bislang gelingt uns die dezentrale Unterbringung derer, die dauerhaft in Marburg leben, gut“, sagt Vaupel. Jedoch werde das nicht unbegrenzt so weitergehen, weshalb man etwa über mögliche Immobilienkäufe nachdenke, um vorzusorgen.

„Wir gehen mindestens mittelfristig von einem weiteren Anstieg der Zuweisungszahlen aus“, ergänzt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Speziell in Bezug auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) – für die Marburg ab kommendem Jahr hessisches Betreuungszentrum werden will – sei mit einem Anstieg auf mehr als 250 bis 2017 zu rechnen.

Vaupel pocht auf klare Regelungen

Bislang leben 75, bis Jahresende wohl 100 Jugendliche, die vom Jugendamt betreut werden, in verschiedenen Wohngruppen. Es handelt sich größtenteils um junge Männer zwischen 14 und 18 Jahren. Die meisten stammen aus Syrien und Afghanistan, die Schulbildung und Englischkenntnisse einiger seien gut, hat eine Überprüfung des Jugendamts ergeben.

„Wir wollen diese jungen Leute und zwar dauerhafter als ein paar Monate. In Marburg sollen sie mit Schule, Ausbildung und Arbeit eine Perspektive, ein geordnetes Leben bekommen“, sagte Kahle. „In dieser Stadt haben wir das Know-how und die Infrastruktur dafür“, sagte Vaupel. Er fordert, dass das Land die Zahl der in Kommunen aufgenommenen umF auf die Quote der gesamten Flüchtlings-Zuweisungen anrechnet. Bislang gebe es diesbezüglich „viel Widersprüchliches“, aber Marburg werde „darauf pochen, dass es da klare Regelungen gibt“.

In Bezug auf sowohl die Beschulung als auch Kindergarten-Betreuung von Flüchtlingskindern gibt der Magistrat Entwarnung. „Engpässe existieren in diesem Bereich nicht“, sagte Vaupel. „Wir haben nicht die Probleme, wie andere Kommunen, weil wir schon vor Jahren die spätestens jetzt benötigten Plätze ausgebaut, zur Verfügung gestellt haben“, ergänzt Kahle. Damit die Entwicklung kontrollierbar bleibt, wolle die Stadt gerade im Bereich der 
 Jugendlichen Zwangszuweisungen vermeiden. „Nur so können gute Strukturen bestehen bleiben“, sagt Kahle.

von Björn Wisker

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