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Mehr Wohnraum für Einkommensschwache

Sozialer Wohnungsbau Mehr Wohnraum für Einkommensschwache

Das Sofortprogramm zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Marburg, das die Stadtverordnetenversammlung im Dezember beschlossen hatte, ist auf den Weg gebracht und kann nach Ostern in Kraft treten.

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In der Innenstadt – wie hier in der Ketzerbach – soll zusätzlicher Wohnraum entstehen, den sich auch Menschen mit niedrigem EInkommen leisten können sollen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ohne Diskussion empfahl der Sozialausschuss am Mittwoch den Magistratsentwurf für die Förderrichtlinien dem Stadtparlament zur Annahme. Nach Lage der Dinge entscheidet das Parlament am kommenden Freitag.

Für das Sofortprogramm stellt die Stadt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel sollen so verwendet werden, so Oberbürgermeister und Wohnungsdezernent Egon Vaupel (SPD), dass „kurzfristig eine Entlastung auf dem Wohnungsmarkt in der Weise erzielt wird, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen und Studierende besser mit bezahlbarem Wohnraum versorgt werden können.“

Gefördert werden Neubauten und die Sanierung von vorhandener Bausubstanz. Private Bauherren, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau und andere Baugesellschaften können entsprechende Anträge stellen.

Nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ soll das Geld solange an Berechtigte ausgezahlt werden, bis es alle ist. Gefördert werden Um- und Neubauten im gesamten Stadtgebiet, also auch in den Außenstadtteilen, wie Brigitte Bohnke, die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters, auf Anfrage der OP mitteilte.

Neben einer vertraglich festgelegten Mietobergrenze (siehe Seite 1) verpflichten sich zukünftige Vermieter auch dazu, die neuen oder sanierten Wohnungen an Menschen mit niedrigem Einkommen zu vermieten. In den Genuss der geförderten Wohnungen sollen Einpersonenhaushalte mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von maximal 1500 Euro kommen, oder Zweipersonenhaushalte mit einem Einkommen von höchstens 2500 Euro. Wird barrierefreier Wohnraum geschaffen, erhöht sich die Förderung noch einmal um 40 Euro je Quadratmeter.

Der Zuschuss beträgt laut Entwurf 300 Euro pro Quadratmeter neu geschaffenen oder grundlegend sanierten Wohnraums. Das heißt, dass für die Schaffung einer für zwei Personen geeigneten Wohnung von 60 Quadratmetern beispielsweise 18000 Euro an Fördermitteln ausgeschüttet werden können. Der maximale Förderbetrag ist aber begrenzt auf 30 Prozent der Kosten.

Und eine weitere Voraussetzung soll an die Gewährung des Zuschusses geknüpft sein: Der zu fördernde Wohnraum muss so gut gedämmt sein, dass er die Anforderungen der Energieeinsparverordnung für den KfW-Effizienzstandard 70 erreicht.

Mit dieser Einschränkung, so Vaupel, sollen die Heizkosten, nicht ohne Grund auch „zweite Miete“ genannt, für die künftigen Mieter eingedämmt werden. Gespannt ist Vaupel darauf, wie sehr das Programm in Anspruch genommen wird. Für ihn ist aber eines klar: „Ohne dass wir eine größere Anzahl von Untermietverhältnissen schaffen, werden wir den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in der Innenstadt nicht decken können.“

Für die Abtrennung einzelner Zimmer in Wohnungen beispielsweise solle geprüft werden, ob die strengen Richtlinien für die Dämmung so angewendet werden können. Ergänzend zu dem Sofortprogramm will die Stadt bebaubare Flächen in der Innenstadt für die Schaffung von Wohnraum gewinnen durch die Schaffung von Baurecht und den Ankauf von freien Flächen von Privaten.

von Till Conrad

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